#Gemäldegalerie Berlin: »Auftakt: Von Odessa nach Berlin. Europäische Malerei des 16. bis 19. Jahrhunderts«, 13. Februar bis 28. April 2024

Berlin, 12. Februar 2024

Eine Sonderpräsentation der Gemäldegalerie mit Unterstützung der Alten #Nationalgalerie#Staatliche #Museen zu Berlin in Kooperation mit dem #Odessa #Museum für westliche und östliche #Kunst, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für #Kultur und #Medien (BKM).

Die Berliner Gemäldegalerie präsentiert ab 13. Februar 2024 eine fokussierte Auswahl von Gemälden aus dem Odessa Museum für westliche und östliche Kunst. Anlass ist der zweite Jahrestag des russischen Angriffs auf die #Ukraine. Die Präsentation ist Auftakt für eine große Sonderausstellung, die ab Januar 2025 Gemälde aus Odessa gemeinsam mit Werken der Berliner Sammlungen zeigen wird. Das Projekt wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

Kurz nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar 2022 wurden die bedeutendsten Gemälde des Odessa Museums für westliche und östliche Kunst in ein Notlager gebracht, wo sie vorübergehend dem Kriegsgeschehen entzogen waren. Da enge Berührungspunkte mit den Gemäldesammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin bestehen, initiierten das Odessa Museum, die Gemäldegalerie und die Alte Nationalgalerie ein Kooperationsprojekt mit dem Ziel einer großen Sonderausstellung. Darin sollen Werke aus Odessa zusammen mit Gemälden der Berliner Bestände gezeigt werden. Die Kooperation ist Ausdruck der engen kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und der Ukraine.

Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien: »Seit nunmehr 2 Jahren tobt mitten in Europa ein blutiger Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Ein Krieg, der sich vor allem gegen die Ukrainerinnen und Ukrainer richtet, aber auch systematisch gegen die ukrainische Kultur und Identität. Das zeigt sich überall dort, wo gezielt Museen, Theater, Konzerthäuer oder Bibliotheken bombardiert, schwer beschädigt und zerstört werden. Als Kulturstaatsministerin ist es mir daher ein besonderes Anliegen, Künstlerinnen und Künstler, Kreative und Medienleute aus der Ukraine, aber auch ukrainische Kultureinrichtungen zu unterstützen. Mein Haus hat deshalb das Ausstellungsprojekt und Kooperationsprojekt zwischen den Staatlichen Museen zu Berlin und dem Odessa Museum für westliche und östliche Kunst gern gefördert und ermöglicht. Dank dieser länderübergreifenden Zusammenarbeit ist es gelungen, die bedeutendsten Gemälde des Museums in Odessa nach Deutschland zu bringen, um sie hier präsentieren zu können. Mit der Ausstellung einer ersten Auswahl wollen wir zeigen, welche wertvollen und einzigartigen Kunstschätze die Ukraine in ihrem so sehr bedrohten Museum in Odessa beherbergt. Damit wollen wir auch ein klares Zeichen der Solidarität mit dem tagtäglich von Russland attackierten ukrainischen Kulturleben setzen.«

Dagmar Hirschfelder, Direktorin der Gemäldegalerie: »Ich freue mich sehr über die großartige und wichtige Kooperation mit unseren Partnern und Kollegen in #Odessa. Neben dem Schutz von Kulturgut der Ukraine geht es uns darum, ein breites Publikum für die facettenreiche Sammlung Alter Meister aus Odessa zu begeistern und zugleich ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine zu setzen. Die Verbindungen zwischen der ukrainischen Gemäldesammlung und den Berliner Sammlungen sind eng. Viele der Maler der Werke aus Odessa sind auch in der Gemäldegalerie und der Alten Nationalgalerie vertreten. Unser Kooperationsprojekt unterstreicht, dass die akut bedrohten Museen in der Ukraine und ihre Sammlungen Teil der europäischen Kultur sind. Die Ausstellung wendet sich als Signal natürlich auch an die geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland, um deren kulturelle Identität es hier geht.«

Igor Poronyk, Direktor des Odessa Museums für westliche und östliche Kunst: »Zu Beginn des Krieges war unser Museum auf sich allein gestellt, aber es kam schnell Hilfe von verschiedenen ausländischen Organisationen und Museen, vor allem aus Deutschland. Ich bin dankbar für die große Unterstützung der Berliner Gemäldegalerie, der Alten Nationalgalerie und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die dieses Projekt mit Liebe und Professionalität organisiert haben. Unsere Werke in Deutschland zu zeigen, ist sehr wichtig für die Ukraine, für die Stärkung und Entwicklung der kulturellen Beziehungen zwischen unseren Ländern. Unsere gemeinsame Arbeit ist Teil eines wichtigen Projekts zur Erhaltung des kulturellen Erbes der Ukraine.«

Gero Dimter, Vizepräsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sagt: »Der nun schon zwei Jahre dauernde brutale Krieg Russlands gegen die Ukraine trifft jede Europäerin, jeden Europäer ins Herz. Putin will die kulturelle Identität dieses Landes auslöschen und greift sie gezielt an. Deshalb ist das Projekt der Gemäldegalerie mit dem Museum für westliche und östliche Kunst in Odessa so wichtig. Wir können Meisterwerke der europäischen Malerei schützen und zeigen gleichzeitig einem großen Publikum, dass dieses Museum mit seiner phantastischen Sammlung lebt. Dank an Staatsministerin Claudia Roth, die dieses Projekt von Anfang an zu ihrer Sache gemacht hat. Die SPK engagiert sich seit Kriegsausbruch auf vielen Gebieten für Kultureinrichtungen in der Ukraine und die Sichtbarkeit ukrainischer Kultur hierzulande. Und es ist uns wichtig auch dauerhaft solidarisch zu sein. Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe, um zu bewahren, was angegriffen wird, unterstützen ukrainische Forschende und Kulturschaffende mit Stipendien und bieten Aktionen und Veranstaltungsreihen in Berlin wie Making Spaces mit ukrainischen Künstlerinnen und Künstlern oder Veranstaltungen für ukrainische #Kinder und #Jugendliche

