Conrad, bis 30. Januar 2022

Gastronomie atmet auf – Arbeitsmarkt knickt ein: drei Wege zur Personal-Hochsaison

Neben der Weihnachtszeit generiert die Gastronomie in der Sommersaison den höchsten Umsatz

Lesedauer 4 Minuten, 52 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 10. August 2021
Gastronomie atmet auf – Arbeitsmarkt knickt ein: drei Wege zur Personal-Hochsaison

Neben der Weihnachtszeit generiert die Gastronomie in der Sommersaison den höchsten Umsatz. Vor allem in den Urlaubsregionen können sich die Restaurants und Gaststätten normalerweise über eine deutlich gestiegene Nachfrage freuen. In diesem Jahr stehen viele Gastronomiebetriebe allerdings vor einem Problem: Sie dürfen ihre Betriebe zwar wieder öffnen, müssen aber nach wie vor einige wichtige Hygienemaßnahmen zum Schutz vor einer Corona-Infektion einhalten. Dies erfordert einen höheren logistischen Aufwand und bindet mehr Personalressourcen.

Angespannte Personalsituation

Doch gerade beim Personal gibt es derzeit einen Mangel, weil dieses in der Gastronomie vielfach fehlt. Aufgrund von Kurzarbeit und Entlassungen haben viele Gastromitarbeiter die Arbeitgeber gewechselt. Stattdessen arbeiten sie etwa im Einzelhandel, in der Lagerwirtschaft oder im Transportwesen. Viele von ihnen möchten auch nicht mehr unbedingt in ihre alten Berufe zurückkehren, weil sie befürchten, dass sich die Situation in der Gastronomie aufgrund eines neuen Lockdowns eventuell noch einmal wieder verschärfen wird und sie dort erneut mit Lohneinbußen oder sogar wieder mit Entlassungen rechnen müssen. Die Gastronomiebetreiber wiederum sind dringend auf der Suche nach tatkräftigen Helfern, doch der Markt an Kellnerinnen und Kellnern sowie an Köchinnen und Köchen ist aktuell wie leer gefegt. An dieser Stelle gibt der erfahrene Schweizer Gastronomieexperte Thomas Holenstein drei wertvolle Tipps, wie es dennoch gelingen kann, Personal zu akquirieren und dauerhaft an den eigenen Betrieb zu binden.

Digitale Wege gehen

Die meisten Menschen, die potenziell für einen Job in der Gastronomie infrage kommen können, sind digital unterwegs. Das heißt, dass Sie in der Regel keine Zeitung mehr lesen, und eventuelle Stellengesuche dort kaum noch einen Nutzen haben. Stattdessen sollten Gastronomen lieber auf Stellenbörsen im Netz setzen. Besonders effektiv sind lokale Job-Marktplätze, also nicht unbedingt solche, die bundesweit agieren. Verschaffen Sie sich bei der Stellensuche zunächst also einen Überblick, welche Stellenbörse für Sie interessant sein könnten.

Ein weiteres wichtiges Portal im Internet, um an qualifiziertes Personal zu kommen, ist die Plattform Xing. Legen Sie sich dort ein Profil an und suchen Sie dort gezielt nach Menschen in Ihrer Region, die Interesse an einem Job bei Ihnen haben könnten. Auch wenn diese Personen eine Anstellung haben, kann es dennoch lohnend sein, bei ihnen anzufragen, ob diese vielleicht Interesse an einem Jobwechsel haben. Manchmal sind solche Anfragen durchaus von Erfolg gekrönt, weil Sie mit Ihrem Unternehmen vielleicht die besseren Konditionen bieten können. Wer direkt angesprochen wird, der denkt vor allem intensiver darüber nach, ob eine Anstellung in Ihrem Unternehmen einen Sinn ergibt oder nicht. Es gibt statistische Erhebungen, dass 60 Prozent der Jobsuchenden eine direkte Ansprache durch den Arbeitgeber bevorzugen.

