Krank durch Lüftungsanlagen: Mythos oder Wahrheit?


Artikel vom 27. Juli 2021
Krank durch Lüftungsanlagen: Mythos oder Wahrheit?

Luftfilter werden in immer mehr und vor allem auch öffentlichen Gebäuden zur Pflicht. Sie sind in der Lage, selbst kleinste Partikel und sogar Viren aus der Luft zu filtern. Was ist jedoch, wenn das Gerät nicht ordnungsgemäß gereinigt und gewartet wird? Wirkt die Lüftungsanlage dann noch präventiv? Oder wird sie gar zur Keimschleuder? Ist ein Luftfilter mit einer Lüftungsanlage gleichzusetzen? Immerhin gelten diese bei unsachgemäßem Gebrauch als echte Keimquelle. Diese und weitere Fragen beantwortet der Experte Jürgen Hellmann in diesem Beitrag.

Mythos 1: Sind Lüftungsanlagen Keimquellen?

Ein Mythos besagt, dass durch Lüftungsanlagen Schmutz, Staub, Pollen und Keime angesaugt werden und damit ins Haus kommen. Doch jede Lüftungsanlage verfügt über hochwertige Filter. Diese halten Schmutz und Staub zurück, sodass diese nicht in die Raumluft gelangen können. Für Allergiker gibt es hochwirksame Pollenfilter, mit denen die gefürchteten Pollen sicher zurückgehalten werden. Doch eine Lüftungsanlage kann auch zur Keimquelle werden. Siedeln sich in den Filtern Keime, Pilze oder Bakterien an, oder lagern sich hier Schadstoffe ab, können diese via Raumluft immer aufs Neue zu den Menschen getragen werden. Werden die Filter zu spät gewechselt, funktioniert die Lüftung nur noch unzureichend. Der Sauerstoffgehalt kann sinken, gleichzeitig steigt der Gehalt an Kohlendioxid und Schadstoffen in der Raumluft. Die gegen Viren aufgestellten Luftfilter sind mobile Anlagen. Mit HEPA-Filtern ausgestattet, sollen diese Viren und Aerosole aus der Luft filtern.

Mythos 2: Verursacht die Lüftungsanlage Zugluft?

Während frische Luft durch undichte Fenster ungehinderten Zutritt hat, ist der Luftstrom einer Lüftungsanlage deutlich gebremst. In der Lüftungsanlage hat der Luftstrom nur eine relativ geringe Geschwindigkeit. Daher kommt es nicht zu Zugluft. Ist die Lüftungsanlage zusätzlich mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet, wärmt sie die kalte Luft von außen an und sorgt damit für ein angenehmes Raumklima. Sowohl die Temperatur als auch die Geschwindigkeit des Luftstroms lässt sich an den Ventilen so regulieren, dass ein für die Bewohner angenehmes Klima erzeugt wird.

Mythos 3: Müssen die Fenster geschlossen bleiben?

Verfügt ein Haus über eine Lüftungsanlage, können selbstverständlich auch die Fenster geöffnet werden. Doch auch bei geschlossenen Fenstern wird frische Luft kontinuierlich zu- und verbrauchte Luft abgeführt. Damit bleibt im Winter die Wärme im Haus und die Kosten fürs Heizen sinken. Dafür bleiben Mücken, Pollen und Straßenlärm draußen. Die Lüftungsanlage filtert Schadstoffe und unangenehme Gerüche, sodass die Luft im Haus immer angenehm frisch ist. Weil gleichzeitig die Feuchtigkeit aus der Atemluft nach draußen transportiert wird, kann kein Schimmel im Haus entstehen. Gleichzeitig erhöht die Lüftungsanlage die Sicherheit: Müssen keine Fenster und Türen zur Lüftung geöffnet werden, kann auch kein Einbrecher diese als Einstieg nutzen.

Mythos 4: Muffiges Klima bei geschlossenen Fenstern

Soll das Klima in Wohnräumen angenehm und frisch sein, muss dafür alle zwei Stunden die komplette Luft ausgetauscht werden. Ist die Luftfeuchtigkeit hoch, sollte die Luftaustauschrate sogar noch höher sein. Allein durch die Atmung, das Schwitzen, Duschen, Waschen und Kochen entstehen zwischen vier und fünf Liter Wasserdampf täglich pro Person. Ohne Lüftung steigt in der Wohnung somit die Luftfeuchtigkeit stetig an. Für einen gesunden Luftaustausch im Haus müssen die Fenster regelmäßig geöffnet werden. Ist das Haus dicht und gut gedämmt, sorgt die Lüftungsanlage für einen stetigen Zustrom an frischer Luft, während die verbrauchte Luft aus dem Haus geleitet wird.

Mythos 5: Die Lüftungsanlage sorgt für steigende Stromkosten

Läuft die Lüftungsanlage permanent, braucht sie selbstverständlich Strom dafür. Dafür spart sie an anderer Stelle Energie ein: Nutzt die Lüftungsanlage die Wärme aus dem Haus, bevor die verbrauchte Luft nach außen geleitet wird und wärmt damit die frische Luft an, spart sie Energie für das Heizen. Diese würde andernfalls mit der Lüftung durch die Fenster einfach nach außen verloren gehen. Wie hoch die Betriebskosten einer Lüftungsanlage sind, hängt davon ab, ob diese über eine Wärmerückgewinnung verfügt oder nicht.

Fazit: Regelmäßige Wartung und Austausch der Filter sind notwendig

Wird die Frischluftanlage ordnungsgemäß gewartet und die Filter regelmäßig ausgetauscht, ist sie eine gesunde Quelle für frische Luft in Innenräumen. Frischluftanlagen tauschen die verbrauchte Luft aus den Innenräumen zuverlässig und kontinuierlich gegen frische Luft aus. Werden die Anlagen allerdings nicht turnusgemäß gewartet und die Filter entsprechend den Angaben des Herstellers gewechselt, können sie als Brutstätte für Keime und Pilze dienen oder Schadstoffe in die Raumluft blasen. Im Laufe der Zeit sammelt sich schließlich in jeder Frischluftanlage neben Feuchtigkeit auch Staub an. Ebenso sollte das Kondensat aus der Lüftungsanlage regelmäßig entfernt und die Kanäle gereinigt werden. Jürgen Hellmann empfiehlt daher, bereits bei der Planung diese Punkte zu berücksichtigen. Sind die einzelnen Kanäle bei einer zentralen Anlage nur schwer erreichbar, können sie auch nur schwer gereinigt werden.


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