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Nachwuchs übt den Ernstfall


Bürgerstiftung Gütersloh verleiht den »Preis der Bürgerstiftung« an die ehrenamtlichen Ausbilder der Jugendfeuerwehr der Stadt Gütersloh …

Artikel vom 30. 11. 2018
Nachwuchs übt den Ernstfall
Auch wenn der Rauch aus der Nebelmaschine kommt und das Feuer nur eine blinkende Lampe ist – sie nehmen die Sache ernst. Wenn die Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr Gütersloh zur Übung ausrücken, leisten sie einen Dienst an der Gemeinschaft, der Leib und Leben, Hab und Gut vieler Menschen retten könnte. Denn hier trainiert der Nachwuchs für den Ernstfall und den Einsatz bei der Feuerwehr in Gütersloh. Die Erwachsenen, die sie dabei begleiten und schulen, stecken Zeit und Herzblut in diese Aufgabe – ehrenamtlich! Dafür werden sie von der Bürgerstiftung Gütersloh mit dem Ehrenamtspreis 2018 ausgezeichnet.

Stephan Mußenbrock und Hans-Jürgen Ferchoff lehnen entspannt aber aufmerksam am Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Gütersloh. Gut 30 Jungen und Mädchen wuseln um die beiden Jugendfeuerwehrwarte herum und versuchen, die Lage in den Griff zu kriegen. Die Lage? »Es brennt in einem Hotel und Menschen rufen um Hilfe. Jetzt müssen sich die Jungs und Mädels erstmal koordinieren«, sagt Stephan Mußenbrock – und grinst. Denn die Lage ist eine Übung in einer leerstehenden Unterkunft auf dem Gelände der ehemaligen britischen Kaserne in Marienfeld. »Dass wir hier üben können, ist großartig«, sagt Hans-Jürgen Ferchoff. »Das fühlt sich echt an und die stehen alle richtig unter Strom.«

Stephan Mußenbrock ist Jugendfeuerwehrwart der Ortsgruppe Isselhorst und Hans-Jürgen Ferchoff Jugendfeuerwehrwart der Gruppe Gütersloh. Im Team von gut 20 ehrenamtlichen Ausbilderinnen und Ausbildern schieben sie viele Dienste für den Nachwuchs. »Wir treffen uns einmal in der Woche zu Übungen und zusätzlich noch zu besonderen Veranstaltungen wie Freizeiten, Feuerwehrfeste, Wettkämpfe und Leistungsnachweise, um entsprechende Verdienstauszeichnungen für die Jugendlichen zu erlangen«, berichtet Mußenbrock. »Wenn wir die Mannstunden der beiden Ortsgruppen für das letzte Jahr zusammenzählen, kommen wir auf 11.000 Stunden.«

11.000 Stunden Übung für den Ernstfall – dieses Engagement der Ehrenamtlichen hat die Bürgerstiftung Gütersloh beeindruckt. »Dieser Einsatz für die Allgemeinheit gehört zu den Leistungen, die wir alle so leicht übersehen und als gegeben hinnehmen, weil er so still im Hintergrund läuft«, sagte Kuratoriumsvorsitzender Dr. Ernst Wolf bei der Preisverleihung. »Wie froh sind wir alle im Ernstfall, wenn wir die Notrufnummer 112 wählen und dann Menschen zu uns kommen, die helfen.« 5.000 Euro Preisgeld stehen den Jugendfeuerwehren nun für ihre Arbeit zur Verfügung.

Die Laudatio der festlichen Preisverleihung in den Räumen der Stadtwerke Gütersloh hielt der stellvertretender Landesjugendfeuerwehrwart des Landes NRW Peer Grieger. Für ihn ist das Engagement der Ehrenamtlichen und der Jugendlichen ein wichtiges Standbein für das Funktionieren der Gemeinschaft. »Jugendfeuerwehren in NRW stehen für gelebten Dienst am Nächsten und ein Gemeinschaftsleben unter Ausschluss von parteipolitischen und konfessionellen Gesichtspunkten«, sagt er. »Die Jugendfeuerwehren sind ein fester Baustein in Ehrenamt und Jugendarbeit - gestern, heute und auch morgen!«

Brigitte Büscher, Sprecherin der Bürgerstiftung, erinnerte an einen Grundsatz aller Feuerwehren: »Einer für Alle – Alle für einen! Das ist ein starkes Motiv und wir sind dankbar für den Einsatz der jungen Leute, die sehr oft von der Jugendfeuerwehr in die Freiwillige oder in die Berufs-Feuerwehr wechseln, wenn sie älter als 18 Jahre alt sind.« Die Vorbilder, die sie dabei in ihren Ausbildern finden, sind prägend. »Und darum hat es das Team der Bürgerstiftung auch nicht überrascht, dass jeder dieser Ausbilder seine »Karriere« ebenfalls in der Jugendfeuerwehr begonnen hat und bis heute der Feuerwehr Gütersloh aktiv treu geblieben ist.«