Das 1923 gegründete und 1924 eröffnete Odessa Museum für westliche und östliche Kunst beherbergt eine breit aufgestellte kunstgeschichtliche und kulturgeschichtliche Sammlung. Einen wichtigen Schwerpunkt bilden europäische Gemälde, Skulpturen und angewandte Kunst von der Renaissance bis zum 20. Jahrhundert. Die Sammlung ist Teil der kulturellen Identität der Ukraine und weist viele Bezüge zu westeuropäischen Beständen auf. In Westeuropa ist sie jedoch nahezu unbekannt. Bislang wurde die Sammlung in einem Palais aus dem 19. Jahrhundert präsentiert, mitten in der Altstadt von Odessa, die durch den Krieg bereits einschneidende Zerstörungen erlitten hat.

Mit Unterstützung der Staatsministerin für Kultur und Medien konnten im vergangenen September 74 Hauptwerke des Odessa Museums aus der Ukraine nach Berlin gebracht werden. Es handelt sich dabei um Werke des 16. bis 19. Jahrhunderts, darunter Arbeiten bedeutender Künstler wie Francesco Granacci, Roelant Savery, Bernardo Strozzi, Cornelis de Heem, Alessandro Magnasco, Andreas Achenbach und Frits Thaulow. Darüber hinaus werden zwei außergewöhnliche Gemälde von Frans Hals, die sich derzeit in Vilnius befinden, nach Berlin reisen und bereits ab dem 12. Juli 2024 in der großen »Frans Hals« Ausstellung der Gemäldegalerie zu sehen sein. Diese Highlights des Odessa Museums sind Ausnahmestücke im Werk des Holländers, die noch nie zuvor in Deutschland zu sehen waren. Es handelt sich um Darstellungen der Evangelisten Matthäus und Lukas, also um zwei der wenigen religiösen Sujets im Werk des für seine Porträts und Genrebilder berühmten Malers.

Ab Januar 2025 werden die Werke aus Odessa in einen spannungsreichen und überraschenden Dialog mit den Berliner Gemälden treten. So wird ein tieferes Verständnis der Werke, ihres Entstehungskontextes, aber auch des Sammlungsprofils möglich. Da die Gemälde größtenteils ungerahmt in Berlin eintrafen, erhalten sie derzeit einheitliche, neue Rahmen und werden von Restauratorinnen konservatorisch auf die Sonderausstellung vorbereitet.

Um das Projekt bereits jetzt einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, zeigt die Gemäldegalerie vom 13. Februar bis 28. April 2024 eine Sonderpräsentation mit zwölf Werken aus den wichtigsten Bereichen der Gemäldesammlung des Odessa Museums. Zu diesen Schwerpunkten zählen die italienische und niederländische Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts sowie die Malerei des 19. Jahrhunderts. Ausgesucht wurden dabei Werke, die verschiedenen Gattungen, etwa der Portraitmalerei, Stilllebenmalerei, Landschaftsmalerei oder Historienmalerei, angehören. Die #Gemälde umreißen die Bandbreite der Sammlung und verdeutlichen ihren europäischen Charakter.

Die Sonderpräsentation führt außerdem anhand der ausgestellten Künstler die Schnittmenge mit den Berliner Sammlungen vor Augen, da viele Maler auch in den Beständen der Gemäldegalerie und der Alten Nationalgalerie vertreten sind: der als Maler von Prunkstillleben bekannte Cornelis de Heem zum Beispiel oder der bedeutende Maler des Genueser Frühbarocks Bernardo Strozzi sowie der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gefeierte Gabriel von Max.

Zu den Glanzstücken der Sammlung aus Odessa gehört Francesco Granaccis »Thronende Madonna mit Kind und Johannesknaben« von 1519. Granacci knüpfte an die Formensprache Michelangelos an, mit dem er über lange Jahre befreundet war. Bernardo Strozzis »Ecce Homo« Darstellung greift eine Komposition von Caravaggio auf und beeindruckt durch die Drastik der Szene mit der hell erleuchteten Gestalt Christi, der von einem grotesk überzeichneten Peiniger verhöhnt wird. Von dem niederländischen Maler Roelant Savery stammt eine von zahlreichen Tieren bevölkerte, zart gemalte Paradieslandschaft. Als ausgezeichneter Tiermalerei und Landschaftsmaler war der zum Hofmaler Kaiser Rudolf II. berufene Künstler mit solchen Sujets besonders erfolgreich.

Die Bildauswahl wird ergänzt durch Arbeiten von Künstlern, deren Werke in den Berliner Sammlungen nicht vorkommen. Dies gilt für den französischen Maler Jules Alexis Muenier, dessen Großformat »Streit der Kutscher« sich durch seine spannungsgeladene Komposition und den Kontrast zwischen brutalem Mord und in Pastellfarben gehaltener Landschaft auszeichnet.

»Auftakt: Von Odessa nach Berlin. Europäische Malerei des 16. bis 19. Jahrhunderts« wird kuratiert von Sabine Lata, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Gemäldegalerie, und konservatorisch betreut von den Restauratorinnen Anja Lindner Michael und Thuja Seidel.

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