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Rückenschmerzen: Bewegung kann Chronifizierung vorbeugen

Rückenschmerzen gelten in Deutschland als Volkskrankheit und sind hierzulande ein der häufigsten Ursachen für eine Krankmeldung am Arbeitsplatz. Eine Entwicklung, die durch die Corona-Pandemie noch verstärkt wird. Anlässlich des Tags der Rückengesundheit am 15. März 2021 weist der Deutsche Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie

Lesedauer 3 Minuten, 2 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 9. Mai 2021, DOI: https://www.guetsel.de/content/21665/1447635.html
Rückenschmerzen: Bewegung kann Chronifizierung vorbeugen

Rückenschmerzen gelten in Deutschland als Volkskrankheit und sind hierzulande ein der häufigsten Ursachen für eine Krankmeldung am Arbeitsplatz. Eine Entwicklung, die durch die Corona-Pandemie noch verstärkt wird. Anlässlich des Tags der Rückengesundheit am 15. März 2021 weist der Deutsche Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS) darauf hin, wie wichtig körperliche Aktivität und Bewegung sind, um einer Chronifizierung von akuten Rückenschmerzen entgegen zu wirken.

Ein Mangel an regelmäßiger Bewegung, verstärkte psychosoziale Belastungen sowie aufgeschobene Arztbesuche während der Corona-Pandemie zeigen inzwischen deutlich ihre negativen Auswirkungen auf die Rückengesundheit der Deutschen. Einer Analyse der DAK-Gesundheit zufolge führten Rückenschmerzen 2020 in Deutschland zu so vielen Fehltagen bei Beschäftigten wie schon lange nicht mehr. Die Ausfalltage wegen Rückenbeschwerden stiegen im Corona-Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent [1].

Gefahr der Chronifizierung hat durch Corona noch zugenommen

»Durch Lockdown und Homeoffice hat sich das Arbeitsumfeld stark gewandelt. Die Menschen sitzen noch länger bewegungslos vor dem Bildschirm. Aufgrund der geschlossenen Sporteinrichtungen können sie auch keinen Ausgleich mehr für die sitzenden Tätigkeiten und auch ihre psychischen Anspannungen finden«, erklärt Dr. Stefan Peters, wissenschaftlicher Mitarbeiter des DVGS. Hinzu kommt, dass insbesondere akute Rückenschmerzpatientinnen und -patienten während der Corona-Pandemie deutlich weniger medizinische Versorgungsleistungen in Anspruch nehmen. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung aus Italien. Die Studienautoren hatten die Konsultationszahlen aufgrund von akuten Rückenschmerzen in vier Krankenhäusern in der italienischen Stadt Mailand aus den Jahren 2019 und 2020 verglichen. Dabei stellten sie einen Rückgang an Konsultationen von insgesamt 87,2 Prozent fest [2]. »Das ist ein gravierendes Problem«, erklärt Dr. Stefan Peters. Rund 70 Prozent der deutschen Bevölkerung haben mindestens einmal im Jahr mehr oder weniger starke Rückenschmerzen, die auch wieder abklingen und somit nicht weiter tragisch sind [3]. Problematisch wird es, wenn sich akute Beschwerden zu einem chronischen Leiden entwickeln. »Die Gefahr einer Chronifizierung von Rückenbeschwerden könnte durch die Pandemie mit ihren Einschränkungen deutlich verstärkt worden sein«, so Peters weiter.

Nicht leitlinienkonforme Behandlung von Rückenschmerzen

Ein Thema, welches uns im Jahr 2021 immer noch begleitet, obwohl die so genannte Rückenschmerz-Revolution (Gorden Waddell) bereits Ende der 1990er Jahre stattgefunden hat, ist eine nicht leitliniengerechte Therapie von Rückenschmerzen in Deutschland. Die Brisanz, die das in sich trägt, zeigt eine ganz aktuelle und hochrangig publizierte Studie aus den USA aus dem Jahr 2021 [4]. Die Studienautoren hatten den Einfluss von nicht-leitliniengerechter Therapie bei Rückenschmerzen bei rund 5.300 Patientinnen und Patienten untersucht. »Die Leitlinien zur Behandlung von akutem Rückenschmerz sehen unter anderem vor, dass die Patienten so körperlich aktiv bleiben, wie es ihr Zustand erlaubt und dazu Bewegungstherapie statt passiver Therapien erhalten«, führt Peters aus. »Die Studie hat nun veranschaulicht, dass das Abweichen von diesen Empfehlungen deutlich zur Chronifizierung von Rückenschmerzen beiträgt«, ergänzt der Sportwissenschaftler.

Fehlversorgung in Deutschland bei der Bewegung

»Das zugrundeliegende Problem, und zwar nicht nur bei der Rückenschmerz-Thematik, ist eine allgemeine und eindeutige Fehlversorgung beim Thema Bewegung und körperliche Aktivität in Deutschland«, erklärt Angelika Baldus, Hauptamtlicher Vorstand des DVGS. »Deshalb setzt sich der DVGS seit Jahrzehnten dafür ein, dass sich Menschen mehr bewegen und qualitätsgesichert dazu angeleitet werden. Der DVGS ist deshalb mit seinen Experten unter anderem in den Gremien vertreten, die die wissenschaftlichen medizinischen Leitlinien erarbeiten, um für die evidenzbasierte Integration von Bewegung und körperlicher Aktivität in der medizinischen Versorgung zu sorgen«, ergänzt Baldus abschließend.

Quellen

1. https://www.dak.de/dak/bundesthemen/krankenstand-2020-2424242.html

2. Borsa S, Pluderi M, Carrabba G et al. Letter to the Editor: Impact of COVID-19 Outbreak on Acute Low Back Pain. World Neurosurg. 2020; 139: 749. doi:10.1016/j.wneu.2020.05.218 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7256499/)

3. Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Faktencheck Rücken, Gütersloh, 2016

4. Stevans JM, Delitto A, Khoja SS et al. Risk Factors Associated With Transition From Acute to Chronic Low Back Pain in US Patients Seeking Primary Care. JAMA Netw Open; 2021; 4(2) :e2037371. doi:10.1001/jamanetworkopen.2020.37371 (https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2776518)

Salenti

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