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ÖPNV-Ranking 2021: Schwerin, Potsdam und Stuttgart top - Lübeck, Berlin und Bonn flop

Testberichte.de hat zum dritten Mal die ÖPNV-Angebote von 43 Städten miteinander verglichen.

Lesedauer 4 Minuten, 50 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 15. November 2021
ÖPNV-Ranking 2021: Schwerin, Potsdam und Stuttgart top - Lübeck, Berlin und Bonn flop
Größter Verlierer des Nahverkehr-Rankings 2021: Berlin floppt. Foto: Canada, Shutterstock

#ÖPNV-#Ranking 2021: Schwerin, Potsdam und Stuttgart top - Lübeck, Berlin und Bonn flop

Berlin (ots)

  • Nahverkehrs-Ranking 2021: Schwerin, Potsdam und Stuttgart top - Lübeck, Berlin und Bonn flop
     
  • Testberichte.de hat zum dritten Mal die ÖPNV-Angebote von 43 Städten miteinander verglichen
     
  • Kiel ist Aufsteiger des Jahres, Berlin rutscht am stärksten ab
     
  • Erfreulich: Preissenkungen bei Schüler-Monatsticket um bis zu 60 Prozent

Günstig oder teuer – wie attraktiv ist der öffentliche Nahverkehr in Deutschland? Das Verbraucherportal Testberichte.de hat zum dritten Mal die Angebote der Verkehrsbetriebe aller Landeshauptstädte und aller Städte über 200.000 Einwohner miteinander verglichen. Herausgekommen ist Deutschlands umfassendstes Nahverkehrs-Ranking – zusammengefasst in einer übersichtlichen Tabelle und einer interaktiven Karte.

Einzelfahrscheine: Schwerin und Erfurt günstig, Hamburg und München teuer

Nur zwei Euro zahlt ein Erwachsener für eine Einzelfahrkarte zur Hauptverkehrszeit in Schwerin, gefolgt von Erfurt (2,20 Euro) sowie Chemnitz, Magdeburg und Potsdam (2,30 Euro). Am teuersten ist die einfache Fahrt in den Stadtgebieten von Hamburg und München mit je 3,40 Euro bzw. Lübeck und Münster mit je 3,30 Euro. Der Durchschnitt liegt bei 2,80 Euro. Bei Tageskarten ist Schwerin mit 4 Euro der Preissieger, gefolgt von Chemnitz (4,60 Euro) und Potsdam (4,70 Euro). Lübeck langt mit 9,90 am kräftigsten zu, Berlin, Köln und Bonn liegen auf dem zweitletzten Rang (je 8,80 Euro). Der Durchschnittswert ist 6,86 Euro. Kurzstrecken kosten von 1,50 Euro in Bremen, Frankfurt, Freiburg und Stuttgart bis zu glatt 2 Euro in Berlin, Bonn, Leipzig und Köln (Durchschnitt: 1,74 Euro). Chemnitz, Dresden, Erfurt, Karlsruhe und Mannheim haben keine Kurzstrecken im Angebot, Mannheim zumindest keine, die im gesamten Stadtgebiet erhältlich ist.

Monatskarte lohnt sich in München und Münster sehr, in Köln und Bonn kaum

Betrachtet man die Preise für Monatskarten (ein Erwachsener mit Jahres-Abo bei monatlicher Zahlweise), liegt Potsdam (36,17 Euro) vor Schwerin (43,08 Euro) und Magdeburg (45,21 Euro). Hamburg ist auch hier am teuersten (92,40 Euro), Köln und Bonn liegen auf dem vorletzten Rang (je 89,40 Euro). Doch wo lohnt sich eine Monatskarte am ehesten im Verhältnis zum Einzelfahrschein? Hier liegt München vorne, dort hat sich die Zeitkarte bereits nach 14 Fahrten amortisiert, gefolgt von Münster ab 15 Fahrten und Potsdam ab 16. In Köln und Bonn dagegen rentiert sich das Monatsticket erst nach 30 Fahrten - also nur dann, wenn man kein Home-Office macht und jeden Arbeitstag hin zurück mit den Öffentlichen fährt. In Frankfurt sieht es mit 29 Fahrten kaum besser aus. Im Schnitt aller untersuchten Städte lohnt sich ein Monatskarten-Abo für Erwachsene nach rund 23 Fahrten.

Schüler-Monatskarte ist in vielen Städten deutlich günstiger geworden

Die Preise für Einzelfahrscheine für Kinder (gelten meist von sechs bis 14 Jahren) reichen von einem Euro in Schwerin bis zu zwei Euro in Lübeck und Saarbrücken (Durchschnitt: 1,63 Euro). Bei Schüler-Monatskarten gab es erfreulicherweise innerhalb der letzten zwei Jahre große Preissenkungen von 30 bis 60 Prozent in folgenden Städten: München, Kiel, Hamburg, Stuttgart, Münster, Augsburg, Nürnberg, Chemnitz und Dresden – und auch in Bielefeld, wo das Testberichte.de-Nahverkehrs-Ranking 2019 politische Forderungen nach niedrigeren Fahrpreisen für Schüler zu Folge hatte. Abgesehen von Berlin und Rostock, wo Schüler-Monatskarten grundsätzlich kostenlos sind, reichen die Preise von 15 Euro in Braunschweig, Chemnitz, Dresden, Leipzig und Hannover bis 55,20 Euro in Lübeck.

