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Das Licht- und Luftbad »Wapelbad« in Gütersloh

Vespermahlzeiten, Erfrischungen und kühles Nass für wehe Füße erwarten den müden Wanderer wie den Erholungssuchenden im Licht- und Luftbad an der Wapel

Lesedauer 7 Minuten, 21 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 26. September 2021
Das Licht- und Luftbad »Wapelbad« in Gütersloh

Die Geschichte des Wapelbades reicht zurück bis in das Jahr 1925. Damals beschloss der Magistrat der Stadt Gütersloh die »Einrichtung einer Badegelegenheit an der Wapel«. Da die Stadt jedoch über kein Grundeigentum verfügte, wurde per Vertrag vom 8.Juni 1925 ein Wiesengrundstück für die Errichtung eines Freibades von dem Kolon Kollmeyer angepachtet.

Die Liegewiese umfasste eine Fläche von zunächst 1.200 Quadratmetern, später wurde das Areal auf 3.900 Quadratmeter erweitert. Der Betrieb des Freibades bedufte darüber hinaus der Genehmigung durch die Wapelgenossenschaft.

Auf den Antrag der Stadt nahm diese wie folgt Stellung: »Auf das gefällige Schreiben vom 11. Juni dieses Jahres betreff vor dem Stau in der Wapel auf dem Grundstück des Kolons Kollmeyer, erwidern wir ergebenst, dass wir nach den in den letzten Jahren mit dem Baden an der genannten Stelle gemachten sehr üblen Erfahrungen nur mit den größten Bedenken dem dortigen Antrage näher treten können, dass wir aber andererseits aus sozialen Gründen und mit Rücksicht auf die gesundheitlichen Vorteile, die ein häufigeres Baden, besonders in der warmen Jahreszeit mit sich bringt, dennoch bereit sind, unsere Zustimmung auf jederzeitigen Widerruf zu erteilen«. Anfangs gab es zwei geschlossene Gruppenumkleiden für Frauen und Männer. Einzelkabinen gab es erst ab 1933. Der Badebetrieb war daher so geregelt, dass das Bad an zwei Tagen pro Woche für Frauen und an den übrigen Tagen für Männer freigegeben wurde.

In der Magistratssitzung vom 6. September 1926 wurde dazu ausgeführt: »Es soll nicht gestattet werden, dass im Freibad an der Wapel Jungen und Mädchen, auch wenn sie von den Lehrern beaufsichtigt werden, gemeinsam baden«. 1932 wurden die Baumgruppen gepflanzt, eine Trinkwasseranlage installiert und der Weg zum Wapelbad befestigt.

1933 wurde das #Wapelbad umfangreich ausgebaut und erweitert. Die Liegewiese wurde auf 5.300 Quadratmeter vergrößert und ein separates Planschbecken geschaffen. Gebaut wurde ein Kassenhäuschen, eine Umkleideanlage mit Toiletten, ein #Kiosk und ein #Wohnhaus. Bei dem Wapelbad handelte es sich um einen gestauten Abschnitt der #Wapel, dessen eine Seite betoniert wurde, während auf der anderen Seite das natürliche Flussufer bestehen blieb. Die Wassertiefe lag zwischen einem und anderthalb Metern. Die Frischwasserzufuhr war so geregelt, dass abends nach Ende des Badebetriebes das gestaute Wasser zum größten Teil abgelassen wurde. Einrichtungen für eine Aufbereitung und Desinfektion des Wassers waren nicht vorhanden.

Die zunehmende Industrialisierung, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, führte auch in #Gütersloh zu einer steigenden Verunreinigung der Gewässer. Im August 1952 kommt das Hygienisch-Bakteriologische Institut Bielefeld (HBI) bezüglich der Qualität des Wapelwassers zu folgenden Festestellungen: »Bezüglich der Wasserqualität ergeben sich Bedenken, die bei jedem offenen Flusslauf bestehen. Eine Verunreinigung der Wapel oberhalb des Bades lässt sich nicht mit Sicherheit vermeiden. Eine starke Anreicherung von Keimen bei stärkerer Benutzung ist immer gegeben. Für eine so starke Benutzung, wie sie angegeben wurde, ist die Badeanstalt auf keinen Fall geeignet. In Zeiten erhöhter Seuchengefahr müssen überhaupt grundsätzliche Bedenken gegen die Benutzung des Bades erhoben werden«.

