Jüngere Nutzer in Gütersloh scheitern zunehmend an Computer-Grundkenntnissen

Bisher herrschte allgemein die Annahme vor, dass fehlende Basiskenntnisse über die Funktionsweise von Computern vor allem ältere Generationen betreffen und dass jüngere Altersgruppen die Grundlagen (vermeintliche »Digital Natives«) fest verinnerlicht haben

Artikel vom 26. September 2021

Jüngere Nutzer in Gütersloh scheitern zunehmend an Computer-Grundkenntnissen

Bisher herrschte allgemein die #Annahme vor, dass fehlende #Basiskenntnisse über die Funktionsweise von #Computern vor allem ältere Generationen betreffen und dass jüngere Altersgruppen die Grundlagen (vermeintliche »Digital Natives«) fest verinnerlicht haben. Nun zeigt sich, dass das nicht der Fall ist.

Man könnte annehmen, dass mittlerweile jeder weiß, wie die Organisation von Dateien in #Ordnerstrukturen funktioniert. Das #US-#Magazin »The Verge« hat eine Sammlung von Berichten zusammengetragen, die belegen, dass unter Umständen das Gegenteil der Fall ist. Reihenweise berichten dort Dozenten und Professoren, dass ihre Studenten an der Organisation von Dateien scheitern. 

Die meisten, die in den 1990er-Jahren oder später mit Computern aufgewachsen sind, dürfte das verwundern. Immerhin nimmt man aufgrund der eigenen Erfahrungen an, dass solche Grundkonzepte vor allem bei Jüngeren, die täglich mit vermeintlich schlafwandlerischer Sicherheit alle möglichen Dinge an ihren Smartphones, Tables und anderen Geräten erledigen, bekannt sind.

Was Jüngere hingegen vielmehr können: Mit Smartphones und Tablets irgendetwas »zusammenzudaddeln«, sie benutzen dazu diverse #Apps, haben aber oft keinerlei Hintergrundwissen. So glauben manche, es sei sinnvoll, Schulen mit Tablets auszustatten. Aber das Medium ist die Botschaft. Und mit Tablets kann man im Grunde genommen nicht ernsthaft arbeiten. Schon wenn man damit ernsthaft etwas tippen will, braucht man eine externe Tastatur und die Vorteile der geringen Größe, des geringen Gewichts und der vermeintlichen Praktikabilität schwinden zunehmends.

»Es gibt keine Idee mehr davon, dass es einen Ort gibt, an dem die Dateien leben«, so die Astronomie-Professorin Saavik Ford. Sie sagt, es sei völlig normal geworden, sich keine Gedanken mehr darüber zu machen, wo Daten abgelegt werden. Denn die Kombination von immer besseren Suchfunktionen in den Betriebssystemen und der #Cloud-Synchronisation aller Speicherbereiche sorgen dafür, dass die Daten vermeintlich jederzeit abrufbar sind. 

Das ist aus Sicht einer Entwicklung hin zu benutzerfreundlichen (im Grunde genommen aber menschenfeindlichen und antiintellektualistischen) und #intuitiven »#Technologien« gewollt. #Windows und »#MacOS« arbeiten darauf hin, die hierarchische Ordner-Struktur in den Frontends zum Verschwinden zu bringen – die internen, aber für den Nutzer unsichtbaren, Strukturen, werden indes immer komplexer und komplizierter. Das mag im Alltag funktionieren, aber es funktioniert dann nicht mehr, wenn Studenten vor allem in naturwissenschaftlichen Bereichen lernen sollen, ihre Daten strukturiert zu organisieren. In der Astronomie fallen oft hunderttausende Dateien im gleichen Format und mit ähnlichen Inhalten an, die von Beginn an sinnvoll organisiert sein müssen. Wenn man diese Daten einfach gesammelt in einen Ordner oder in eine »Cloud« legen würde, ließe sich kaum noch etwas mit den Informationen anfangen. 

Es läuft darauf hinaus, dass Universitäten gut damit beraten wären, Studienanfängern erst einmal #Computer-#Grundkurse anzubieten und #Grundkenntnisse zu vermitteln. Das betrifft nicht nur die Organisation von Daten in Dateisystemen. Auch andere Grundlagen, die in #Forschung und #Wirtschaft eine Rolle spielen, sind immer weniger vorhanden. Es fängt damit an, Daten bewusst abzuspeichern, und geht bis zur Frage, ob man überhaupt schon einmal eine Kommandozeile genutzt hat.

Das führt auch aufgrund anderer Umstände oft zu einer sinnlosen Datenflut. Manche #Hobbyfotografen speichern ignorant zehntausende oder hunderttausende von #Fotos, die sie niemals wiedersehen werden und mit denen niemand etwas anfangen kann. Das wirkt sich indes auch psychologisch aus. Auch der »#Dunning-#Kruger-#Effekt« spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle.

Viele sind gar so naiv, zu glauben, Schüler würden mit Tablets Digitalkompetenz erwerben oder gar das Programmieren lernen. Was sie lernen, sind allerdings lediglich #Tablet- und #App-Kompetenz – programmieren kann man mit Tablets im Grunde genommen nicht. Und wenn, dann nur unter großen Umständen. Und das gilt nicht nur fürs Programmieren. Das folgt freilich alles dem Trend, dass die Form in den Vordergrund und der Inhalt in den Hintergrund tritt. Das lässt sich auch im »#Webesign« beobachten … das »It-CMS« »Wordpress« ist führend, meist allerdings sinnlos, überelaboriert, die Websites sind langsam, verfügen über sinnlose Effekte und sind nicht praktikabel und zielführend. Das scheint nur so zu sein, ist es aber nicht.


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