Conrad, bis 30. Januar 2022

Klinikum Bielefeld auch im Corona Jahr 2020 mit positivem Jahresergebnis

Das Klinikum Bielefeld konnte im Corona-Jahr 2020 mit einem niedrigen positiven Jahresergebnis Bilanz ziehen

Lesedauer 4 Minuten, 28 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 31. August 2021, DOI: https://www.guetsel.de/content/27110/5070467.html

Klinikum Bielefeld auch im Corona Jahr 2020 mit positivem Jahresergebnis
Foto: Klinikum Bielefeld gGmbH

Bielefeld (ots) »Das Klinikum Bielefeld konnte im Corona-Jahr 2020 mit einem niedrigen positiven Jahresergebnis Bilanz ziehen. Die wirtschaftliche Entwicklung tritt jedoch angesichts der Pandemie und der Aufgabe zur Versorgung unserer Patienten deutlich in den Hintergrund«, so Geschäftsführer Michael Ackermann.

»Entscheidend dafür, dass wir gut durch das Jahr 2020 gekommen sind, war das hohe Engagement unserer Mitarbeiter*innen. Sie haben sich der Pandemie mit ihrer ganzen Kompetenz und Professionalität gestellt. Alle Berufsgruppen waren gefordert sich mit den oftmals täglich wechselnden Herausforderungen, mit täglich wechselnden Informationslagen neu zu organisieren: vom Krisenstab bis zur Hauswirtschaftskraft waren alle betroffen. Unsere Pflegekräfte und Ärzte haben sich durch die unterschiedlich intensiven Pandemiewellen mit immer neuen Versorgungsstrukturen vertraut machen müssen. Die menschlichen Schicksale, die mit massiven Verläufen einer Corona-Infektion verbunden waren, mussten verarbeitet werden. Die seelische Belastung wurde nicht mit dem Ablegen der Dienstkleidung abgestreift. Ich habe grössten Respekt vor der Leistung der Mitarbeiter«, führt Michael Ackermann weiter aus.

Insgesamt wurden bislang 784 mit Covid19 infizierte Patienten im Klinikum Bielefeld versorgt, davon waren 247 auf den Intensivstationen davon mussten 152 beatmet werden. Insgesamt 101 Patienten sind mit einer Covid19-Infektion verstorben.

Die Anzahl der stationär behandelten Patienten ist aufgrund der verschiedensten Lockdownphasen und politisch veranlassten Behandlungseinschränkungen um 18,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Der Rettungsschirm, den die Bundesregierung für die Krankenhäuser aufgespannt hatte, konnte die Einnahmerückgänge ausgleichen.

Investitionen in Medizintechnik und Gebäude

Am Klinikum Bielefeld wurde auch im Jahr 2020 in die medizinische Infrastruktur investiert. Über 16 Millionen Euro wurden für medizinische Geräte und medizintechnische Einrichtungen sowie Bauprojekte ausgegeben. Die Fertigstellung der großen Baumaßnahme »Ärztehaus« sowie die Erweiterungen der Stationen am Standort Klinikum Rosenhöhe erfolgten ebenfalls im Jahr 2020.

An den Standorten Bielefeld Rosenhöhe und Halle in Westfalen hat das Klinikum Bielefeld in die radiologische Bildgebung investiert. An der Rosenhöhe wurde ein hochmoderner Computertomograph von Canon Aquilion Lightning SP installiert und somit die Möglichkeiten am Standort erheblich erweitert: durch den Sprung von einen Sechs- auf einen 80-Zeiler werden bei der Bildqualität und der Dosisreduktion neue Maßstäbe erreicht.

Am Klinikum Halle in Westfalen wurde ein volldigitales System (Philips »Digital Diagnost C-50 1.1«) installiert.

Im Juli 2020 wurde in der Klinik für Kardiologie und internistische Intensivmedizin am Klinikum Bielefeld Mitte unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Stellbrink das »Micra-AV-System« – der weltweit kleinste Herzschrittmacher – eingesetzt, der völlig ohne Kabel auskommt. Das Klinikum Bielefeld war eines der ersten Krankenhäuser in Deutschland an dem dieser Eingriff vorgenommen wurde.

