#Brands #Kultur #Check: »Flurwoche – Zoff im Treppenhaus« im Mondpalast in Wanne Eickel

#Lippstadt, 18. Mai 2026

Nachdem wir von Freunden und Bekannten schon so viel Gutes über den #Mondpalast in Wanne Eickel gehört hatten, stand nun auch für uns der erste Besuch in diesem #Volkstheater an. Und man kann es schon vorwegschicken, dass sich der Mondpalast den Titel »Volkstheater« redlich verdient. Das Motto »Lach’ Dich glücklich« ist hier Programm. 

Ausgesucht hatten wir uns »#Flurwoche – Zoff im #Treppenhaus«, eine leidenschaftlich politisch unkorrekte Komödie über den urkomischen Alltagswahnsinn ruhrpöttischer Hausgemeinschaften.

Die Rolle des Hausmeisters Detlef Buschmann verkörpert Ekkehard Eumann. Und Eumann spielt die gute Seele des Hauses sehr glaubhaft. Hausmeister Buschmann ist stets hin und hergerissen zwischen dem Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben und der Tatsache, dass er ständig seiner Frau Sonja zur Seite springen muss, wenn die sich im Hause mal wieder über etwas aufregt. Und Sonja Buschmann, gespielt von Silke Volkner, regt sich über fast alles auf. Und bei jedem »Detlev!« aus ihrem Munde, verdreht das Publikum die Augen und hat Mitleid mit ihrem armen Mann.

An der Wohnung der Eheleute Buschmann muss jeder der im Haus ein und ausgeht vorbei und so bekommt die Hausmeistergattin einiges von der illustren Hausgemeinschaft mit.

Die einzige Person im Haus, die dem Hausmeisterehepaar die Stirn bietet ist Friedhelm Christ, den Axel Schönnenberg in Vertretung des Erkrankten Martin Zaik überragend verkörpert. Der knorrige Mitbewohner kündigt seine Auftritte auf der Bühne mit einem langgezogen Buuuuschmann an, gefolgt von urigen Schimpftiraden im Ruhrpottdialekt. Die Zuschauer haben ihre helle Freude an diesem Charakter und lassen sich von ihm gerne einbinden, wenn er minutenlanges Klingeln beim Hausmeister Ehepaar mit langgezogenen Buschmann Rufen unterstützt.

Dann wäre da der liebenswerte Computer Nerd und Single wider Willen Hans Peter Reinkes, gespielt von Heiko Büscher. Nur selten im Treppenhaus zu sehen und wenn, dann hat er nur Augen für seine italienische Nachbarin Marina Benetti (Melanie Linka) Und die beiden machen das im Zusammenspiel wirklich großartig. Natürlich fragt man sich als Zuschauer, ob sie am Ende vielleicht doch zueinanderfinden.

Doch zu Beginn ist die Hausgemeinschaft so zerstritten, dass man kaum zu glauben mag, dass hier überhaupt jemand auf einen Nenner kommt. So geraten die nationalbewusste Russlanddeutsche Hildegard Reichenberger (Susanne Fernkorn) und ihr polnischer Nachbar Jerzy Krapczyk (Thorsten Brunow) ständig aneinander, wobei sowohl Susanne Fernkorn als auch Thorsten Brunow ihre Figuren dermaßen überspitzt darstellen, dass es eine große Freude ist, wie die beiden sich ständig verbal duellieren.

Dabei sieht sich jedoch aber nicht nur Jerzy der gesamten Klaviatur an Vorurteilen ausgesetzt. Eigentlich versucht jedes Mitglied der Hausgemeinschaft den Ketten der Vorteile zu entfliehen. Aber das gesamte Ensemble versteht es, die Rollen auf den Punkt so zu spielen, dass die Mitglieder der Hausgemeinschaft jeder für sich zwar von Vorurteilen durchzogen ist, man ihnen dann aber auch auf andere Art und Weise nicht böse sein kann.

Wie ein Paradiesvogel bereichert Joeri Burger in der Rolle des homosexuellen Tobias Sellheim das Bühnenbild mit seinen Auftritten. Dabei wird das Publikum Zeuge seiner emotionalen #Ausbrüche und #Zusammenbrüche, die er am Telefon in Kontakt mit seinen Liebschaften erlebt. Fast hat man das Gefühl, dass er vom Geschehen im Haus am wenigsten mitbekommt, weil er ständig mit seinem #Handy beschäftigt ist. Aber nicht nur er fragt sich, was es eigentlich mit dem mysteriösen Unbekannten auf sich hat, der in unregelmäßigen Abständen im Treppenhaus auftaucht. Im zweiten Teil des Stücks wird das Rätsel um Wilhelm Hassow dann aufgeklärt, wobei René Schuttermair zu dieser Aufklärung in höchst amüsanter Art und Weise beiträgt. 

