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Mit Ü40, FOM Student wagt Neuanfang im sozialen Bereich

»Die Arbeit mit Menschen gibt mir unglaublich viel zurück«.

Lesedauer 4 Minuten, 12 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 24. Januar 2022, DOI: https://www.guetsel.de/content/35320/8366222.html
Mit Ü40, FOM Student wagt Neuanfang im sozialen Bereich
Spiros Katsaounis (42) studiert »Soziale Arbeit« (B. A.) an der FOM in Gütersloh, seit April 2021 ist der gelernte Medientechnologe als Sozialarbeiter bei einer ambulanten Wohnbetreuung tätig. Foto: Privat

Mit Ü40, FOM Student wagt Neuanfang im sozialen Bereich

  • »Die Arbeit mit Menschen gibt mir unglaublich viel zurück«

Es ist morgens halb neun in Gütersloh. Spiros Katsaounis macht sich auf den Weg zu seinem ersten von fünf Hausbesuchen. Wie immer mit dabei: ein dicker Hefter voll mit Biographien, Protokollen und Kontaktadressen. »In dieser Mappe ist quasi das Leben meiner Klienten komprimiert«, erklärt der 42-Jährige. »Jedes unserer Treffen wird schriftlich festgehalten.« Spiros ist Sozialarbeiter bei einer ambulanten Wohnbetreuung, unterstützt Menschen bei der Wiedereingliederung in einen geregelten Alltag. Seine Klientinnen und Klienten haben eine stationäre Behandlung hinter sich, meist aufgrund von Suchtproblemen oder einer psychischen Erkrankung. »Wir entwickeln gemeinsam Ziele, für die ich einen Maßnahmenplan erstelle. Ich helfe dann unter anderem bei Anträgen, halte Kontakt zu #Ärzten, begleite bei Terminen … manchmal geht es auch einfach darum, Gesellschaft zu leisten, zu reden«, so der Gütersloher. Und ergänzt: »Beruf kommt von Berufung – die habe ich in der Sozialen Arbeit gefunden.« Das sah lange Zeit anders aus: Spiros ist nämlich Quereinsteiger, arbeitete zuvor 25 Jahre in der Druckindustrie. 2019 wagte er den Neuanfang – mit einem berufsbegleitenden Studium an der #FOM #Hochschule.

Jobwechsel? Zu riskant!

Spiros Katsaounis kommt aus einer klassischen Arbeiterfamilie. Abi machen und dann studieren? Das stand für den früheren Gesamtschüler nicht zur Debatte. Nach der 10. Klasse durchlief er eine Ausbildung zum Medientechnologen, es folgte die Übernahme in der Print-Produktion. Der Job machte ihm zunächst Spaß, mit den Jahren merkte er jedoch, dass ihm irgendetwas fehlt. »Ich bin dann eine dreijährige, berufsbegleitende Weiterbildung zum Industriemeister angegangen. Mit dem Meister Titel in der Tasche habe ich mich auf eine Leitungsposition beworben – jedoch erfolglos. Das war ein echter Rückschlag für mich«, blickt er heute zurück. Spiros spielte danach öfters mit dem Gedanken einer beruflichen Neuorientierung – verwarf ihn jedoch jedes Mal wieder. »Mir fehlte lange Zeit einfach der Mut, etwas Neues zu wagen«, gibt der gebürtige Gütersloher heute zu. Doch das sollte sich im Sommer 2019 ändern. »Ich war jetzt 40 und mir mittlerweile sicher, dass ich nicht bis zur Rente in meinem gelernten Beruf arbeiten will. Und nutzte einen Familienurlaub, in mich zu gehen.«

Eintrittskarte, Meister Titel

Spiros Katsaounis beschäftigte sich also noch einmal intensiv mit seiner Zukunft, fragte sich: Worin bin ich gut? Was macht mir Spaß? »Ich war bereits seit vielen Jahren ehrenamtlicher Trainer von Fußballmannschaften, und zwar für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Migrationshintergrund. Dabei ging es nie nur ums Kicken. Sondern auch darum, ein offenes Ohr zu haben, Perspektiven aufzuzeigen. Das alles hat mir immer sehr viel zurückgegeben – darauf wollte ich aufbauen.« Er recherchierte im Netz nach Weiterbildungsangeboten im sozialen Bereich – und stieß dabei auf den berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang »Soziale Arbeit« (B. A.) an der FOM in Gütersloh. »Nach einem langen Gespräch mit der Studienberatung wusste ich: Das ist es. Ich würde neben dem Beruf studieren, müsste nicht kündigen. Es schien mir alles wie eine Fügung: Ich hatte ja kein Abitur. Doch meine Meister-Ausbildung – von der ich glaubte, dass sie für mich wertlos sei – war plötzlich meine Eintrittskarte in ein Studium.«

Das #Herz in die Hand genommen

Heute, knapp zweieinhalb Jahre später, absolviert Spiros Katsaounis bereits sein fünftes Semester. Dass er der älteste Student im (aktuell virtuellen) Hörsaal ist? Für den FOM Studenten kein Problem. »Wir sind eine tolle Gruppe, das Alter spielt hier überhaupt keine Rolle. Klar können die Jüngeren bestimmt schneller denken – dafür kann ich mit meiner Lebenserfahrung punkten«, lacht der 42 Jährige, der mit seiner Studienwahl nach wie vor glücklich ist. »Das Studium bereitet auf verschiedenste Tätigkeiten im sozialen Bereich vor. Die Vorlesungen sind an der konkreten beruflichen Praxis ausgerichtet, die Inhalte greifbar – das ist unglaublich viel wert.« Dass er allerdings noch vor Studienabschluss in der Sozialen Arbeit durchstarten würde, damit hatte der Industriemeister nicht gerechnet: »Ich konnte eine 14-monatige Elternzeit nehmen und habe einen Teil davon für ein Praktikum bei einem freien Träger genutzt – meinem heutigen Arbeitgeber. Nach drei Monaten bekam ich dann das Angebot, im April 2021 als Sozialarbeiter einzusteigen. Klar fragte ich mich: Soll ich jetzt wirklich meinen Job aufgeben – nach 25 Jahren Betriebszugehörigkeit? Mit Ü40 und als Vater zweier kleiner Kinder? Doch ich spürte einfach, dass ich in den sozialen Bereich gehöre. Also habe ich mein Herz in die Hand genommen und zugesagt. Nach Studienabschluss erhalte ich dann die staatliche Anerkennung.«
 
»Es ist nie zu spät«

Heute weiß Spiros Katsaounis: Das Studium und der berufliche Neuanfang waren die besten Entscheidungen seines Lebens. Natürlich sei der Job manchmal hart, vor allem aufgrund der persönlichen Schicksale, mit denen er tagtäglich in Berührung komme: »Sucht, Psychosen, Gewalt – man muss schon damit umgehen können. Auch ich kann die Arbeit nicht immer von mir abschütteln, lag nachts schon mal wach. Mir helfen dann vor allem Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen.« Doch der #FOM #Student ist sich sicher: Mit der Sozialen Arbeit hat er seine Berufung gefunden. »Seit Beginn des Studiums habe ich mich ein ganzes Stück weiterentwickelt. Ich bin gefestigter, habe viel mehr Selbstvertrauen, bin wissensdurstig. Anderen Menschen helfen zu können, und sei es nur mit kleinen Schritten – das gibt unglaublich viel zurück. Ich kann daher nur jedem sagen: Es ist nie zu spät für den zweiten beruflichen Frühling!«

Salenti

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