Pandemie ermöglicht überfällige Fördermittel

Die besondere Versorgungsaufgabe der Krankenhäuser rückte während der Pandemie ins Blickfeld der Politik und so wurden Sonderinvestitionsprogramme von Bund und Land aufgelegt, die weitere Stationsmodernisierungen, Anschaffung von Elektrobetten und Umbaumaßnahmen für Pandemiebedingungen ermöglichten (8,3 Millionen Euro) . Besonders erfreulich ist die zukünftige Förderung von Digitalisierungsprojekten (voraussichtlich neun Millionen Euro). Dies ermöglicht Mitarbeiter*innen die Dokumentation von Krankenhausaufenthalten im Rahmen einer vollständigen elektronischen Patientenakte und verbessert auch die Arzneimitteltherapiesicherheit (von der Verordnung bis zur Einnahme).

Impfungen bringt Mitarbeitenden Sicherheit

Auch der Schutz der Mitarbeiter des Klinikums war über das komplette Jahr 2020 ein zentrales Thema. Das Klinikum konnte sich mit dem Jahreswechsel 2020/2021 auf die notwendigen Impfungen vorbereiten und Anfang 2021 die Mitarbeiter mit Hilfe des Arbeitsmedizinischen Dienstes und einer Reihe von freiwilligen Mitarbeitern die Mitarbeiter impfen. Die Impfquote liegt mittlerweile bei etwa 80 Prozent der Belegschaft.

In dieser Phase fand die Gründung eines Förderkreis für das Klinikum Bielefeld statt (Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Theo Windhorst). Der Förderkreis hat das »betriebliche Impfen« mit Know-how-Transfer über Online-Veranstaltungen bis zur praktischen Umsetzung in regionalen Unternehmen beworben und initiiert.

Ausblick 2021

»Die Herausforderung in 2021 besteht darin die Pendelbewegung zwischen Pandemiebelastung durch Covid-infizierten Patienten und Normalbetrieb in Richtung Normalbetrieb zu entwickeln. Wir appellieren an die Impfbereitschaft der Bevölkerung, denn es ist mehr als unsolidarisch sich bewusst dem Infektionsrisiko auszusetzen und damit das Gesundheitssystem zu belasten, obwohl das vermeidbar wäre«, so Michael Ackermann weiter. »Ich hoffe, dass wir uns wieder mehr mit der Unternehmensentwicklung und der Verbesserung der Rahmenbedingungen unserer Mitarbeiter widmen können. Es sind leider viele Projekte und Maßnahmen durch die Pandemie gebremst worden, die wir wieder in den Mittelpunkt stellen wollten. Dabei steht der Personalaufbau der ›weißen‹ Berufsgruppen im Fokus«, so Ackermann weiter

Start der Medizinischen Fakultät im Oktober 2021

Die Entwicklung zum Universitätsklinikum Ostwestfalen-Lippe, als Standort »Campus Klinikum Bielefeld« wird sichtbar. Im Oktober 2021 nehmen die ersten Studierenden der Humanmedizin ihr Studium am Campus Klinikum Bielefeld auf. Mit Priv. Doz. Dr. Dorothea Stahl wird das Aufgabenspektrum der Universitätsmedizin nun innerhalb der Betriebsleitung des Klinikums abgebildet. Frau PD Dr. Stahl wird für das Klinikum Bielefeld die wissenschaftliche und strukturelle Etablierung von Forschung und Lehre zusammen mit unseren klinischen Akteuren entwickeln. An den Standorten Rosenhöhe und Mitte wird mit zehn Millionen Euro in die räumlich-technische Infrastruktur investiert um auch den Studenten hervorragende Bedingungen im Lern- und Arbeitsumfeld zu bieten. Am Standort Mitte wird dafür ein Studentenhaus mit insgesamt rund 2.000 Quadratmetern Fläche mit Hörsälen, Arbeitsräumen, Simulations- und Trainingsräumen, Digitaler Bibliothek und Cafeteria errichtet.

Die Zahlen 2020

Die Ergebnisse für das Jahr 2020 sind positiv: im Jahresabschluss 2020 konnte ein Betriebsergebnis vonp plus 2,6 Millionen Euro verzeichnet werden. Im Jahr 2012 lag das Klinikum Bielefeld bei minus 6.715 Millionen Euro. Mit dem Jahresergebnis von plus 233.000 Euro schließt das Klinikum zum sechsten Mal in Folge positiv ab. »Wir finanzieren unsere Investitionen weitestgehend selbst und schreiben trotzdem noch schwarze Zahlen«, so Geschäftsführer Ackermann.

Das »EBITDA« (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände) liegt im Jahr 2020 stabil bei 2,2 Prozent vom Umsatz. Das »EBITDA« ist eine Beschreibung der operativen Leistungsfähigkeit eines Unternehmens vor Investitionsaufwand (operativer Gewinn).

Salenti

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