Der Stadtdirektor der Stadt Gütersloh ordnet daraufhin per Verfügung vom 19. August 1952 an: Auf Grund der Polizeiverordnung zur Bekämpfung der Kinderlähmung im Regierungsbezirk Detmold vom 15. August 1952, Paragraph Eins, ist das Baden im Wapelbad ab sofort zu untersagen. Der #Bademeister des Wapelbades ist sofort in diesem Sinne zu unterrichten. An das Bauamt ist zu schreiben und um Anfertigung eines Verbotsschildes zu bitten, welches am Wapelbad sofort angebracht werden muss. Um dies zu beschleunigen, ist telefonisch schon mit dem Bauamt zu sprechen. In den folgenden Jahren war für das Wapelbad wohl kein durchgehender Badebetrieb möglich.

Nachdem aber die Abwässer der Raststätte Gütersloh nicht mehr in den Wiedeybach eingeleitet wurden, stellte das HBI am 18. Juni 1957 fest, dass gegen eine sofortige Öffnung des Bades keine Bedenken bestünden. Anfang der 60er-Jahre trat jedoch eine weitere Verschlechterung der Wasserqualität ein, sodass der Badebetrieb 1967 endgültig eingestellt werden musste. Das Wapelbad wird seitdem als Licht- und Luftbad genutzt und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Das vorhandene Planschbecken, das mit Brunnenwasser gespeist wird, ist nicht nur bei kleinen Kindern beliebt; auch mancher Erwachsener nimmt hier gerne eine kleine Erfrischung.

Bis 1991 betreute Maria Brummert gemeinsam mit Resi Schürmann die Anlage als Pächterin des Kiosk. In dieser Zeit verzeichnet die Speisekarte als besondere Spezialität den »Wapel-Stern«, der nach eigenem Rezept gebacken wurde und sowohl heiß als kalt gleich köstlich schmeckte. Die Wapelsterne wurden weit über die Grenzen Güterslohs hinaus bekannt und galten hier als »Gütersloher Nationalgericht«. Beide Pächterinnen wurden am Ende der Pachtzeit, Ostern 1992, nachdem sie 15 Jahre lang hinter der Theke des Kiosk gestanden hatten, offiziell verabschiedet. In den Jahren 2003/2004 bemühte sich der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, das Wapelbad unter Denkmalschutz zu stellen. Nachdem die Stadt Gütersloh jedoch Anfang 2004 einer Unterschutzstellung widersprochen hatte, wurde die Angelegenheit nicht weiter verfolgt.

Ab 2007 wurde das Wapelbad durch den zwischenzeitlich gegründeten »Förderverein Wapelbad« umfangreich renoviert. Seitdem liegt auch der Betrieb des Bades in den Sommermonaten in den Händen des Fördervereins. Im Bereich des Freibades wird der Vorfluter, die Wapel, im Bereich des Oberwassers zu der Wehranlage durch Ortbetonwände gefasst. In der nordwestlichen Betonwand ist diese in einem Teilbereich bankartig ausgeführt. Die Höhe dieser »Bank« entspricht der Einstauhöhe der Wapel. Für den Bereich der südöstlichen Betonwand kann eine vergleichbare Anlage angenommen werden. Entsprechend der Ausbauplanung des Büros Wittenberg aus dem Jahre 1962 für die Wapel ist in 19+30 eine bestehende Wehranlage mit drei Schüttöffnungen (zwei mal 2,80 Meter und einmal 2,90 Meter) nachgewiesen.

In dem Entwurf des Büros Hippe aus der Mitte der 1970er-Jahre ist in dem entsprechenden Längenschnitt der handschriftliche Hinweis: neu zu errichten. Dies läßt die Annahme zu, dass die heutige Wehranlage mit ihren beiden gleich breiten Schüttöffnungen um 1976 errichtet wurde. Der Grundkörper der heutigen Wehranlage ist aus Ortbeton hergestellt. Die Wehranlage selber besteht aus zwei gleich breiten Fluföffnungen mit Doppelzugschütttafeln. Diese Schütttafeln Werden über Zahnstangen gehoben oder gesenkt und sind in U-Profilen geführt. Der Überbau der Wehranlage besteht aus zum Teil verschweißten Profileisen mit angschraubten Zahnstangengetrieben der Maschinenfabrik B. Maier KG Brackwede.

