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DBU: »Holz ist ein Kraftprotz als Kohlenstoffspeicher«

Wenige Tage, bevor die »Deutsche Bundesstiftung Umwelt« (»DBU«) am 10. Oktober 2021 in Darmstadt den »Deutschen Umweltpreis« (»UWP«) in Höhe von 500.000 Euro verleiht und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier diesen Preis überreicht, widmet sich traditionell ein »DBU«-Symposium einem Zukunftsthema

Lesedauer 3 Minuten, 2 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 1. Oktober 2021
DBU: »Holz ist ein Kraftprotz als Kohlenstoffspeicher«
Ob und wie nachhaltige Holznutzung einen Beitrag zu mehr Klima- und Ressourcenschutz leisten kann, ist Thema des Umweltpreis-Symposiums der »DBU« am 4. Oktober 2021 von 14 bis 16 Uhr. Wenige Tage später verleiht die »DBU« am 10. Oktober 2021 in Darmstadt den Deutschen Umweltpreis in Höhe von 500.000 Euro an Ökologin Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese und Moorforscher Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten. Abbildung: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Wenige Tage, bevor die »Deutsche Bundesstiftung #Umwelt« (»#DBU«) am 10. Oktober 2021 in Darmstadt den »Deutschen Umweltpreis« (»UWP«) in Höhe von 500.000 Euro verleiht und #Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier diesen Preis überreicht, widmet sich traditionell ein »DBU«-Symposium einem Zukunftsthema. Dieses Jahr dreht sich alles um #Wälder und nachhaltige Holznutzung – und darum, ob und wie #Klimaschutz und #Ressourcenschutz davon profitieren. Den Impulsvortrag hält Professor Hans Joachim Schellnhuber, der frühere Direktor des »Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung« (»#PIK«).

Pro Kubikmeter bindet #Holz rund eine Tonne #Kohlenstoffdioxid#CO2«) – und verhindert so, dass dieses klimaschädliche Treibhausgas in die Atmosphäre gelangt und sie zerstört. »Dieses riesige Potenzial für mehr #Klimaschutz und #Umweltschutz müssen wir künftig viel mehr nutzen als bisher«, sagt »DBU«-Generalsekretär Alexander Bonde. »Holz ist ein Kraftprotz als Kohlenstoffspeicher.« In der Tat binden die Wälder in Deutschland laut Umweltbundesamt in der ober- und unterirdischen Biomasse derzeit rund 1,3 Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Das entspricht etwa 4,6 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid – ungefähr der fünffachen Menge an jährlichen Treibhausgasemissionen hierzulande. Und: Jahr für Jahr binden Wälder bundesweit allein durch den Zuwachs der Waldbäume weitere rund 60 Millionen Tonnen #Kohlendioxyd, geerntetes und entnommenes Holz eingerechnet.

#Klimakrise setzt den Wäldern zu

Der von Mythen und Märchen umrankte Wald ist allerdings nicht nur Klimahelfer, sondern läuft angesichts der Klimakrise große Gefahr, zum Klimaopfer zu werden. Darauf weist auch Bonde hin. Nach seinen Worten sind mehrere Herausforderungen zu meistern. Bonde: »Die Wälder sind unentbehrlich im Kampf gegen den Klimawandel, könnten aber zugleich etwa infolge von Dürreperioden zum Opfer der Klimakrise werden. Wir müssen sie davor schützen.« Wichtig sei zudem, »eine Balance zwischen Wald als Wildnis und als Holzlieferant zu finden«. Bonde: »In der nachhaltigen Holznutzung liegt ein Schlüssel für mehr Klimaschutz. Denn indem wir Holz zu langlebigen Produkten verarbeiten, bleibt es als Kohlenstoffspeicher erhalten – für Jahrzehnte.«

Lauernde Gefahr illegaler Holzeinschlag

Der »DBU«-Generalsekretär erinnerte an verschiedene Projekte der Stiftung, darunter solche, die die Initiative »Holz von hier« unterstützen und regionale Holzverarbeitung stärken – ohne lange Transportwege. Ein anderes von der DBU gefördertes Vorhaben des »Instituts für Holzwissenschaften« (»#IHW«) der #Universität Hamburg wirft laut Bonde ein Schlaglicht auf eine lauernde Gefahr: illegaler Holzeinschlag. Das »IHW«-Projekt sucht nach Mitteln, Tropenholz in Papier aufzuspüren. Denn zwei Drittel der an die Erdoberfläche gebundenen Biodiversität wird den Tropenwaldökosystemen zugerechnet, die aber von Entwaldung vor allem wegen illegalen Holzeinschlags betroffen sind – eine Hauptquelle für die von Menschen verursachten #Kohlendioxydemissionen. Bonde: »Deshalb ist es elementar wichtig, durch geeignete Zertifizierungen eine Rückverfolgbarkeit auch verarbeiteter Holzprodukte zu garantieren.« Ob und wie das gelingen kann, wird ebenfalls beim »UWP«-Symposium Thema sein.

Schellnhuber: »Use it or lose it«

Professor Schellnhuber sieht keinen Konflikt zwischen Wald als Wildnis und Forst als Ertragssystem. Es sei »kein Problem, fünf oder auch zehn Prozent des hiesigen Waldes unter strikten Naturschutz zu stellen. Im Übrigen kann man sehr wohl laufend Biomasse aus dem Wald entnehmen und dennoch ein natürliches dynamisches Gleichgewicht aufrechterhalten«, so Schellnhuber. Die Devise »use it or lose it« (etwa: »den Wald nutzen oder ihn verlieren«) sei eine »gute Richtschnur im Umgang mit vielen Ökosystemen«. Der Ex-»PIK«-Direktor appelliert an eine sparsame und zugleich klimagerechte Verwendung von Holz, indem man traditionelles Wissen über Holzbau und nachwachsende Rohstoffe mit neuen Erkenntnissen von Datenerfassung und künstlicher Intelligenz kombiniere. Baden-Württemberg sei ein gutes Beispiel dafür. Schellnhuber: »Etwa 40 Prozent der Ein- und Zwei-Familienhäuser werden dort bereits in Fertigholzbauweise erstellt. In zehn oder spätestens 20 Jahren dürften die Kosten dafür deutlich unter denen des konventionellen Bauens liegen.« Einen Schlüssel für nachhaltige Holznutzung sieht er in einer marktrelevanten Zertifizierung – indem zum Beispiel die Fähigkeit des Holzes, atmosphärischen Kohlenstoff zu binden, finanziell belohnt wird.

Informationen zum Deutschen Umweltpreis 2021 und den Ausgezeichneten finden sich unter https://www.dbu.de/umweltpreis sowie https://www.dbu.de/umweltpreis-blog/

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