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Prominente und Fachleute appellieren: Reserveantibiotika raus aus der industriellen Tierhaltung

Morgen ist Europäischer Antibiotikatag – 25 Verbände schicken mit prominenter Unterstützung einen Appell an EU- und Bundespolitik: Resistenzen gegen wichtigste Antibiotika für Menschen eindämmen.

Lesedauer 4 Minuten, 0 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 17. November 2021
Prominente und Fachleute appellieren: Reserveantibiotika raus aus der industriellen Tierhaltung

Prominente und Fachleute appellieren: Reserveantibiotika raus aus der industriellen Tierhaltung

  • Morgen ist Europäischer Antibiotikatag – 25 Verbände schicken mit prominenter Unterstützung einen Appell an EU- und Bundespolitik: Resistenzen gegen wichtigste Antibiotika für Menschen eindämmen

Berlin, 17. November 2021

Wichtigste #Antibiotika, die bei Menschen erst dann eingesetzt werden, wenn andere schon nicht mehr wirken, dürfen nicht in der industriellen #Tierhaltung verwendet werden. Die #Politik muss alle Möglichkeiten nutzen, um die Wirksamkeit von #Reserveantibiotika sicherzustellen und die Resistenzentwicklung zu bremsen. Dafür machen sich Prominente und Experten sowie 25 Verbände aus Human- und Veterinärmedizin sowie #Umwelt- und #Tierschutz gemeinsam stark. Der Appell ist initiiert worden von der Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation #Germanwatch und der BUKO Pharma-Kampagne, die sich für eine global gerechte Arzneimittelversorgung einsetzt. Er wird zum morgigen Europäischen Antibiotikatag veröffentlicht.

Dr. Eckart von Hirschhausen, Arzt und Fernsehmoderator sowie Gründer der Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen, erläutert: »Es gibt immer mehr resistente Keime. Expertinnen und Experten schätzen, dass zehn Millionen Menschen bis zum Jahr 2050 an diesen resistenten Keimen sterben könnten. Antibiotikaresistenzen sind eine der größten Herausforderungen für die globale Gesundheit. Daher fordern wir auf der europäischen und nationalen Ebene, Reserveantibiotika das sein zu lassen, was der Name sagt: Reserve. Sie sollten im Sinne eines One-Health-Ansatzes sinnvoll verwendet werden und nicht in der industriellen Tierhaltung zum Einsatz kommen.«

Auch Dr. Jana Schroeder, Infektiologin und Chefärztin des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der Stiftung Mathias-Spital, äußert sich deutlich: »Die meisten Menschen sterben nicht am Infarkt, sondern am Infekt! Wir müssen dafür Sorge tragen, dass diese wertvollen Medikamente auch in Zukunft noch ihre Wirksamkeit behalten und eingesetzt werden können.«

Kritische Stimmen kommen zudem von Sarah Wiener, prominente Köchin, Landwirtin, Europaabgeordnete und Vorsitzende einer Antibiotika-Fachgruppe im Europaparlament, sowie von Tiemo Wölken, gesundheitspolitischer Sprecher der Europa-SPD und Co-Vorsitzender der Antibiotika-Fachgruppe im Europaparlament; ebenso von Dr. Rupert Ebner, Tierarzt für Tiere in der Landwirtschaft und Autor des Buches »Pillen vor die Säue«, und von Dr. Fred Willitzkat, praktizierender Tierarzt und Vorsitzender von »Tierärzte im Notdienst International« (Zitate am Ende der PM).

Möglichkeit für Verbot in der Massentierhaltung ist jetzt vorhanden

Konstantinos Tsilimekis, Leiter des Teams Welternährung, Landnutzung und Handel bei Germanwatch, erläutert, was jetzt passieren muss: »Die neue EU- Tierarzneimittelverordnung tritt nächstes Jahr in Kraft und wird derzeit ausgestaltet. Die EU-Kommission muss diese Chance nutzen, um den Gebrauch von Antibiotika, die von der Weltgesundheitsorganisation als ›Antibiotika der höchsten Priorität‹ eingestuft werden, so streng wie möglich zu regulieren. Das Gleiche gilt für die kommende Aktualisierung der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie – hier muss die neue Bundesregierung unbedingt tätig werden.« Zudem müsse die aktuelle Revision der EU-Tierschutzgesetzgebung genutzt werden, um vorbeugend mehr für die Tiergesundheit zu tun und so den breitflächigen Einsatz von Antibiotika unnötig zu machen.

Dass es bei all dem nicht allein um Europa, sondern um die globale Gesundheit geht, betont abschließend Claudia Jenkes, Geschäftsführerin der BUKO Pharma-Kampagne: »Erste Erregerstämme, gegen die kein einziges Mittel mehr hilft, tauchen schon heute an verschiedensten Orten der Welt auf. Denn seit Jahrzehnten werden Antibiotika bei Mensch und Tier zu sorglos eingesetzt. Europa sollte durch eine strengere Regulierung mit gutem Beispiel vorangehen und seiner weltweiten Verantwortung gerecht werden. Schließlich landen mit resistenten Erregern belastete Tierprodukte weltweit auf dem Teller von Verbraucherinnen und Verbrauchern.«

Weitere Zitate von Unterstützern des Appells

Sarah Wiener: »Um Antibiotikaresistenzen wirkungsvoll vorzubeugen, müssen wir die Tierhaltung grundlegend reformieren und dieser Prozess muss zwingend mit der der Zucht beginnen. Es braucht aber auch strengere Gesetze, vor allem für den Einsatz von Reserveantibiotika: Diese müssen ausschließlich den Menschen vorbehalten sein - mit strikten Ausnahmen nur für die Einzeltierbehandlung, zum Bespiel bei Haustieren.« Sarah Wiener, Europaabgeordnete, Vorsitzende der »AMR Interest Group« im Europaparlament, Köchin.

Tiemo Wölken: »Das Problem der Antibiotikaresistenzen muss vor allem politisch gelöst werden. Wir haben es hier in der Hand gesetzliche Regelungen zu schaffen, um den Einsatz von Antibiotika in der industriellen Tierhaltung weiter zu senken und auch deutlich weniger notwendig zu machen. Die allerwichtigsten Antibiotika für den Menschen müssen dabei besonders geschützt werden.« Tiemo Wölken, gesundheitspolitischer Sprecher der Europa SPD und Co-Vorsitzender der Antibiotika-Fachgruppe im Europaparlament.

Rupert Ebner: »Antibiotika dürfen keine Betriebsmittel in der Tierhaltung sein – in unser aller Interesse. Deshalb müssen wir den Landwirten Mittel in die Hand geben und Wege aufzeigen, Tiere ohne Antibiotika aufziehen und halten zu können.« Dr. Rupert Ebner, Tierarzt für Tiere in der Landwirtschaft und Autor des Buches »Pillen vor die Säue«.

Fred Willitzkat: »Den Einsatz von Antibiotika in der industriellen Tierhaltung müssen wir in der Veterinärmedizin stark reduzieren, wollen wir diese wertvolle Medikamentengruppe nicht verlieren. Zur Tiergesundheit gehört auch die Reform der heute dominierenden Tierzucht und -haltung. Tierbesatzdichten und -bestände sind deutlich zu reduzieren. Und auch im Haustiersektor erfordert nicht jede Krankheit, nicht jede Operation eine Antibiose. Ganz im Gegenteil: gerade ohne Antibiotika lassen sich oftmals sehr viel bessere Behandlungserfolge erzielen als mit.« Dr. Fred R. Willitzkat, praktizierender Tierarzt, Vorsitzender von »Tierärzte im Notdienst International«.

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