Kiel ist Aufsteiger des Jahres – #Berlin größter Verlierer

Kiel hat als einzige Stadt im Ranking sein Einzelticket für Erwachsene im Preis gesenkt (von 2,60 auf 2,40 Euro). Auch der Preis fürs Tagesticket sank um rund acht Prozent (7,20 statt 7,80 Euro), mit 30 Prozent fiel die Preissenkung bei der Schüler-Monatskarte besonders stark aus. Dadurch konnte Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt im Testberichte.de-Nahverkehrs-Ranking im Vergleich zu 2019 den größten Sprung nach oben machen – um 16 Plätze auf Rang 9. Absteiger des Jahres ist Berlin (von Platz 24 auf 42), das die Ticketpreise für alle Einzelfahrscheine um bis zu 26 Prozent erhöhte: So kostet das Tagesticket jetzt 8,80 statt sieben Euro, die Kurzstrecke 2 statt 1,70 Euro. Nur die Kosten für das Monatsabo der Erwachsenen blieb stabil – es liegt mit monatlich 63,42 Euro fast beim deutschlandweiten Durchschnitt von 62,49 Euro. Und mit der weiterhin grundsätzlich kostenlosen Schüler-Monatskarte ist Berlin (neben Rostock) nach wie vor führend (Durchschnitt: 31,66 Euro).

Informationen zur Auswertung von Testberichte.de

Ausgewertet wurden die Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) von 43 Städten (alle Städte über 200.000 Einwohner inklusive aller Landeshauptstädte, also auch Saarbrücken, Potsdam und Schwerin mit je unter 200.000 Einwohnern). Dabei wurden die Tarife für das jeweilige gesamte Stadtgebiet verglichen (zum Beispiel 5.000 in Frankfurt, AB in Hamburg, Preisstufe Drei in Lübeck). Betrachtet wurden die Preise von Einzelfahrscheinen für Erwachsene, Kinder, Hunde und Fahrräder. Maßgebend waren die Konditionen, die werktags um 8 Uhr gelten; Vorverkaufsrabatte, die nicht an jeder Haltestelle angeboten werden (Braunschweig, Münster, Bielefeld), wurden nicht berücksichtigt. Bei Monatskarten wurde jeweils die günstigste allgemein erhältliche Abo-Version mit monatlicher Zahlweise gewählt (bei einer Laufzeit von höchstens zwölf Monaten). Da in einigen Fällen der Abo-Rabatt durch Freimonate gewährt wird oder anderweitig gestaffelt ist, wurde hier der Vergleichbarkeit halber als monatlicher Preis ein Zwölftel der Gesamtkosten für das erste Vertragsjahr angenommen. Bei Schüler-Monatskarten wurde im Zweifel das Modell für Schüler gewählt, die in der jeweiligen Stadt wohnen beziehungsweise zur Schule gehen. Nicht berücksichtigt wurde, dass in einigen Städten die Kosten nachträglich ganz oder teilweise erstattet, wenn Schüler mindestens zwei bis vier Kilometer von der Schule entfernt wohnen oder einen gefährlichen Schulweg haben. Dies geschieht in der Regel aber nicht über die Verkehrsverbünde, sondern in teilweise komplizierten Antragsverfahren über die Stadtverwaltungen oder Schulen.

Insgesamt wurden zu zehn Kriterien Einzel-Rankings erstellt (siehe Tabelle: alle Spalten, die das Wort »Ranking« enthalten). Eins dieser Einzel-Rankings berücksichtigt die Kaufkraft (verfügbares Einkommen) in der jeweiligen Stadt, indem diese ins Verhältnis zum Preis für eine Erwachsenen-Einzelfahrkarte gesetzt wurde. Der Durchschnittswert aller Platzierungen bei diesen zehn Rankings ist maßgebend für die Platzierung einer Stadt in der Gesamtwertung.

Quellen

Internetseiten der jeweiligen Verkehrsbetriebe (Verlinkungen: siehe Tabelle, erste Spalte »Stadt«), telefonische Recherche und Tests einzelner Apps, Erhebungszeitraum 4. Oktober bis 2. November 2021

Einwohnerzahlen (2020) https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Gro%C3%9Fst%C3%A4dte_in_Deutschland, abgerufen am 11. Oktober 2021

Verfügbares Einkommen, Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Stand: 2019, Berechnungsstand: August 2020 (Blatt »2.4«): https://www.statistikportal.de/de/veroeffentlichungen/einkommen-der-privaten-haushalte, abgerufen am 11. Oktober 2021

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Kommentar von Anonym, 19. November 2021, 18.10 Uhr

Ein Ranking mit Ausfallraten und Angebotserfüllungsgrad (inkl. Pünktlichkeit) wäre mal gut gewesen. Mir nützt kein günstiger Fahrschein etwas, wenn der Bus nicht kommt!

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