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ZDF Politbarometer Mai 2022. Union und »Grüne« legen deutlich zu. SPD und FDP verlieren

Große Zustimmung zu NATO Beitritt von Finnland und Schweden.

Lesedauer 3 Minuten, 47 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 20. Mai 2022, DOI: https://www.guetsel.de/content/43483/6962542.html
ZDF Politbarometer Mai 2022. Union und »Grüne« legen deutlich zu. SPD und FDP verlieren
Projektion: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre. Grafik: Forschungsgruppe Wahlen, ZDF

#ZDF #Politbarometer Mai 2022. Union und »Grüne« legen deutlich zu. SPD und FDP verlieren

  • Große Zustimmung zu #NATO Beitritt von Finnland und Schweden

Mainz (ots)

Nach den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen haben die dortigen Wahlverlierer SPD und FDP auch in der #Politbarometer Projektion Einbußen. CDU und CSU und »Grüne« können sich dagegen klar verbessern. Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die SPD auf 22 Prozent (minus 3), ihren schlechtesten und die CDU und CSU auf 26 Prozent (plus 3), ihren besten Wert in dieser Legislaturperiode. Die Grünen erhielten mit 24 Prozent (plus 3) die höchste Zustimmung seit einem Jahr und die FDP erreichte nur noch 7 Prozent (minus 2). Eine andere Partei läge bei 10 Prozent (minus 1), die Linke bliebe bei 4 Prozent und die anderen Parteien kämen zusammen unverändert auf 7 Prozent, darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde.

Top Ten, Habeck und Baerbock mit Bestnoten

Bei der Beurteilung nach #Sympathie und #Leistung (»Was halten Sie von?«) der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politiker und Politikerinnen liegt Robert Habeck weiterhin auf Platz 1. Er erhält auf der Skala von plus 5 bis minus 5 einen Durchschnittswert von 2,1 (April II 1,9), sein persönlicher Bestwert. Auch Annalena Baerbock erreicht mit 1,9 (1,4) und großen Zugewinnen ihren bisher besten Wert. Auf Platz 3 kommt Olaf Scholz mit 1,1 (1,1). Danach folgen Cem Özdemir mit 1,0 (1,0), Karl Lauterbach mit 0,6 (0,6) und Christian Lindner mit 0,5 (0,7). Friedrich Merz kann sich mit 0,2 (minus 0,1) verbessern, ebenso Markus Söder mit 0,1 (minus 0,1). Im Negativbereich haben Sahra Wagenknecht mit minus 0,5 (minus 0,9) und Christine Lambrecht mit minus 0,8 (minus 0,4) die Plätze getauscht.

Zufriedenheit mit Arbeit der Bundesregierung

Insgesamt fällt die Bewertung der Bundesregierung, ebenfalls gemessen auf der Skala von plus 5 bis minus 5, mit einem Durchschnittswert von 1,0 zwar ähnlich aus wie Ende April (April II 0,9), zwischen den Regierungsparteien gibt es aber jetzt sichtbare Unterschiede in der Leistungsbeurteilung. So werden die Grünen deutlich verbessert mit 1,3 eingestuft (0,9), die SPD kommt auf 0,7 (0,8) und die FDP nur auf 0,2 (0,5). Wenig Zweifel gibt es am Fortbestehen der Ampel, nur 20 Prozent rechnen mit einem vorzeitigen Bruch der Koalition. 74 Prozent gehen davon aus, dass die Regierung bis zur nächsten Bundestagswahl im Herbst 2025 bestehen bleibt (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils »weiß nicht«).

In der #Ukraine #Krise äußern die Befragten erneut mehr Zufriedenheit mit dem Vizekanzler und der Außenministerin als mit dem Kanzler. Für 74 Prozent macht Annalena Baerbock ihre Sache hier gut (schlecht 20 Prozent), für 67 Prozent Robert Habeck (schlecht 18 Prozent) und nur die Hälfte (50 Prozent) bescheinigt Olaf Scholz in der Ukraine Krise gute Arbeit (schlecht 41 Prozent).

Waffenlieferungen an die Ukraine

Die Lieferung schwerer Waffen, wie zum Beispiel Panzer, an die Ukraine findet weiterhin eine Mehrheit (58 Prozent, April II 56 Prozent) der Befragten richtig, 34 Prozent (39 Prozent) sprechen sich dagegen aus. Dabei befürworten Befragte im Westen (62 Prozent) Waffenlieferungen wesentlich häufiger als Befragte im Osten (41 Prozent).

NATO Beitritt von Finnland und Schweden

Finnland und Schweden haben die Aufnahme in die NATO beantragt. Eine große Mehrheit der Befragten (81 Prozent) findet es gut, wenn die beiden skandinavischen Länder Mitglieder des Verteidigungsbündnisses werden (dagegen 13 Prozent). Auch die Anhängerschaften aller Parteien unterstützen das mit unterschiedlich großen Mehrheiten.

Mehr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien

Der Ausbau erneuerbarer Energien geht 64 Prozent und damit geringfügig mehr Befragten als vor 3 Jahren (Juni I 2019: 60 Prozent) zu langsam, für 23 Prozent (30 Prozent) ist das gerade richtig und nur für 10 Prozent (6 Prozent) erfolgt der Ausbau der Erneuerbaren zu schnell. Mit Ausnahme der Anhängerschaft einer Parteo fordern Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen hier mehr Tempo. Bei der für Windkraftanlagen zurzeit diskutierten Verringerung von Abständen zwischen Windrädern und Wohnbebauung herrscht jedoch eher Zurückhaltung. Nur 36 Prozent sind für eine Reduzierung der derzeit zulässigen Abstände, um mehr Anlagen bauen zu können. Eine Mehrheit von 57 Prozent will bei den bisherigen Regelungen bleiben. Lediglich bei den Anhängern der »Grünen« ist eine knappe Mehrheit (54 Prozent) für geringere Abstände zwischen Windrädern und Häusern.

Gesundheitsgefährdung durch Corona

Die Sorge um die eigene Gesundheit wegen des Coronavirus ist auf einen Tiefststand gesunken. Nur noch 30 Prozent (April II 36 Prozent) sehen darin für sich ein Risiko, 63 Prozent (56 Prozent) halten ihre #Gesundheit für nicht gefährdet. 

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 17. bis 19. Mai 2022 bei 1.162 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund plus minus 3 Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund plus minus 2 Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: SPD 23 Prozent, CDU und CSU 28 Prozent, »Grüne« 32 Prozent, FDP 6 Prozent, eine Partei 5 Prozent, »Linke« 3 Prozent. Das nächste bundesweite Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 17. Juni 2022.

Informationen zur Methodik der #Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen #online.

Forschungsgruppe Wahlen Online

Salenti

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