#Brands #Kultur #Check: Rezension von »Arsen und Spitzenhäubchen« im »#Mondpalast« Wanne Eickel
#Lippstadt, 2.August 2026
Manchmal lassen die Bretter, die die Welt bedeuten, Träume und Visionen wahr werden so auch im Falle »Arsen und Spitzenhäubchen« im »Mondpalast« in Wanne Eickel.
Schauspielerin Astrid Breitbach, die zum festen Ensemble des »Mondpalasts« gehört, hatte die Idee, den #Hollywood #Klassiker mit Cary Grant in einer »Mondpalast« Variante aufzuführen und wir waren mehr als gespannt, wie diese Umsetzung unter der Regie von Thos Renneberg, der mit diesem Stück sein Regiedebüt im »Mondpalast« gab, gelungen ist.
Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Abby und Martha Brewster, die auf den ersten Blick kaum liebenswerter sein könnten. Hilfsbereit, herzlich und fürsorglich kümmern sie sich um einsame Herren – allerdings auf ihre ganz eigene, höchst ungewöhnliche Art. Als ihr Neffe Mortimer ein düsteres Familiengeheimnis entdeckt, gerät dessen geordnetes Leben schlagartig aus den Fugen und plötzlich gerät auch er in Gefahr.
Astrid Breidbach (Abby) und Aless Wiesemann (Martha) überzeugen in den Rollen der beiden Schwestern, die mit ihrer Unbekümmertheit und mit dem Selbstverständnis ihres Handelns gerade ihren Neffen Mortimer (Robert Zimmermann) schier in den Wahnsinn treiben. Diese Entwicklung seiner Figur bringt Robert Zimmermann absolut glaubhaft rüber und so manches Mal hat man schon Mitleid mit dem armen #Mortimer.
Das Timing der 3 in ihrem Zusammenspiel ist großartig. Damit ist natürlich nicht nur die Gegensätzlichkeit der Einstellung der drei Charaktere, sondern eben auch das Auftreten. Auf der einen Seite der hektische, gestenreich agierende Mortimer und auf der anderen Seite die beiden Schwestern Abby und Martha, die so gar nichts aus der Ruhe bringen kann. Das machen die drei Akteure auf der Bühne fantastisch.
Aber auch das Timing der beiden Schwestern untereinander gelingt hervorragend. Gerade immer dann, wenn die beiden wie aus einem Mund sprechen und man sich an die Beklommenheit aus »Der Besuch der alten Dame« erinnert fühlt. Hier agieren Astrid Breidbach und Aless Wiesemann sehr harmonisch aufeinander abgestimmt.
Das kann gerade im Fall von Aless Wiesemann nicht hoch genug geschätzt werden, übernimmt sie doch mit der Elaine Harper noch eine weitere prägnante Rolle im Stück. Elaine Harper ist es nämlich die die Auserwählte von Mortimer und kann mit den Geschehnissen rund um ihren Verlobten so rein gar nichts anfangen. Dieser verfällt nämlich im Bestreben, seine Tanten vor der #Polizei zu bewahren und dazu sein eigenes Leben zu retten, fast schon dem Wahnsinn.
Zwischen diesen beiden prägenden Rollen Martha Brewster und Elaine Harper hin und her zu switchen und dabei auch noch den Kostümwechsel durchzuführen, gelingt Aless Wiesemann unglaublich gut.
Überhaupt kommt das Stück mit 5 Schauspielern aus und das gelingt auch deshalb, weil die Akteure an vielen Stellen die Bühne verlassen und betreten können. Unter anderem durch den »Kellereingang« am Rande der #Bühne. #Küche, #Treppenhaus, #Kellereingang und #Haustür, das ist vom Szenenbild her sehr raffiniert gelöst.
Ab dem Zeitpunkt, wo Mortimer hinter das düstere Geheimnis seiner Tanten kommt, nimmt die rabenschwarze #Komödie richtig an Fahrt auf. Erst recht, als der lange verschollene Bruder Johnathan Brewster (Angelo Enghausen Micaela) mit dem dubiosen Schönheitschirurgen Dr. Einstein (Thos Renneberg) auftaucht und mit seinen dubiosen Machenschaften noch einmal für ein großes Durcheinander sorgt.
Regisseur Thos Renneberg übernahm für den im Urlaub weilenden Heiko Büscher die Rollen des Dr. Einstein und des Teddy Brewster und gerade in der Rolle des Teddy sorgt er für so manche kuriose Szene und einige Lacher.
Überhaupt ist es so, dass die Figuren dieses Theaterstücks so überzogen karikiert sind, dass es Dank dieser zahlreichen Skurrilitäten einfach Spaß macht, der Geschichte zu folgen. Und die Feinheiten des Ensembles in #Gestik und #Mimik runden das Bild eines rasanten Verwechslungsspiels mit Schwarzem #Humor, #Situationskomik und pointierten Dialogen ab.
Dazu kommt, dass das Stück oft auf einem Humor der Meta Ebene wandelt. Wenn Jonathan Brewster urplötzlich auf das Publikum zu sprechen kommt oder Mortimer Brewster in seiner Tätigkeit als Theaterkritiker über Theaterstücke spricht, die dem Publikum sehr wohl bekannt sein durften, hat das einen besonderen Pfiff.
Theaterdirektor Marvin Böttcher hatte bei seiner Begrüßung noch darauf hingewiesen, dass es auch ein Experiment sei, ein so bekanntes Stück auf eine Volkstheaterbühne zu bringen. Dieses Experiment ist zu 100 Prozent gelungen, auch weil eben viele Ruhrpottanleihen eingebaut wurden und damit der komplette »Mondpalast« Charme zum Tragen kommt.
Durch die Mehrfachbesetzung der 5 Schauspieler gelingt es aber auch, dass alle charakterlich vielschichtig reagieren können. So zeigen gerade Astrid Breidbach in der Rolle der Kommissarin Rooney und Aless Wiesemann in der Rolle der Wachtmeisterin O'Hara ihr ruhrpottkomödiantisches Talent. Zum Brüllen komisch.
Die #Spielfreude und #Spielharmonie des gesamten Ensembles machen aus diesem Stück einen wundervollen Theaterabend an dessen Ende sich das Publikum mit minutenlangen Standing Ovations bedankt.
Nach dem Ende der Vorstellung standen dann alle Schauspieler im Foyer auch noch für Fotos und Gespräche zur Verfügung. Das macht eben auch den besonderen Charme des »Mondpalastes« aus. Egal, ob festes Ensemble oder Gäste das alles hat einen professionell familiären Charakter, so dass man sich immer wieder wohlfühlt, im »Mondpalast« zu Gast zu sein.
Weitere Infos und Tickets gibt es online 🔗 …
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