Direkt am Eingang links neben dem Weg giebelständiger, eingeschossiger Fachwerkbau mit vollständig vertikal verbretterten Wänden. Satteldach als einfacher Sparrendachstuhl mit Dachüberstand und Pappedeckung, die Giebelverbretterung ist mit einer Tropfzahnung versehen. Ostgiebel mit zwei Fensteröffnungen, verschließbar durch jeweils einflügelige Klappen, davor Ablagebrett auf einfachen Konsolen. An der nördlichen Traufseite befindet sich die Eingangstür, das rückwärtige (westliche) Giebeldreieck hat eine Klappe zur Beschickung des Dachraumes. Das Gebäude hat einen weißen Anstrich (Ölfarbe), der Sockel wurde dunkel gestrichen. In der südöstlichen Ecke der weitläufigen Liegewiese parallel zur östlichen Grundstücksgrenze befindlicher schmaler und langgestreckter Fachwerkbau mit horizontaler Verbretterung. Durch seitliche kurze Anbauten, wie der Hauptbaukörper unter, entsteht eine gleichsam dreiflügelige Anlage, die sich zur Wiese hin öffnet.

Der auf der gesamten Länge der Innenseite weite Überstand des flachgeneigten Walmdaches mit Pappebelag liegt auf regelmäßig angeordneten Stützen mit Kopfband-Aussteifungen. Mittig sind Toiletten für Männer und Frauen angeordnet, an die sich rechts (für Frauen) und links (für Männer) Umkleidekabinen anschließen. Diese sind noch weitgehend bauzeitlich ausgestattet mit Kleiderhaken und Ablagebrettern. Ebenfalls aus der Bauzeit sind die schlichten Brettertüren erhalten. Während die Kabinen spärlich belichtet werden über den bis unter die Dachkonstruktion reichenden Freiraum oberhalb der Türe, sind die Flügelbauten mit Fenster zur Belichtung ausgestattet, denn sie haben Sonderfunktionen. Nördlich befindet sich ein Aufenthaltsraum für den Schwimmaufseher mit Fenster nach Norden (zum Eingang orientiert), Westen (zur Beobachtung des Geschehens auf Liegewiese und #Badebecken) und Süden (zum Vorplatz der Umkleidekabinen beziehungsweise zum gegenüberliegenden Flügel) Der südliche Sonderraum dient als Erste-Hilfe-Station. Tür und Fenster können mittels einflügeliger Klappen verschlossen werden. Daneben liegt jeweils ein Lagerraum. Parallel zum nördlichen Grundstücksverlauf angelegtes, langgestrecktes Wasserbecken mit unregelmäßiger Verbreiterung mit dreistufiger, breiter Treppenanlage nach Süden, zur Liegewiese hin. Die Betonwände und die nach Norden abfallende Sohle des Beckens wurden erneuert.

Das Planschbecken wird mit Brunnenwasser gespeist. (#Trinkwasserqualität) Eine Filteranlage reinigt das Wasser. Südlich des Weges, vor dem Eingang zum #Wapelbad, lag etwas zurückgesetzt ein kleines, giebelständiges #Fachwerk-Wohnhaus für den Schwimmaufseher. Das #Haus wurde im August 2008 abgerissen, da es nicht mehr zu sanieren war.

Das Wapelbad heute

Das Wapelbad ist eines der wenigen #Naherholungsziele in Gütersloh. Seit Beginn des letzten Jahrhunderts fanden hier Gütersloher Bürger eine Möglichkeit ihre Freizeit zu gestalten und ganz nebenbei das Schwimmen in der #Wapel zu erlernen. Heute ist das Wapelbad wieder ein Tummelplatz für Jung und Alt und neben »dem Baden« gibt es auch ein buntes Kulturprogramm. Das Wapelbad ist mehr als nur eine #Oase der #Erholung im Gütersloher Süden-Westen. Mit seinen regelmäßigen #Veranstaltungen setzt es ständig neue #kulturelle #Highlights für Gütersloh und seine Umgebung.

Das Wapelbad-Gelände ist immer geöffnet. Das Wapelbad-Café ist ab 1. Mai bis Ende September täglich geöffnet. Montag bis Freitag von 15 Uhr bis Sonnenuntergang. Samstag von 13 Uhr bis Sonnenuntergang , Sonntag von 11 Uhr bis Sonnenuntergang. Neben dem traditionellen hausgemachten »#Wapelstern« sind #Kuchen und warme #Speisen täglich im Angebot. Das Wapelbad-Café bietet ein rundum Sorglos Paket für Firmenfeiern bis 70 Personen. Das Wapelbad kann bis gegen 22 Uhr genutzt werden. Ein umfangreiches Grillbuffet kostet zeölf Euro pro Person. Getränke stellt das Café mit entsprechendem Mengenrabatt.

Geburtstagsfeiern sind nur für Vereinsmitglieder im Wapelbad möglich. Klassenfeiern und Kindergeburtstage bis zwölf Jahre sind im Wapelbad kostenlos möglich. Anmeldung nur per E-Mail.

Förderverein Wapelbad e. V.
Zum Wapelbad 1
33334 Gütersloh
Telefon (0160) 8592561
www.wapelbad.de

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