LWL Klinik schreibt Rechnung

  • Ein ehemaliger Patient des LWL Klinikums Gütersloh hat uns von einer fragwürdigen Rechnung  berichtet, die er Jahre nach seiner Behandlung erhielt. Trotz wiederholter Nachfragen erhielt er keine Entschuldigung oder Erklärung für den Vorfall. Das Klinikum und der LWL nehmen keine Stellung.

Gütersloh, 14. Mai 2024

Nachdem wir vor geraumer Zeit unter der Überschrift »Bedingt therapiebereit« über das sogenannte »#LWL Klinikum #Gütersloh« geschrieben hatten, hat sich ein Patient an uns gewendet, und uns folgende Geschichte geschildert. Er sei vor Jahren als Patient dort gewesen, später noch ab und zu ambulant dort behandelt worden, und habe dann Jahre später eine Rechnung für einen Termin erhalten. Nach einigem Hin und Her habe es dann geheißen, man sei wohl in der Zeile verrutscht und er solle die Rechnung vernichten. Eine Entschuldigung für den Vorgang an sich und für den Zeitaufwand, das mit den involvierten Stellen zu bereinigen, sei nicht erfolgt. Das »LWL Klinikum Gütersloh« nimmt dazu keine Stellung. Lediglich der LWL selbst sagt, man könne nichts dazu sagen, ohne die #Identität des #Patienten zu kennen, die wir freilich nicht offenbaren können. Insofern ist es nun sinnlos, darüber zu spekulieren, ob das ein Einzelfall war, ob das ein systematisches Vorgehen ist, bei dem man es salopp gesagt »einfach mal versucht«, oder ob es tatsächlich ein Versehen war. Der Patient hat die Rechnung für einen #Behandlungstermin, der seiner Aussage nach niemals stattgefunden hat, jedenfalls vorgelegt.

»Bedingt therapiebereit«, 2023

Im Oktober 2023 hatten wir den Artikel »Bedingt therapiebereit« gebracht: Das sogenannte »LWL Klinikum Gütersloh« genießt einen guten Ruf, es gibt aber auch andere Stimmen. Durch einen geordneten und strukturierten Tagesablauf werden etwa Depressive psychisch und physisch »in Bewegung« gebracht. Dieser primärtherapeutische Komplex zeigt nicht selten Wirkung – Individualität ist bei einem Großbetrieb allerdings kaum möglich. Den Psychotherapiepatienten wird ein »Stundenplan« ausgehändigt, der einen festen Tagesplan mit Gruppentherapien, Sport, Schwimmen, Wassertreten, Maßnahmen wie etwa  Musiktherapie (gemeinschaftliches orffsches, freies Musizieren), Kunsttherapie (gemeinschaftliches Malen, Modellieren oder Basteln), Körpertherapie (Gruppengehen, Entspannungsübungen), »Einzelgesprächen« und Pausen vorsieht. Eine tiefergehende, individuelle Analyse ist dabei schwerlich realisierbar.

»Ich kam mir vor, wie ein Schüler in einer Jugendherberge«, sagt eine Patientin. »Die Einzelgespräche für Privatpatienten finden beim Ärztlichen Direktor der Klinik statt, der mir gleichzeitig sagte, er ›mache keine Psychotherapie‹. Dafür erhielt ich als Privatpatientin tägliche Einzelgespräche – die Kassenpatienten lediglich 1 oder 2 mal pro Woche. Aber in die Tiefe ging das alles nicht. Es wurde noch nicht einmal eine greifbare Diagnose gestellt. Mir wurde lediglich gesagt, ich hätte eine ›atypische‹ #Depression – mit anderen Worten: keine Depression. Die Beschwerden ließen aber nicht nach – ab und zu Übelkeit und ein schwindelähnliches Gefühl«, mehr