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Die fünf größten Fehler großer Gastronomen bei der »Digitalisierung« ihrer Betriebe

Die Gastronomie ist ein lokales Gewerbe. Diese Aussage hört Thomas Holenstein, Experte für Digitalisierungsmanagement und Schweizer Gastro-Experte, häufig

Lesedauer 4 Minuten, 36 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 10. August 2021
Die fünf größten Fehler großer Gastronomen bei der »Digitalisierung« ihrer Betriebe

Die Gastronomie ist ein lokales Gewerbe. Diese Aussage hört Thomas Holenstein, Experte für Digitalisierungsmanagement und Schweizer Gastro-Experte, häufig. Viele Gastronomen haben erst mit Beginn der Krisenzeit über ihre digitale Infrastruktur nachgedacht und erste Schritte gewagt. Die Fehlerquote ist hoch, weiß der Fachmann und spricht die fünf größten Fehler im Digitalisierungsprozess der Gastronomie an.

Von null auf 100 im Rekordtempo

In den ersten vier Monaten des Krisenjahres ist die Nachfrage nach digitaler Optimierung gerade in der Gastronomie gestiegen. Allerdings hatten viele Gastronomen keine Vorstellung davon, welche Digitalisierungsstruktur für sie relevant und existenziell ist. Großgastronomen, die sich bis zum ersten Lockdown auf ihre lokale Präsenz und Bekanntheit verlassen haben, wollten ihre Digitalisierung direkt aufs Maximum-Level bringen. Dass ein Start von null auf 100 nicht wirklich funktioniert und vorhandene Probleme verstärkt sowie zu neuen Problemen führt, wurde nicht immer verstanden. Wer fachmännische Ratschläge ausschlug oder sich an eine weniger seriöse Digitalagentur wandte, bekam die »Rechnung« postwendend. Nicht zum Unternehmen und zum verfügbaren Budget passende Hard- und Software, mangelnde Beratung und die Implementierung unnötiger Strategien haben viele Gastronomen Geld und Nerven gekostet. Ein grundlegender Fehler in der Einführung digitaler Prozesse beruht darauf, alles auf einmal zu wollen und sich dadurch selbst zu blockieren.

Weiterbildungen in der Digitalisierung für Personal wird kaum bis gar nicht genutzt

Digitale Prozesse vereinfachen viele Tätigkeiten in der Gastronomie. Die Voraussetzung dafür beruht auf der vorhandenen Kenntnis. Verzichten Gastronomen aus Kostengründen auf notwendige Weiterbildungen ihrer Mitarbeiter, wird die beste digitale Infrastruktur zu einer unüberwindbaren Barriere. Wer diesen Fehler vermeiden und das sprichwörtliche Pferd nicht von hinten aufzäumen möchte, entscheidet sich für einen erfahrenen Dienstleister. Denn dieser kümmert sich nicht nur um die Einführung der Digitalisierung, sondern auch um die »Wissensdatenbank« des Personals. Optional besteht die Möglichkeit, allen Mitarbeitern im Unternehmen einen Wochenendkurs oder einen Feierabendlehrgang zu bezahlen. Wer am Erlernen der fachlichen Kompetenzen spart, zahlt perspektivisch auf und schafft Probleme, die auf einfachem Weg vermeidbar sind.

Umständliche Menüführung und fehlende »Mobilität« auf Websites

Eine einladende, moderne und übersichtliche Website ist das A und O für alle gastronomischen Einrichtungen. Da ein Großteil aller potenziellen Gäste mobile Endgeräte nutzt, muss die Website im Responsive-Design erstellt werden. Die grafisch und technisch einwandfreie Darstellung sollte selbstverständlich sein. Was gehört zu einer einladenden Website und welche Besonderheiten sind in der Gastronomie zu beachten? Ein Kunde, der im Internet nach einem Restaurant sucht, ist praktisch »bereits auf dem Weg« und möchte alle wichtigen Informationen ohne lange Suche finden. Dazu gehören eine ausführliche Speisekarte, die Platzreservierung und ein möglicher Lieferdienst, der zum Beispiel in Lockdown-Zeiten für eine Sicherung der Umsätze sorgt. Eine Top-Platzierung auf Googles erster Seite ist die Grundlage der Sichtbarkeit und damit das Fundament für die Gewinnung neuer Gäste. Um dieses Ranking zu erzielen, ist eine professionell erstellte und an die Ansprüche der Zielgruppe angepasste Website notwendig.

