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Projekt »Wertevermittlung und Vielfalt« der Diakonie Gütersloh


Workshop-Fazit: »Auf gegenseitigen Respekt kommt es an« …

Artikel vom 7. 12. 2018
Projekt »Wertevermittlung und Vielfalt« der Diakonie Gütersloh
Die als Collagen aufbereiteten Eindrücke und Ergebnisse aus dem Projekt der Diakonie werden am 15. Dezember während einer feierlichen Abschlussveranstaltung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, Quelle: Diakonie
Welche gesellschaftlichen Normen und Werte gelten in Deutschland? Was verstehen wir unter Gleichberechtigung und Partnerschaft? Und wie unterscheiden sich zwischenmenschliche Beziehungen hier und im Herkunftsland? Um solche und andere Themen, die zentral für eine gelungene Integration sind, ging es in der Workshop-Reihe »Wertevermittlung und Vielfalt«. Veranstaltet hat sie die Flüchtlingsberatung der Diakonie Gütersloh in Rheda. Knapp 30 junge Menschen aus 13 Ländern nutzten das neu entwickelte Angebot.

Am Samstag, 15. Dezember 2018, endet das Projekt mit einer öffentlichen Abschlussfeier und Ausstellung in den Räumen der Flüchtlingsberatung in Rheda, Hauptstraße 90. Von 15 bis 18 Uhr werden Collagen mit Eindrücken und Ergebnissen aus dem Workshop gezeigt. Die Ausstellung ist anschließend bis Ende März 2019 zu sehen, und zwar immer donnerstags zwischen 12 und 15 Uhr.

Im Vorfeld des Workshops hatten Sozialverbände und das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW einen Aufruf gestartet, um neue »Projekte zur Integration junger Menschen mit Fluchterfahrung zu den Themen Prävention sexualisierter Gewalt, sexuelle Bildung und Wertevermittlung« zu initiieren. Die Flüchtlingsberatungsstelle der Diakonie Gütersloh in Rheda-Wiedenbrück entwickelte ein niedrigschwelliges Angebot für junge Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund. Finanziert wurde es vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW.

An neun Terminen traf sich eine Gruppe von bis zu 28 jungen Menschen zwischen 17 und 27 Jahren aus dem Iran, dem Irak, Somalia, Armenien, Syrien, Eritrea, Guinea, Pakistan, dem Kongo, Afghanistan, Bangladesch, Nigeria und Angola. »Wir haben mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen über Themen wie Partnerschaft, Sexualität und Gleichberichtigung gesprochen, nicht belehrend, sondern wertschätzend und auf Augenhöhe«, erläutert Flüchtlingsberaterin Fatma Aydin-Cangülec. Damit ein reger Dialog möglich war, unterstützten Übersetzer in den Sprachen Persisch, Arabisch, Englisch und Französisch die Gruppe.

Vorurteile offen angesprochen

»Gefühle und Bedürfnisse waren ein großes Thema«, so Aydin-Cangülec. »Liebe und verliebt sein, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischenmenschlicher Beziehungen in Deutschland und dem Herkunftsland, Gleichberechtigung, Grundgesetz, sexuelle Vielfalt, Verhütung und Schutz vor sexuellen Krankheiten, geschlechtliche Rollenbilder aber auch Vorurteile und Rassismus.« Einer der Übersetzer stammt aus Syrien und ist Gynäkologe. So konnte er in zweifacher Hinsicht zum Gespräch beitragen. Die Malerin Barbara Körkemeier übersetzte nicht nur, sondern berichtete davon, was sich seit den 60-er Jahren in Deutschland in puncto Moral, Sexualität und Sexualerziehung sowie bei der Gleichberechtigung getan hat.

Außerdem stellten die Kolleginnen und Kollegen der Schwangerschaftsberatung und der Familienberatung der Diakonie Gütersloh sich und ihre Hilfsmöglichkeiten vor und sprachen mit den Workshop-Teilnehmern beispielsweise über Verhütung und familiäre Konflikte. Fatma Aydin-Cangülec hatte zudem einen Transgender-Gast eingeladen sowie einen Mann mit Migrationshintergrund, der seit 30 Jahren in Deutschland lebt.

Teilnehmer treffen sich künftig im Café Connect

Das Fazit aus dem Workshop: Auf gegenseitigen Respekt und Selbstbestimmung kommt es an. Denn: »Vorurteile sind der einfachere und der falsche Weg«, so eine Teilnehmerin.

Die Gruppe ist während des Projektzeitraums so zusammengewachsen, dass die jungen Leute beschlossen haben, weiterhin in Kontakt zu bleiben und sich im Café Connect in Rheda-Wiedenbrück zu treffen.

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