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»The Goodbye Girl« im Stadttheater Bielefeld

»Du verdienst mehr, als ich dir jemals geben kann«

Lesedauer 6 Minuten, 4 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 2. September 2021

»The Goodbye Girl« im Stadttheater BielefeldPlakat: Peter Zickermann

»Du verdienst mehr, als ich dir jemals geben kann«. Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon mal versucht, eine unliebsame Trennung schönzureden und sich damit buchstäblich »aus der Affäre zu ziehen«? Paula MacFadden (35), arbeitslose Broadway-Tänzerin mit Tochter, kann ein Lied davon singen, denn sie wurde soeben ein weiteres Mal sitzengelassen. Nicht genug damit, dass Tony ihre zu dritt geplante Zukunft kurzerhand allein angetreten hat, er hat auch gleich die gemeinsame Wohnung weitervermietet. Paula kann diesen Schock noch nicht mal halb verdauen, da steht schon der neue Mieter vor der Tür. Auch er Schauspieler, auch er mittellos, auch er ein Schuft, klar. Wie könnte es anders sein? Das erste heftige Aufeinanderprallen endet mit einem Kompromiss, denn beide sind realistisch genug, zu wissen, dass Wohnraum hier knapp und teuer ist. Also teilt man sich die winzige Zweizimmerwohnung mehr schlecht als recht und versucht, sich aus dem Weg zu gehen. Sympathie fühlt sich anders an …

Kein Geringerer als Neil Simon, einer der populärsten amerikanischen Dramatiker des 20. Jahrhunderts, schrieb das Drehbuch zum 1977 erschienenen, Oscar-prämierten Film »The Goodbye Girl«, der in Deutschland unter dem Titel »Der Untermieter« in die Kinos kam. Um den zeitlos charmanten Stoff dieser romantischen Liebeskomödie 1992/93 für die Musicalbühne zu adaptieren, tat sich Neil Simon mit Marvin Hamlisch zusammen, der mit der Musik zu »A Chorus Line« einen Welterfolg erzielt hatte. Als Dritter im Bund konnte der Songtexter David Zippel gewonnen werden, dessen brillante Reime etwa im Musical »City of Angels« zu hören waren.

Apropos erfolgreich: Paula MacFaddens neuer Mitbewohner heißt Elliot Garfield und kam nach New York, um Shakespeares Richard den Dritten zu verkörpern. Wow! Zugegeben, es ist nur eine mies bezahlte Off-Off-Broadway-Produktion und der Regisseur hat sehr spezielle Vorstellungen von dieser Traumpartie, aber es ist eine Hauptrolle und die könnte für Elliot den Durchbruch im New Yorker Theaterleben bedeuten – oder eben das Gegenteil davon.

»The Goodbye Girl« schaltet hierfür in den beliebten »Theater auf dem Theater«-Modus, zieht aber ansonsten alle Register eines durchgereiften Kammerspiels. Neil Simons Buch greift mitten ins Leben und erzählt so schonungslos wie charmant von zwei liebenswerten Menschen, die sich selbst zu sehr im Weg stehen, um zueinander finden zu können. Soeben der kurzlebigen »Schönheit-plus-Jugend-gleich-Erfolg«-Komfortzone entwachsen, sind ihnen die einfachen Wege plötzlich steinig geworden. Wenn’s aber im Leben gar nicht weitergeht, setzt im Musical das Orchester ein und es helfen nur noch Gesang und Tanz …

Dirigent William Ward Murta und das Regieteam mit Thomas Winter (Regie), Dominik Büttner (Choreografie), Sebastian Ellrich (Bühne und Kostüme) stellen mit Frederike Haas und Nikolaj Alexander Brucker in den Hauptrollen zwei Darsteller einander gegenüber, die längst zu den gern gesehenen Gästen der Bielefelder Musicalinszenierungen zählen. Erstmals auf der Bielefelder Bühne zu sehen ist Romina Markmann, die Paulas Teenie-Tochter Lucy spielt. Das Ensemble wird vervollständigt von Amanda Whitford, Carlos Horacio Rivas, Julia Waldmayer, Karina Rapley, Andrew Chadwick, Samuel Chung sowie dem Bielefelder Opernchor. Es spielen die Bielefelder Philharmoniker.

Musikalische Leitung

William Ward Murta, geboren in Fort Smith/Arkansas und aufgewachsen in Oklahoma, ist seit 1984 Musical-Kapellmeister am Theater Bielefeld. Er übernahm die musikalische Leitung vieler Produktionen wie »Cabaret«, »Evita«, »Chicago«, »La Cage aux Folles«, »Piaf«, »Die Comedian Harmonists«, der Uraufführung von James Lyons »Für mich soll’s rote Rosen regnen«, Franz Wittenbrinks »Männer – Tore, Tränen und Triumphe«, »Sekretärinnen und Mütter«, außerdem »She Loves Me«, »Jekyll & Hyde«, »Me and My Girl«, »Crazy For You«, »The Scarlet Pimpernel«, »Chess«, »Company«, »The Birds of Alfred Hitchcock«, »City of Angels«, »Die Hexen von Eastwick«, »Bonnie & Clyde«, »Sunset Boulevard«, »A Little Night Music«, »Hochzeit mit Hindernissen«, »Avenue Q«, »Frühlings Erwachen«, »My Fair Lady«, »Lazarus«, «Die spinnen, die Römer« und »The Black Rider«. Murta ist in Musikerkreisen ein gefragter Arrangeur; zahlreiche seiner Arrangements gehören zu den Standards von Musical- und Gala-Aufführungen im In- und Ausland. Darüber hinaus komponiert Murta eigene Musicals: 1987 »M – wie Marilyn« und sein Werk über das Leben von Galileo Galilei, »Starry Messenger« (»Sternenbote«), das 2004 sehr erfolgreich am Theater Bielefeld uraufgeführt wurde. Zu Beginn der Spielzeit 2010/11 folgte die Aufsehen erregende Uraufführung von »The Birds of Alfred Hitchcock« und 2016/17 »Das Molekül«, zu dem er ebenfalls selbst das Textbuch verfasste.