Kein oder ungenügendes Social-Media-Marketing

Onlinemarketing ist für lokale Dienstleister nicht nötig. Dieser Denkansatz erweist sich in der Praxis als unverzeihlicher Fehler. Kein Gastronom kann und sollte sich auf den Zufall verlassen. Wo wirbt man am besten? Natürlich dort, wo die Zielgruppe bereits aktiv ist und nach Informationen sucht. Social-Media-Marketing ist eine wichtige Strategie für bekannte und unbekannte, für langjährig tätige und für neue Gastronomen. Wer davon ausgeht, dass ein Profil in sozialen Medien ausreicht, verschenkt wertvolles Potenzial und kann sein Ziel nicht erreichen. In keinem anderen Medium sind Antworten in Echtzeit und regelmäßige Aktivitäten so wichtig wie in Social Media. Natürlich hat ein gut besuchter gastronomischer Betrieb keine Zeit, eigene Social-Network-Kanäle zu verwalten und sie regelmäßig mit interessanten Inhalten zu bestücken. Auch die Beantwortung von Fragen oder ein Dankeschön für gute Bewertungen kostet Zeit. Der Verzicht auf Social-Media-Marketing ist ein Fehler. Demgegenüber erweist sich das Outsourcing an einen Experten als Entscheidung, die schnelle und langfristige Erfolge bringt und für einen spürbaren Frequenzanstieg im Lokal sorgt.

Angst vor Automatisierung erhöht Arbeits- und Kostenaufwand

Angst ist ein schlechter Berater. Vor allem die Angst vor Neuerungen wirkt wie eine Blockade, die man selbst vor seiner eigenen Tür aufbaut. Aber auch das Zögern und Hadern, das im Endeffekt aus der Angst vor einer Veränderung beruht, steht dem Erfolg im Weg. In keinem anderen Gewerbe kann man so viel Kosten und Zeit sparen wie in der Gastronomie, in der die immer wiederkehrenden Prozesse automatisch ablaufen. Nicht jedes digitale Projekt eignet sich für jeden Nutzer. Die Aufstellung einer Strategie bildet ein stabiles Fundament, auf dem alle weiteren Säulen platziert werden. Da man als Gastronom kein IT-Experte ist, sollte man seine Idee einem Profi vorstellen und sich vom Fachmann beraten lassen. Eine Prüfung der Bereiche, in denen eine neue digitale Infrastruktur Vorteile verschaffen und Kosten senken kann, sollte mit größter Akribie erfolgen. Dabei steht das Ziel im Fokus und erst dann folgt der Weg, der ans Ziel führt und der sich als beste Route erweist. Ein erfahrener Spezialist fängt die Angst auf und macht Mut für die digitale »Routenplanung«.

Fazit: Die richtige Digitalisierung macht Gastronomen krisensicher und zukunftsfähig

Thomas Holenstein hat einige Gastronomen kennengelernt, die sich augenscheinlich gegen die Vorteile der Digitalisierung zu wehren scheinen. Dabei schafft eine gute digitale Infrastruktur für gastronomische Betriebe einen enormen Mehrwert. Die Beschleunigung, Vereinfachung und Vergünstigung zahlreicher Prozesse sind Vorzüge, die nicht von der Hand zu weisen sind. Im zurückliegenden Krisenjahr hat sich gezeigt, warum die Digitalisierung in Restaurants, Hotels und sonstigen Gastronomiebetrieben ein wichtiger Erfolgsmultiplikator ist. Dabei kommt es auf den richtigen Mix und auf die Digitalprojekte an, die zum Unternehmen passen und die es krisensicher machen. Eine gute digitale Aufstellung erhöht die Krisenresistenz und schließt aus, dass ein Lockdown oder sonstige äußere Einflüsse zum sofortigen Umsatz-Stopp führen.

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