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Ein Ort der Begegnung

Diakonie Gütersloh eröffnet Café Connect – Treffpunkt für Flüchtlinge, Ehrenamtliche und interessierte Bürger

Lesedauer 3 Minuten, 26 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 24. Februar 2016
Ein Ort der Begegnung

Gemütliche Sitzgelegenheiten, Informationsmaterialien in den Regalen, eine Küchenzeile und außerdem noch eine Spielecke: Das ist das Café Connect im Haus der Kirche an der Kirchstraße 10a. Eine Begegnungsstätte für Flüchtlinge, Ehrenamtliche und alle interessierten Gütersloher Bürger soll es sein. Am Freitag wurde es nun offiziell mit einem kleinen Festakt eingeweiht – eröffnet hat es schon zum 1. Februar. Träger ist die Flüchtlingsberatungsstelle der Diakonie Gütersloh.

Das Programm – eine Gesangseinlage der 16-jährigen Schülerin Rojbin sowie die Tanzaufführung von Abinaya (10) und Ajeena (14) aus Sri Lanka – ließ schon erahnen, wie der Alltag im Café Connect ab sofort aussehen soll: bunt und voller Leben. »Das Café soll ein Ort der Begegnung sowie ein Anlaufpunkt für Flüchtlinge und all diejenigen sein, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind oder sich dafür interessieren«, erklärte Flüchtlingsberaterin Fatma Aydin-Cangüleç anlässlich der Feier, zu der mehr als 100 Gäste gekommen waren. »Ich bin total begeistert, wie viele Leute heute gekommen sind«, ergänzte Diakonie-Vorstand Björn Neßler erfreut. »Viele haben uns zuvor gefragt, warum wir das hier machen. Aus genau diesem Grund: Wir wollten einen Raum der Begegnung schaffen.« Barrieren abbauen, Flüchtlingen wie Einheimischen die Chance geben, sich einfacher kennenzulernen: Das seien die Ziele, so Neßler. Zurzeit leben fast 1.000 Flüchtlinge in Gütersloh. Ernst Klinke, Vorsitzender des an der Entwicklung des Cafés beteiligten Facharbeitskreis‘ Asyl, überbrachte zudem das Grußwort der Evangelischen Kirchengemeinde. Er fand anlässlich zunehmender fremdenfeindlicher Tendenzen auch mahnende Worte. Angebote wie das Café Connect seien hier indes bedeutsam. »Wo sich Menschen unterschiedlicher Nationen kennenlernen, geht mit der Fremdheit auch die Angst«, so Klinke.

Drei Mal pro Woche ist das Café geöffnet: montags, dienstags und freitags, jeweils von 12 bis 15 Uhr im Anschluss an die Sprachförderung, die ehrenamtliche Mitarbeiter kostenlos im Haus der Kirche anbieten. Verschiedene Angebote sollen sowohl die Integration als auch das interkulturelle Zusammenleben fördern. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern wurden bereits ein Foto- und ein Malprojekt sowie der Singkreis »Singing Connection« gestartet. Letzterer legte bei der Eröffnung am Freitag bereits seinen ersten Auftritt hin. Gleichzeit soll der Treffpunkt die weitere Vernetzung der Flüchtlingsarbeit erleichtern. »In Gütersloh engagieren sich wirklich viele motivierte Menschen in diesem Bereich – oder würden es gerne tun«, sagte Katharina Stein, die zweite Flüchtlingsberaterin der Diakonie. »Mit dem Café Connect wollen wir den Leuten eine Anlaufstelle bieten. Sei es, indem wir hier über die Möglichkeiten informieren, sei es, um bereits tätigen Ehrenamtlichen und ihren ‚Schützlingen‘ einen gemütlichen Ort zum Treffen zu geben.« Zudem haben die Betreiber des Cafés Informationsmaterialien zu örtlichen Hilfsangeboten, kulturellen Angeboten und Sprachschulen bereitgestellt.

Finanziert wird die Einrichtung vor allem durch Fördermittel des Landes NRW sowie durch die Evangelische Kirchengemeinde. »Über die Evangelische Stiftung hatten wir bei der Adventsaktion 2014 Spenden für die Flüchtlingsarbeit hier in Gütersloh gesammelt. Einen Teil der Summe – 10.000 Euro für die Projektlaufzeit von vorerst zwei Jahren – haben wir nun zum Café Connect beigesteuert«, erklärte Pfarrer Andreas Walczak-Detert. Vor gut einem Jahr hatte die Stiftung bereits 50.000 Euro zum Start der Flüchtlingsberatungsstelle dazugegeben, die damals zunächst nur mit einer halben Stelle besetzt worden war. Auch diese Mittel stammten aus der Adventsaktion 2014. Die Kirchengemeinde will das Café auch künftig fördern und stellt unter anderem die Räumlichkeiten im ersten Stock im Haus der Kirche kostenlos zu Verfügung. »Zudem sammeln wir über die Stiftung auch weiter Spenden, um die Arbeit hier zu unterstützen«, so Pfarrer Andreas Walczak-Detert.

Hinzu kam eine Reihe privater Gelder für das Café Connect. Die Medienfabrik Gütersloh (Bertelsmann) steuerte 2.870 Euro für das Café bei, das Städtische Gymnasium sammelte bei einer Spendenaktion 888 Euro ein. Der Abiturjahrgang 2009 der Schule hatte zudem noch Geld von der Abschlussfeier übrig und überwies 1.260 Euro. Nobilia spendete die Küche, Spielwaren Witthoff wiederum Gesellschaftsspiele für Erwachsene. Den Kuchen für die Eröffnungsfeier spendierte die Bäckerei Fritzenkötter.

Die Eröffnung der Begegnungsstätte ist nicht die einzige Neuerung: Nachdem die Flüchtlingsberatungsstelle der Diakonie vor einigen Monaten in die Büros der »Beratung Leben und Wohnen« an der Fröbelstraße gewechselt war, wird sie ab dem 1. April ebenfalls an der Kirchstraße 10a zu finden sein. »So ist nun alles zentral und unter einem Dach zu erreichen«, sagt Fatma Aydin-Cangüleç erfreut.

Die Evangelische Kirchengemeinde, die Evangelische Stiftung und die Diakonie Gütersloh freuen sich weiter über Spenden für die Flüchtlingsarbeit: Evangelische Stiftung Gütersloh; Sparkasse Gütersloh; 
IBAN: DE57 4785 0065 0000 7737 48; BIC: WELADED1GTL; 
Verwendungszweck: Flüchtlingshilfe.

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