Pineca Sauna

LWL: Mittelalterliches Bootswrack geht auf die Reise, Konservierung dauert Jahre

Das mittelalterliche Bootswrack, das 2019 entdeckt und 2020 aus der Lippe bei Lippetal-Herzfeld (Kreis Soest) geborgen wurde, geht auf die Reise nach Schleswig-Holstein.

Lesedauer 3 Minuten, 3 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 18. Januar 2022, DOI: https://www.guetsel.de/content/34822/1598149.html
LWL: Mittelalterliches Bootswrack geht auf die Reise, Konservierung dauert Jahre
Dendro Archäologe Dr. Thorsten Westphal benötigt zur weiteren Altersbestimmung gut sichtbare Jahrringe - wie sie hier gut erkennbar sind. Foto: A. Weil Helmbold, LWL

LWL: Mittelalterliches Bootswrack geht auf die Reise, Konservierung dauert Jahre

Münster (lwl) Das mittelalterliche Bootswrack, das 2019 entdeckt und 2020 aus der Lippe bei Lippetal-Herzfeld (Kreis Soest) geborgen wurde, geht auf die Reise nach Schleswig-Holstein. Dort soll das 850 Jahre alte Wrack in den großen Konservierungsbecken des Museums für Archäologie Schloss Gottorf mehrere Jahre lang konserviert werden.

Die Archäolog:innen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und das Team um den Unterwasserarchäologen Dr. Martin Mainberger aus Staufen im Breisgau hatten die Reste mit schwerem Gerät und unter hohem Aufwand geborgen und intensiv untersucht. Seit November 2020 lagert das alte Eichenholz in den Restaurierungswerkstätten der #LWL #Archäologie für Westfalen in Münster. Am Dienstag, 18. Januar 2022, wird es nach Schleswig transportiert. 

»Große Bedeutung für Westfalen«

»Der Fund des Wracks ist auch drei Jahre nach seiner Entdeckung immer noch hoch faszinierend und von großer Bedeutung für die Archäologie Westfalens. Wir werden in den kommenden Jahren noch viele Geheimnisse lüften können, denn die Forschungsarbeit hat gerade erst begonnen«, sagt LWL Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

Seitdem das Holz aus den Tiefen der Lippe geborgen wurde, sind zahlreiche Untersuchungen durchgeführt worden. Schnell waren die Expert:innen sich darüber einig, dass eine umfangreiche Konservierung durch Fachleute nötig sein wird. 

Prof. Michael Baales, Leiter der LWL-Archäologie-Außenstelle in Olpe, begleitet das Wrack seit seiner Entdeckung: »Es hat erste Analysen der Moose aus der Kalfatmasse gegeben, also der Dichtmasse zwischen den Fugen der einzelnen Planken«, so Baales. Offenbar kamen für die Herstellung dieser Dichtmasse mehrere Moosarten zum Einsatz, die damals noch in Westfalen heimisch waren. Das spreche für den Bau des Bootes hier in Westfalen, so die erste Einschätzung.

Zudem hat es weitere Untersuchungen zur Altersbestimmung des Holzes gegeben: »Die ersten Datierungen wiesen ja auf die Mitte des 12. Jahrhunderts als Bauzeit. Das konnte durch die Analyse weiterer Holzproben bestätigt werden«, sagt Baales. 

Dr. Thorsten Westphal, Dendroarchäologe von der Universität zu Köln, konnte ermitteln, dass die Eichen zwischen 1132 und 1164 gefällt wurden. Auch ein Stück Holz, dass in einer großen Seitenplanke, eingesetzt worden war, liegt mit einem Fälljahr von 1147 ziemlich genau in der Mitte.

Dieses eingesetzte Holzstück haben die Fachleute bisher als Reparaturmaßnahme interpretiert, aber nach den aktuellen Untersuchungen ist man auch hier schlauer: »Zu vermuten ist, dass gut gelagerte Eichen verbaut wurden und dass der vermeintliche Reparatureinsatz gar keiner ist, sondern eine von vornhinein problematische Wuchsstelle in der Eiche für die Seitenplanke verbessert wurde«, erklärt Baales.

Konservierung im Becken

Seit die Hölzer im Restaurierungslabor des LWL angekommen sind, kümmert sich Chef-Restaurator Sebastian Pechtold um das Wrack: »Das Holz wurde hier in Leitungswasser gelagert, um es bis zum Transport zu den Kollegen in Schleswig fit zu halten«, sagt Pechtold. Nun soll das Wrack dort, in den großen Konservierungsbecken des Museums für Archäologie Schloss Gottorf, über mehrere Jahre konserviert werden. Pechtold: »Dazu sind hohe und weite Räume mit großen Becken und Hebeeinrichtungen nötig, und wir freuen uns über die Unterstützung.« Er selbst begleitet die Bootsteile bei ihrem Transport in einem 7,5 Tonner in den Norden. »Wo und wie das Wrack nach seiner Konservierung einmal ausgestellt werden wird, steht noch nicht fest. Sicher ist aber, dass es für die Westfalen und Westfälinnen zugänglich gemacht werden soll«, so Rüschoff-Parzinger.

Allerdings stehen erst noch ein paar weitere Untersuchungen an: Anhand der Wuchsmuster des Holzes hoffen die Fachleute rekonstruieren zu können, welche Teile aus den Eichenstämmen zum Bau des Bootes genutzt wurden. Baales: »Das würde uns mehr Informationen über die Baugeschichte des Lippeschiffes bringen«. Außerdem erhofft sich das Team weitere Erkenntnisse aus anstehenden Pollenanalysen durch die Universität Köln. Dann könnten sich Fragen zum botanischen Umfeld der Wuchsstandorte der genutzten Moose klären: Wie hat die #Umwelt vor rund 850 Jahren ausgesehen, als die #Menschen in den westfälischen #Wald gingen, um die Eichen für das Lippeboot zu schlagen?

Salenti

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Top Thema Gütersloh
Kreis Gütersloh, Umsetzung der neuen Trinkwasserverordnung, 3.000 Brunnen der Kategorie B sind jetzt an der Reihe

Der Kreis Gütersloh startet im kommenden Monat mit der Umsetzung der neuen Trinkwasserverordnung bei rund 3.000 Hauswasserbrunnen der Kategorie B mehr …
Anzeige: Lesetipps für Gütersloh, “A Biblical Recipe for Marital Success”

Counseling is a significant aspect of pastoring, and marriage counseling is the most common form of counseling for many clergy. To address the needs of husbands who come to him for marriage counseling, Pastor Scott LaPierre says the first thing he looks at is the man’s relationship with Christ mehr …
Gütersloh, TV Isselhorst darf unter strikten Auflagen bis zum Saisonende in der Sporthalle trainieren und spielen

Stadtverwaltung hebt Hallennutzungsverbot auf, ausschließlich Spiel- und Trainingsbetrieb unter Ausschluss der Öffentlichkeit mehr …

Informationen in Gütersloh aktuell


Gütersloh, Informationen, Münster

Münster, Durchbruch für Musik Campus

Anzeigen: Unternehmen in Gütersloh


LogoLogoLogoLogoLogoLogo
 

Online Marketing Choice Award
Selection Online Competence Excellence
Alliance Design Award Gold
blacksand inc.
Third Place
EUQ CERT
IHK
HDE Handelsverband Deutschland
AOK die Gesundheitskasse
Deutscher Fachjournalisten Verband
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
Bundesvereinigung City und Stadtmarketing Deutschland
Digitaler Ort NRW
                                                              

AppStore       Playstore

Bloggerei.de   TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis, Blog Top Liste

© 2001 bis 2022 Christian Schröter AGD