Das #Bühnenbild unterstreicht die Vorurteile mit denen diese Komödie spielt. So kann man schon am Eingangsbereich der Wohnungen erkennen, wer sich hinter der Wohnungstür verbirgt. Belebenes Element des Bühnenbildes ist natürlich die Treppe über die die Bewohner die Szenen betreten oder verlassen. Und in 2 Wohnungen kann man dabei sogar schauen, was wirklich gut gelöst ist.

Den ruhigen, zunächst eher desinteressierten Gegenpol in der Hausgemeinschaft bildet Astrid Breidbach in der Rolle der Hanife Gündüz. Sie wird zunächst einmal von der Hausgemeinschaft gemieden, weil kaum jemand zu glauben vermag, dass sie überhaupt die deutsche Sprache beherrscht.

Man sieht also, dass in dieser Hausgemeinschaft das Ruhrgebiet, wie es bleibt und lebt zum Vorschein kommt. Krasse Vorteile untereinander machen eine harmonische Hausgemeinschaft unmöglich. Doch als alle Bewohner des Hauses zeitgleich die Mitteilung erhalten, dass das Haus verkauft werden soll, schweißt dies die Hausgemeinschaft zusammen und plötzlich gewinnen die Zuschauer ein ganz anderes Bild von den Bewohnern.

Nach und nach gerät jedes Mitglied der Hausgemeinschaft in den Fokus der Erzählung, um im Scheinwerferlicht seine ganz eigene Vorgeschichte zu erzählen. Und hier gewinnt diese herausragend erzählte, unglaublich witzige Komödie eine ganz neue, sehr feine Facette, die man jedoch nicht als Bruch wahrnimmt, sondern die sehr feinfühlig eingewoben wird. Und wenn am Ende Hausmeister Buschmann in »Ein ehrenwertes Haus« einstimmt, dann hat man als Zuschauer wirklich fast das Gefühl, inzwischen auch Teil der #Hausgemeinschaft zu sein.

Und die Zuschauer im Mondpalast haben auch an diesem Abend ein sehr feines Gespür. Sparte man zuvor nicht mit tosendem Szenenapplaus, sind in den nachdenklichen Momenten alle ganz still. Und so gewinnt man auch mal einen Blick hinter die Maske der Klischees.

Wie es am Ende ausgeht und ob der drohende Verlust des Zuhauses vielleicht doch noch abgewendet werden kann, lasse ich an dieser Stelle mal offen. Sollte jeder auf jeden Fall mal selbst anschauen.

Am Ende dieses wundervollen Abends gibt es minutenlangen Applaus und wohl verdiente Standing Ovations für das Ensemble, den man an diesem Abend die unbändige Spielfreude anmerkt und das das Publikum über die gesamte Spielzeit zu begeistern wusste.

Wir haben uns bei unserem ersten Abend im Mondpalast schon wie zu Hause gefühlt. Das geht bei der Begrüßung durch Theaterchef Marvin Böttcher los, setzt sich durch das aufmerksame und unglaublich freundliche Mitarbeiter und Mitarbeiter fort und findet in dem fantastischen Ensemble seinen Höhepunkt, wobei einige Mitglieder des Ensembles nach dem Stück noch für Fotos, Autogramme und Gespräche im Foyer zur Verfügung standen.

Vielen Dank an dieser Stelle übrigens an Liane von der »#Mondpalastkurve«, dem ersten und einzigen Fanclub des Mondpalastes, die mir bei den Rollennamen und der Rollenbesetzung geholfen hat. Vielen Dank dafür.

Wer nun also »Flurwoche – Zoff im Treppenhaus« sehen möchte, hat an den folgenden Terminen noch die Gelegenheit dazu …

  • 10. Juli 2026, 20 Uhr
  • 11. Juli 2026, 20 Uhr
  • 12. Juli 2026, 17 Uhr
  • 23. Oktober 2026, 20 Uhr
  • 24. Oktober 2026, 20 Uhr
  • 25. Oktober 2026, 17 Uhr

Weitere Infos zum weiteren Programm des Mondpalastes gibt es online 🔗 …

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