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Drei Tage Demonstrationen am Verler Ponykarussell


»Ponyquälerei auf Volksfesten ist ein Auslaufmodell«, beobachtet Astrid Reinke, Vorsitzende vom Verein Achtung für Tiere. Zusammen mit etlichen Mitgliedern demonstrierte die Tierärztin beim Verler Leben täglich für Kirmes ohne Ponyleid …

Artikel vom 3. 9. 2018
Drei Tage Demonstrationen am Verler Ponykarussell
»Ponyquälerei auf Volksfesten ist ein Auslaufmodell«, beobachtet Astrid Reinke, Vorsitzende vom Verein Achtung für Tiere. Zusammen mit etlichen Mitgliedern demonstrierte die Tierärztin beim Verler Leben täglich für Kirmes ohne Ponyleid. Die Anwesenheit der Demonstranten, die als Ponys verkleidet, Schilder trugen mit Aufschriften wie »Wenn Kinder wüssten, wie wir leiden, würden sie Ponyreitbahnen meiden« oder »Ponys leiden stumm«, machte viele nachdenklich. Beim Ponyreiten würden Kinder über Wesen und Bedürfnisse von Pferden getäuscht. Reinke: »Lärm, dass die Tiere sich fast um sich selbst drehen müssen, stundenlang, Kopf an Hinterteil gebunden, ständig wechselnde Kinder auf dem Rücken, viele rammen ihnen ihre Fersen in Rippen und Bäuche, das ist Tierquälerei. Im Frühjahr ging durch die Medien, dass ein Pony unter einem Kind zusammengebrochen und von den anderen Pferden weitergeschleift worden war, das Kind wurde verletzt.«

»In Gütersloh haben wir beobachtet, wie ein gestresstes Pony nach einem anderen schlug. Die Tiere sind meist eng an eng gequetscht. So bringen sie das meiste Geld. Das ist hochgefährlich. Wir haben ein Kind vom Pferd fallen sehen,« erinnert sich Vorstandsmitglied Yvonne Herzig-Rother. »Im Kreis Gütersloh muss anscheinend erst eine Katastrophe geschehen, bis Verantwortliche handeln.« »Beim Verler Leben beobachtete ich Ponys, die meiner Meinung nach lahmten. Als die Betreiber mich bemerkten, nahmen sie das eine Tier schnell aus der Bahn. Zwischendurch hielt jemand den dabei aufgezäumten Pferden ganz kurz Wasser vor, zog es gleich wieder weg und spritze ihnen mit der Hand Wasser gegen die Nase, was sie zurück zucken ließ, « berichtet die Tierärztin. »Ich vermute, dass ihnen das Trinken im Karussell verleidet werden soll. Denn dann müssten sie ja auch ausscheiden. Wir bemerken öfter, dass Ponykarussellpersonal versucht, Tiere am urinieren zu hindern. Enthält man einem Pferd Wasser vor, dann kollabiert es ja auch nicht sofort. Da Pferde sich nicht äußern können, kann oft kein Leiden bewiesen werden. Tierschutz ist nicht wirklich überwachbar. Amtstierärzte stehen nicht stundenlang am Karussell und protokollieren so genannte »Pausen«, Tränke und Schmerzfreiheit. Die Reaktion der Kirmesbesucher sei überwältigend positiv gewesen. »Viele äußerten totales Unverständnis für Eltern, die ihren Kindern einen grausamen und dümmlichen Umgang mit Pferden beibringen, sowie für Politiker, die dies fördern. Auch dass die Schule, auf deren Grund das Ponykarussell stand, anscheinend nichts zu dieser Verwendung des Geländes zu sagen hatte, kam schlecht an,« kommentiert Herzig Rother. »Auf der Michaeliskirmes und auf Pollhans treten wir wieder für die Ponys ein!« Infos unter www.achtung-fuer-tiere.de, (0152) 27199234.

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