#NOW #Kommentar: »Als Unternehmer bist du heute niemand mehr«

#Gütersloh, 22. Juni 2026

Als #Unternehmer bist du heute niemand mehr. Früher war das anders. Wer ein #Geschäft eröffnete, eine #Werkstatt übernahm, ein #Café aufmachte oder eine #Tankstelle pachtete, galt als jemand, der etwas auf die Beine stellte. Man übernahm #Verantwortung. Man schuf #Arbeitsplätze – und sei es der eigene. Man investierte eigenes #Geld. Man ging #Risiken ein.

Das wurde nicht immer bewundert. Aber es wurde respektiert.

Heute scheint etwas verlorengegangen zu sein.

Wenn heute irgendwo ein neuer Laden eröffnet, interessiert das oft kaum jemanden. Die #Kunden erwarten selbstverständlich #perfekte #Leistungen, niedrige #Preise und maximale #Verfügbarkeit. Die #Verwaltung sieht einen #Vorgang. Die #Bürokratie sieht ein #Aktenlage. Die #Politik sieht eine #Statistik. Die #Öffentlichkeit nimmt den #Unternehmer meist erst wahr, wenn etwas nicht funktioniert.

Der Mensch dahinter verschwindet.

Dabei ist #Unternehmertum eigentlich eine der seltsamsten Entscheidungen überhaupt.

Jemand investiert #Geld, #Zeit, #Energie und oft einen erheblichen Teil seines Lebens in eine Idee, von der niemand weiß, ob sie funktionieren wird. Er unterschreibt Mietverträge, kauft Waren, beschäftigt Mitarbeiter, übernimmt Haftungsrisiken und arbeitet häufig mehr Stunden als jeder Angestellte.

Und wofür?

Immer häufiger lautet die Antwort: für immer weniger #Anerkennung.

Viele Unternehmer berichten heute nicht zuerst von hohen #Kosten oder #Fachkräftemangel. Sie berichten von etwas anderem.

Von #Gleichgültigkeit.

Von dem Gefühl, dass niemand mehr versteht, warum sie das überhaupt machen.

Von dem Eindruck, ständig erklären und rechtfertigen zu müssen, warum ihr Unternehmen existiert.

Von Kunden, die jeden Cent verhandeln, aber selbstverständlich erwarten, dass jemand vor Ort erreichbar ist.

Von #Institutionen, die ständig neue #Anforderungen formulieren, aber kaum Interesse an den Menschen zeigen, die diese Anforderungen erfüllen sollen.

Von einer #Gesellschaft, die #Vielfalt, #Lebendigkeit und #Innenstädte fordert, aber oft dort einkauft, wo alles anonym, bequem und austauschbar geworden ist.

Das eigentliche Problem vieler Unternehmer ist deshalb vielleicht gar nicht wirtschaftlicher #Natur.

Es ist kultureller Natur.

Man nimmt sie nicht mehr ernst.

Nicht als #Gestalter.

Nicht als #Macher.

Nicht als Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Sondern häufig nur noch als #Anbieter einer #Dienstleistung oder von Waren und Produkten, die möglichst billig, möglichst schnell und möglichst reibungslos funktionieren sollen.

Dabei lebt jede Stadt von genau diesen Menschen.

Von denen, die morgens die #Rollläden hochziehen.

Von denen, die etwas #ausprobieren.

Von denen, die #investieren, obwohl niemand ihnen garantieren kann, dass sich die Investition jemals auszahlt.

Wenn diese Menschen verschwinden, verschwinden nicht nur #Geschäfte.

Dann verschwindet etwas viel Wertvolleres: Der Glaube daran, dass #Eigeninitiative überhaupt noch einen Platz in unserer Gesellschaft hat. Vielleicht sollte die Frage deshalb nicht lauten, warum immer mehr #Innenstädte Probleme haben. Vielleicht sollten wir uns fragen, warum überhaupt noch jemand bereit ist, dort ein Geschäft zu eröffnen, ein Unternehmen zu gründen, sich selbstständig zu machen.

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