Das Unternehmen ausführlich beschreiben und die Vorzüge vorstellen

Zu früheren Zeiten fielen Jobanzeigen häufig äußerst knapp aus. Texte wie »Suche Küchenhilfe, Bewerber melden sich bitte unter der Telefonnummer xxx« reichten oft schon aus, um das Interesse bei vielen Jobsuchenden zu wecken. In Situationen wie jetzt, in denen zu wenig freies Personal auf dem Markt ist, reichen solche Kurzanzeigen in den meisten Fällen aber nicht mehr aus. Daher sollten Sie in Ihren Gesuchen ausführlich die Vorzüge Ihres Unternehmens beschreiben. Schreiben, Sie etwa, dass die Mitarbeiter ein angenehmes Betriebsumfeld in einem netten Kollegenkreis erwartet. Bieten Sie, wenn es Ihnen Ihre finanziellen Spielräume zulassen, ein gutes Gehalt an und locken Sie gegebenenfalls mit zusätzlichen Benefits wie bezahltem Urlaub oder die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Der einfachste Benefit in der Gastronomie ist, den Mitarbeitern freie Getränke und freies Essen anzubieten.

Formulieren Sie Ihre Stellengesuche möglichst kreativ – gerne auch mit ein bisschen Witz. Geben Sie sich auch beim Layout ein bisschen Mühe, sodass Ihre Anzeige sofort optisch auffällt. Wenn Ihnen dazu die notwendigen Fähigkeiten fehlen, gibt es auch Experten, die diese Arbeiten für Sie übernehmen können. Solche Dienstleistungen kosten natürlich Geld, aber es macht immer noch mehr Sinn, in diesem Bereich zu investieren, anstatt hinterher auf Umsatz zu verzichten, weil Ihnen das Personal fehlt.

Beziehen Sie Ihr bestehendes Personal mit ein und locken Sie mit Prämien

Ein dritter sehr guter Weg, um an neue Mitarbeiter zu kommen, ist immer, die Netzwerke des eigenen Personals zu nutzen. Wenn Ihre eigenen Mitarbeiter von der Arbeit bei Ihnen überzeugt sind, dann sind diese gerne bereit, Sie als guten Arbeitgeber weiterzuempfehlen. Das heißt auf der anderen Seite natürlich aber auch, dass Sie einen freundlichen und immer fairen Umgang mit Ihren Mitarbeitern pflegen müssen. Um die Bereitschaft Ihrer Mitarbeiter, neues Personal für Sie zu suchen, noch ein wenig weiter zu erhöhen, können Sie diese mit Prämien locken. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern einen Bonus - vielleicht in Höhe von 100 Euro an, wenn diese Ihnen einen Mitarbeiter organisieren, der Ihren Anforderungen entspricht. Gehen Sie darüber hinaus auch in Ihrem eigenen Lokal auf Personalsuche. Hängen Sie dazu Plakate an die Wände oder stellen Sie Tischaufsteller auf, auf denen Sie ebenfalls Ihr Anliegen vortragen. Denken Sie auch dabei daran, die Vorzüge in Ihrem Unternehmen hervorzuheben. Die Vergangenheit hat bewiesen, dass auf diese Art und Weise sehr häufig Kunden zu neuen Mitarbeitern wurden.

Ein erhöhtes Engagement kann sich auszahlen

Wenn Sie die vorgeschlagenen Möglichkeiten befolgen, erhöhen sich Ihre Chancen deutlich, um an neues Personal zu kommen. Sie müssen zwar Ihr Engagement bei der Jobsuche erhöhen und auch mit höheren Kosten kalkulieren, aber in sehr vielen Fällen macht sich dies bezahlt. Wer sich mehr Mühe bei der Jobsuche als die Mitbewerber gibt, der wird oft belohnt. Und denken Sie immer daran, auch nach der Einstellung einen guten Umgang mit Ihren Mitarbeitern zu pflegen. Wenn diese zufrieden mit ihrer Arbeit sind, kommen diese nicht so schnell auf die Idee, sich nach anderen Arbeitgebern umzuschauen und sich eventuell bei diesen zu bewerben. Falls Sie noch weitere Anregungen für die erfolgreiche Beschaffung von Personal benötigen, können Sie gerne Kontakt zu Thomas Holenstein und seinen Mitarbeiter aufnehmen. Thomas Holenstein ist Geschäftsführer der Precom Group AG, einer Full-Service-Marketingagentur. Zudem betreibt er die beiden Portale pogastro.com und sichergeniessen.com. Dort schafft Holenstein digitale Lösungen für die Gastronomie, mit der sich die derzeit schwierigen Zeiten in der Branche etwas leichter meistern lassen. 

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