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Sex-Bots auf Instagram sind überall


Wer sich die Instagrambeiträge von reichweitenstarken Influencerinnen und Influencern anschaut, stößt in der Kommentarspalte immer öfter auf sogenannte Sex-Bots. Anzügliche Kommentare, wie: »Steht ihr auf Möpse? Dann klickt jetzt auf mein Profil!«, aber auch im Privatnachrichten nerven die Nutzer ungefragt mit Links zu Sexvideos, Sex-Websites …

Artikel vom 7. 5. 2021
Sex-Bots auf Instagram sind überall
Wer sich die Instagrambeiträge von reichweitenstarken Influencerinnen und Influencern anschaut, stößt in der Kommentarspalte immer öfter auf sogenannte Sex-Bots. Anzügliche Kommentare, wie: »Steht ihr auf Möpse? Dann klickt jetzt auf mein Profil!«, aber auch im Privatnachrichten nerven die Nutzer ungefragt mit Links zu Sexvideos, Sex-Websites oder Datingwebsites. Oft werden auch ganze Nachrichtengruppen aufgemacht. Mit diesen Nachrichten wird das Postfach verstopft und man muss sie einzeln löschen.

Das Problem ist, dass uns die Sexindustrie immer einen Schritt voraus ist, das gilt auch für Technologien. Bei Innovationen hören die Entwicklungen natürlich nicht auf, stattdessen werden ganze Geschäftsmodelle entwickelt. Sex als Kundenköder hat schon immer funktioniert.

Instagram-Sex-Bots

Sex-Bots sind Computerprogramme, die seit Jahren von Firmen und Meinungsmachern eingesetzt werden, um günstig Werbung zu machen oder eine bestimmte politische Meinung zu verbreiten.

Betreiber solcher Accounts schicken einem über den Bot Direktnachrichten, liken Beiträge, folgen anderen Accounts und verschicken sogar Gruppeneinladungen. Möglichst vielen und möglichst häufig, Reichweite bleibt das A und O jeder Instagram-Präsenz. In Sachen Aufmerksamkeit sind die Bots dagegen schon sehr weit.

Wen das noch nicht genug abgestoßen hat oder wer sich am Ende sogar angesprochen fühlt, der geht den Bot-Betreibern ins Netz. Der »Link in der Bio« führt dann auf externe Portalseiten oder direkt auf irgendeine dubiose Dating-Plattform. Pro Klick, Anmeldung, oder über eine Beteiligung am Gewinn verdienen die Betreiber ihr Geld. Dass das Geschäft boomt, beweist die Menge an solchen Nachrichten.

Auf den Dating-Seiten chattet man außerdem in aller Regel nicht mit echten Frauen und es besteht eine große Gefahr, sensible Daten mit Cyberkriminillen zu teilen.

Sex-Bots auf Instagram sollten nicht ignoriert werden. Vor allem deshalb, weil Instagram nicht ausschließlich für Erwachsene ist. Die Plattform ist für Kinder ab 13 Jahren freigegeben. Viele Minderjährige bekommen pornografische Inhalte serviert. Obwohl Fotos nackter Haut laut einer Analyse von »AlgorithmWatch« und dem »European Data Journalism Network« ordentlich gepusht werden, verstoßen Sex-Bots gegen das Kredo und die Nutzerbedingungen der Plattform. Gegen die geschätzten 100 Millionen Bot-Accounts wirkt Instagram allerdings überfordert.

Die Plattform gibt an, jeden Tag Millionen gefälschter Konten allein bei der Registrierung zu blockieren. Das Antispam-System soll über eine Million Überprüfungen pro Sekunde vornehmen. Ganz schön viel, allerdings kaum ausreichend für die überforderte Facebook-Tochter.

Es gibt leider immer wieder Menschen, die auf die Links klicken und dann Opfer von Cyberkriminellen werden. Sei es aus Neugier oder dem Wunsch, gut aussehende Frauen zu daten. Da die Scham bei solchen Betrugsfällen sehr hoch ist, gehen viele Betroffene nicht zur Polizei und zeigen die Täter nicht an. Das führt dazu, dass die Täter ihre Masche weiterhin mit ahnungslosen Opfern abziehen können und nicht statistisch erhoben werden kann, wie viele solcher Betrugsfälle es wirklich gibt. Die Dunkelziffer bleibt hoch.

Man sollte keinesfalls irgendwelche persönlichen Daten preisgeben! Fremde sollten weder über die eigenen Vorlieben, Kontodaten oder die Anschrift Bescheid wissen. Fotoverlinkungen sollten manuell freigegeben werden, damit man nicht von den Sex-Bots auf pornografischen Inhalten markiert werden kann.

Kontakte sollten regelmäßig aufgeräumt werden und alle Follower, die einem suspekt vorkommen, entfernt werden. Die kleine Aufräumarbeit sollte nicht allzu lange dauern. So kommt man in ein paar Minuten gut durch und hat wieder mehr Zeit im Feed herumzuwischen

Die Kommentare und Profile sollten bei Instagram gemeldet werden, sodass die Accounts gesperrt werden können. Große Seitenbetreiber kommen mit dem Löschen meist kaum noch hinterher.

Kommentare sollten blockiert werden. Als Seitenbetreiber hat man die Möglichkeit, Wörter anzugeben, die Instagram in fremden Kommentaren erkennt und automatisch löscht. Das Problem: Die Sex-Bots sind uns schon wieder voraus. Aus »Vagina« wird »V A G I N A«, aus anderen Geschlechtsorganen eindeutig zweideutige Obst- und Gemüse-Emojis.

Fake-Accounts sollten blockiert werden. Bot-Accounts als Spam zu melden, hilft meistens. Auch, wenn auf jeden gelöschten Bot gefühlt zehn Neue kommen. Mit jedem aktiven Schritt, den ma macht, hilfst man dabei, dass sich Sex-Bots nicht weiter auf Instagram ausbreiten. Und dass weder Kinder noch Erwachsene Opfer von Cyberkriminellen werden.

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© Christian Schröter AGD