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Polizei Gütersloh: Mutmaßlicher Handel mit entwendeten neuen Handys aufgeflogen

Die Paderborner Kripo hat einem über die Grenzen Ostwestfalens agierenden Trickdieb aus Rheda-Wiedenbrück das Handwerk gelegt. Der Tatverdächtige hatte sich auf hochwertige Handys aus Elektronikmärkten spezialisiert, die Handys offiziell gekauft und anschließend das großzügige Rückgaberecht der Fachgeschäfte kriminell ausgenutzt

Lesedauer 2 Minuten, 24 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 15. Juni 2021

Polizei Gütersloh: Mutmaßlicher Handel mit entwendeten neuen Handys aufgeflogen
Paderborn/Rheda-Wiedenbrück (MB) Die Paderborner Kripo hat einem über die Grenzen Ostwestfalens agierenden Trickdieb aus Rheda-Wiedenbrück das Handwerk gelegt. Der Tatverdächtige hatte sich auf hochwertige Handys aus Elektronikmärkten spezialisiert, die Handys offiziell gekauft und anschließend das großzügige Rückgaberecht der Fachgeschäfte kriminell ausgenutzt. Bevor die Masche aufflog, gab es diese Taten in Paderborn, Bielefeld, Münster und Osnabrück. Jetzt laufen mehrere Strafverfahren gegen den 24-Jährigen.

Mitte April dieses Jahres erstatteten Mitarbeiter eines Elektronik-Fachmarktes aus Paderborn Anzeige gegen unbekannt. Der unbekannte Tatverdächtige wurde einer trickreichen Variante des Ladendiebstahls beschuldigt. Über das Online-Portal des Elektronikhandels hatte jemand zwei hochwertige Handys bestellt und den Paderborner Fachmarkt als Abholgeschäft angegeben. So tauchte ein junger Mann in der Filiale auf und holte die bezahlten Handys im Wert von über 2.500 Euro ab. Einen Tag später erschien der Mann wieder im Geschäft und gab die original verpackten Geräte gegen Erstattung des Kaufpreises zurück. Da das Siegel an der Handyverpackung unbeschädigt aussah, ging die Rückgabe glatt. Bei einer späteren Überprüfung stellte sich heraus, dass anstatt des Handys kleine Bleigewichte in der Verpackung lagen. Nein, keine Zauberei, aber wie der Dieb vorgegangen war, sollten erst die weiteren Ermittlungen der Paderborner Kripo ergeben. Die Gewichte, soviel stand fest, sollten das Gewicht des Handys ersetzen, damit der Schwindel nicht sofort aufflog. Bei der Aufklärung waren die Aussagen eines Ladendetektivs sowie verschiedene Videoaufzeichnungen der Kaufhausüberwachung hilfreich. Durch eine akribische Auswertung konnte der Tatverdächtige einem Auto zugeordnet werden. Das Fahrzeug war zwar nicht auf seinen Namen zugelassen und zur Abwicklung des Online-Kaufs hatte er einen falschen Namen genutzt - aber die Tarnung flog schnell auf. Weitere Recherchen führten zur Identifizierung des Tatverdächtigen, einem 24-jährigen Mann aus Rheda-Wiedenbrück.

Zwischenzeitlich wurde ein ähnlicher Fall aus einem anderen Paderborner Elektronikmarkt bekannt. Mitte März hatte ein Dieb auf die gleiche Weise zwei teure Handys erlangt. Die Tat war allerdings erst deutlich später aufgefallen, da die Handykartons original versiegelt schienen. Zudem gab es weitere Fälle in Bielefeld, Münster und in Osnabrück.

Mit den Ermittlungsergebnissen der Paderborner Kripo beantragte die Staatsanwaltschaft Paderborn einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Tatverdächtigen. In der letzten Maiwoche vollstreckte die Gütersloher Polizei den gerichtlich erlassenen Beschluss in der Wohnung des 24-Jährigen. Die Fahnder entdeckten zwölf neue Handys und weitere hochwertige Elektronik. Auch mehrere dutzend Bleigewichte, teils aus dem Angelzubehör, sowie anderes Material als Ersatz des Handygewichts wurden gefunden. Darüber hinaus fanden die Polizisten Kartonweise Plagiate von Handy-Originalverpackungen, Siegeln und anderen Aufklebern. Einiges, so konnte später recherchiert werden, hatte der junge Mann selbst mit Druckern hergestellt, anderes hatte er online auf dem asiatischen Markt erworben. Alle Beweismittel wurden sichergestellt. Der 24-Jährige machte keine Angaben zu Sache und lässt sich von einem Anwalt vertreten. Bislang war der junge Mann strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten.

Bislang steht nicht fest, ob und wie der Tatverdächtige mit den erbeuteten Handys eigenen Handel betrieben hat. Vermutlich ist die Masche rechtzeitig aufgeflogen, sodass noch kein umfangreicher Vertrieb stattgefunden hat. Die Ermittlungen dauern weiter an.

In Rento

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