Inszenierung

Thomas Winter war Sänger der Kölner Soulfunk Band Upstairs bevor er von 1995 bis 1999 an der Folkwang Hochschule Essen Schauspiel, Gesang und Tanz studierte. 1997 gewann er den Ersten Preis beim »Bundeswettbewerb Gesang« (Musical, Chanson, Song). Von 1999 bis 2001 war er fest als Schauspieler am Theater Heilbronn und von 2001 bis 2005 am Staatstheater Oldenburg engagiert.

Seit 2005 arbeitet er als freier Schauspieler, war in Film- und Fernsehproduktionen wie »Das Duo«, »SOKO München« oder »Der Baader-Meinhof-Komplex« zu sehen und spielte unter anderem am Theater Bielefeld, im Winterhuder Fährhaus in Hamburg, am Theater Münster, in der »Bar jeder Vernunft« in Berlin, an der Deutschen Oper am Rhein und am Nationaltheater Mannheim.

Darüber hinaus ist er als Regisseur tätig und inszeniert unter anderem an der Oper Chemnitz, am Volkstheater Rostock, am Theater Konstanz und am Theater Bielefeld, wo er auch seit 2011 die Spielstätte Loft künstlerisch betreut. Am Bielefelder Theater inszenierte er unter anderem mit großem Erfolg »City of Angels«, »Sunset Boulevard«, »Cyrano«, »Hochzeit mit Hindernissen«, »Das Molekül« und »My Fair Lady« und »Otello darf nicht platzen.

Bühne und Kostüme

Sebastian Ellrich, 1984 in Magdeburg geboren, begann seine künstlerische Laufbahn als Kostümbildassistent an verschiedenen Bühnen für die er sehr bald eigene Entwürfe realisierte. Seit 2004 arbeitet er als Kostüm- und Bühnenbildner bundesweit für Oper, zeitgenössischen Tanz und Theater, unter anderem Schauspiel Köln, Oper Leipzig, Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg, Staatstheater Nürnberg, Staatstheater Mainz, Kampnagel Hamburg, Sophiensäle Berlin, Prinzregententheater München, Schauspiel Frankfurt. Eine enge Zusammenarbeit verbindet Sebastian Ellrich im Schauspiel mit Jürgen Kruse und Nora Bussenius, in der Oper mit Joan Anton Rechi und Balázs Kovalik und im Tanz mit Florian Bilbao und Jochen Roller. Seit 2011 widmet sich Sebastian Ellrich zudem seinem eigenen Prêt-à-porter-Label und zeigt regelmäßig auf der Berliner Fashion Week. Für seinen Bühnenentwurf zur Oper Lohengrin am Theater Chemnitz ist er mit dem Deutschen Theaterpreis »Der Faust« 2020 nominiert. Am Theater Bielefeld kreierte er bereits das Bühnen- und Kostümbild für Schneeweißchen und Rosenrot sowie für das Tanzstück Im Rausch.

Choreographie

Dominik Büttner studierte Schauspiel, Gesang und Tanz in Wien und sammelte bereits als Balletteleve erste Bühnenerfahrungen an der Wiener Staatsoper und an der Volksoper. Es folgten zahlreiche Engagements als Musicaldarsteller und Schauspieler, unter anderem am Theater an der Wien, Theater des Westens Berlin, Nationaltheater Mannheim, Staatstheater Karlsruhe, Bad Hersfelder Festspiele, Oper Kiel, Stadttheater Ingolstadt, »Komödie Düsseldorf«, Apollo-Theater Stuttgart, »Theater 11« Zürich und bei der Japan-Tournee von Elisabeth der Vereinigten Bühnen Wien. Dabei arbeitete er beispielsweise mit Helmut Baumann, Jürg Burth, Stefan Huber, Melissa King, Kim Duddy, Bernd Mottl, Otto Pichler, Harry Kupfer, Dennis Callahan, Werner Sobotka und Roman Polanski zusammen.
Außerdem spielte er Rollen in TV-Produktionen von ZDF, NDR, WDR und im Kinofilm »Polly Blue Eyes«. Inzwischen ist er vermehrt auch als Choreograf und Regisseur tätig, unter anderem am Theater Bielefeld, Theater für Niedersachsen Hildesheim, den Schauspielbühnen Stuttgart, Stadttheater Ingolstadt, Tipi am Kanzleramt Berlin sowie für Theaterprojekte und Produktionen in Namibia, Russland, der Türkei und den USA. Daneben hat er einen Lehrauftrag an der Universität der Künste Berlin im Studiengang Musical und war Gastdozent an der University of Namibia und der University of North Carolina in den USA.

Nächste Termine am 6. Oktober 2021, 16. Oktober 2021, 17. Oktober 2021, 20. Oktober 2021, 24. Oktober 2021, 27. Oktober 2021, 30. Oktober 2021, 31. Oktober 2021, Karten ab dem 14. September 2021 unter Telefon (0521) 51-5454 oder online.


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