Die Jugendlichen der Einsatzübung in Marienfeld haben den Ernst der Lage inzwischen in den Griff bekommen: Nebelmaschine ausschalten, Blinklampe löschen, Schläuche ordentlich aufrollen. »Jetzt wird aus Ernst wieder Spaß«, sagt Hans-Jürgen Ferchoff. Und lässt die Truppe abrücken zum gemeinsamen Spaghetti-Essen und anschließender Übernachtung auf Feldbetten – auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne ausnahmsweise mit Blaulicht und Martinshorn.

Foto: Die ehrenamtlichen Ausbilder der Jugendfeuerwehren Gütersloh und Isselhorst bei der Verleihung des »Preis der Bürgerstiftung« durch Brigitte Büscher (Sprecherin des Vorstands) und Dr. Ernst Wolf (Vorsitzender des Kuratoriums)

Infos zum Preis der Bürgerstiftung 2018 und den Preisträgern

Der Preis der Bürgerstiftung Gütersloh wird seit 1998 an Gütersloher Initiativen und Bürger verliehen, die sich vorbildhaft und tatkräftig für die Förderung und Wiederherstellung der Gemeinschaftsfähigkeit einsetzen. Honoriert werden die Preisträger für ihr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement, beispielhafte Ideen, Projekte und Vorhaben. Sie tragen zur Verbesserung des Zusammenlebens und der Lebensqualität in der Stadt Gütersloh bei und regen zur Nachahmung an. In diesem Jahr wird der Preis zum 21. Mal verliehen. Eine Übersicht der bisherigen Preisträger: http://www.buergerstiftung-guetersloh.de/was-wir-tun/preis-der-buergerstiftung.html

Preisträger 2018: Ehrenamtliche Ausbilder der Jugendfeuerwehr Gütersloh

Ortsgruppe Isselhorst

+ Die Ausbilder sind Janek Burg; Jonas Burg; Kai-Uwe Welpmann sowie die Leitung durch die stellvertretenden Jugendfeuerwehrwarte Timo Achtert und Lars Hantel und den Jugendfeuerwehrwart Stephan Mußenbrock.

+ Gründungsdatum: 8. September 1967 als erste Jugendfeuerwehr im Kreis Gütersloh, Mitgliederzahl aktuell: 25, davon sieben Mädchen. Alle Mitglieder sind zwischen zwölf und 18 Jahren alt.

+ Im Jahr werden circa 50 bis 56 Dienste jeden Dienstag zwischen 19 und 21 Uhr durchgeführt. Dazu kommen noch unzählige zusätzliche Veranstaltungen die an den Wochenenden anfallen. Das sind u.a. Freizeiten, Feuerwehrfeste, Wettkämpfe und Leistungsnachweise um entsprechende Verdienstauszeichnungen für die Jugendlichen zu erlagen. Die Jahresstatistik für 2017 brachte insgesamt 5.620 Mannstunden auf.

Ortsgruppe Gütersloh

+ Die Ausbilder sind Tobias Harbaum, Fabian Kempf, David und Simon Kischka, Florian Kosfeld, Eleni Rinkau, Tim Staroste, Christian Stindt und Nils Thiemann. Die Leitung wird durch den stellvertretenden Jugendfeuerwehrwart Timo Volkmann und den Jugendfeuerwehrwart Hans-Jürgen Ferchoff wahrgenommen.

+ Gründungsdatum: 5. Januar 2003 als zweite JF-Gruppe in der Stadt Gütersloh, Mitgliederzahl aktuell: 22, davon 6 Mädchen. Alle Mitglieder sind zwischen zwölf und 18 Jahren alt. Ausgebildet werden die Jugendlich von insgesamt elf Ausbildern, die den Dienst in der Jugendfeuerwehr zusätzlich zum Dienst im Löschzug Gütersloh leisten.

+ Im Jahr werden ca. 40 bis 45 Dienste jeden Dienstag zwischen 19 und 21 Uhr durchgeführt. Dazu kommen noch Veranstaltungen, die zusätzlich an den Wochenenden anfallen. Das sind u.a. Freizeiten, Feuerwehrfeste, Wettkämpfe und Leistungsnachweise, um entsprechende Verdienstauszeichnungen für die Jugendlichen zu erlagen. Die Jahresstatistik für 2017 brachte insgesamt 5.380 Mannstunden auf.

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