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Bad Lippspringe will pflegende Angehörige stärker unterstützen

Die Kurstadt beteiligt sich an einem neuen Projekt des Gesundheitsministeriums Nordrhein-Westfalen

Lesedauer 2 Minuten, 3 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 17. August 2021, DOI: https://www.guetsel.de/content/25881/3571491.html
Bad Lippspringe will pflegende Angehörige stärker unterstützen
Gemeinsam für pflegende Angehörige: Bürgermeister Ulrich Lange, Marketingchefin Asli Noyan, Georg Oberkötter vom Gesundheitsministerium, Linda Hagemann vom Caritasverband Paderborn, Matthias Bee vom Medizinischen Zentrum für Gesundheit und Ronald Claaßen von der »OstWestfalenLippe GmbH« wollen die Kur-Angebote für pflegende Angehörige in Bad Lippspringe weiter ausbauen und bekannter machen.

Die häusliche Pflege eines Familienmitglieds kann für die Angehörigen schnell zu einer körperlichen und psychischen Herausforderung werden. Gleichzeitig sind die Angebote für passende Kuren in Nordrhein-Westfalen stark begrenzt. Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium (MAGS NRW) möchte hier Abhilfe schaffen und hat unter dem Motto »Auszeit in OWL – Kur-Angebote für pflegende Angehörige« ein neues Projekt ins Leben gerufen. Auch die Stadt Bad Lippspringe und das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) beteiligen sind daran.

Zum Auftakt des dreijährigen Projektes hat Georg Oberkötter vom MAGS NRW allen beteiligten Heilbädern einen Besuch abgestattet, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Während seines Aufenthaltes in Bad Lippspringe betonte er den Leuchtturmcharakter der Kurstadt. »Im Gegensatz zu den anderen Heilbädern in Ostwestfalen-Lippe gibt es in Bad Lippspringe bereits Kurangebote für pflegende Angehörige. Die daraus resultierenden Erfahrungen werden den übrigen Projektpartnern beim Aufbau einer solchen Infrastruktur sicher helfen«, zeigte sich Oberkötter überzeugt.

Matthias Bee vom MZG Bad Lippspringe freute sich über das Lob, machte seinerseits aber auch auf ein Problem aufmerksam. »Da die Betroffenen und auch die Hausärzte oft gar nicht wissen, dass es diese Kurangebote für pflegende Angehörige gibt, werden sie noch nicht in dem Maße genutzt, wie wir es uns wünschen würden. Unsere Kapazitäten sind diesbezüglich längst nicht ausgeschöpft – im Gegenteil. Wir würden uns über mehr Patienten freuen«, betonte der Abteilungsleiter der Patientenverwaltung im Rehabilitationsbereich des MZG.

An potentiellen Interessenten dürfte es nicht mangeln, denn laut Georg Oberkötter gibt es in Nordrhein-Westfalen rund 800.000 Menschen, die zu Hause einen Angehörigen pflegen. »Es muss deshalb unser Ziel sein, nicht nur den Ausbau entsprechender Angebote voran zu treiben, sondern auch verstärkt und vor allem an den richtigen Stellen darüber zu informieren. Die Beratungsstellen und die Hausärzte in NRW müssen dringend dafür sensibilisiert werden.«

Im MZG gibt in Sachen Ausbau bereits entsprechende Pläne, wie Matthias Bee erläuterte: »Wir sind aktuell dabei, gemeinsam mit dem Paderborner Caritasverband ein ganz neues Angebot in unserer ehemaligen Klinik am Park zu schaffen. Dieses richtet sich sowohl an die pflegenden Angehörigen, als auch an die zu pflegenden Personen selbst. Letztere sollen im Rahmen dieses Angebotes in einer Kurzeitpflegeeinrichtung betreut werden, sodass die Angehörigen sorgenfrei das auf sie persönlich zugeschnittene Kur-Angebot wahrnehmen können. Auf diese Weise ist auch eine ganzheitliche Betrachtung der durch die häusliche Pflege entstandenen Probleme möglich.«

Das Projekt »Auszeit in OWL – Kurangebote für pflegende Angehörige« wird mit Mitteln aus dem Landesförderplan »Alter und Pflege« vom MAGS NRW unterstützt. Davon fließe jeweils 320.000 Euro in die Einzelprojekte der teilnehmenden Heilbäder. Weitere 80.000 Euro muss jede Kommune selbst aufbringen.

Salenti

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