Lieferando, Zeit für Donuts

Zur Lage der Pandemie

Immer mehr Leute fangen an zu zweifeln. Offenbar herrscht allgemein die Annahme vor, es gäbe Lösungen, womöglich sogar einfache Lösungen. Man müsse sie nur finden. Oder die Leute ranlassen, die sie angeblich haben

Lesedauer 4 Minuten, 12 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 29. März 2021

Zur Lage der PandemieSymbolbild für Ratlosigkeit und Zweifel
Immer mehr Leute fangen an zu zweifeln. Offenbar herrscht allgemein die Annahme vor, es gäbe Lösungen, womöglich sogar einfache Lösungen. Man müsse sie nur finden. Oder die Leute ranlassen, die sie angeblich haben. Es gibt aber keine einfachen Lösungen. Man kann es nicht großartig besser oder schlechter machen mit den Leuten und unter den Voraussetzungen, die wir haben.

Die Lage in China

Man könnte es lediglich so wie in China machen: Totale Überwachung, Ausgangssperren, die mit dem Militär durchgesetzt werden, Zuschweißen von Hochhaustüren, komplettes Stilllegen von allem. Aber das will auch niemand. Das ließe sich wohl auch nicht durchsetzen.

Chaos

Im Detail herrscht Chaos, klar … in anderen Ländern impft man im Vorbeigehen im Supermarkt oder in der Kneipe. Vieles will man zu gut machen. Und man greift nach jedem Strohhalm. Weil auch die Politiker von der Annahme ausgehen, dass es Lösungen gäbe. Sie glauben, sie müssten sie nur finden. Und so eiert man zwischen »nichts schließen« und »alles schließen« herum … mit einer großen Prise an Lobbyismus, Populismus, Inkompetenz, Inkonsequenz, Geschwafel und sonstigem …

Kompetente Leute

Aber die kompetenten Leute haben auch keine Lösungen, die inkompetenten oder vermeintlich kompetenten erst recht nicht. Drosten sagt, man begäbe sich da blauäugig in eine Situation hinein. Das stimmt. Aber eine Lösung hat er auch nicht. Lauterbach weiß über alles Bescheid, lag meist richtig, und warnt. Er plädiert für einen radikalen Lockdown. Das ist auch keine »große Lösung«, damit bekommt man vielleicht eine Welle in den Griff, nicht die Pandemie an sich. Streeck sagt ganz fatalistisch, man müsse lernen, mit dem Virus zu leben. Was soll man da lernen? Psychologen sagen, dass die Leute an den Maßnahmen litten, besonders auch die Kinder. Das stimmt. Es hilft aber nichts. Über Long-Covid weiß man beispielsweise noch wenig. Die Diakonie brachte den Hinweis, dass sich Jugendliche »nicht gehört« fühlten. Und dann? Wer soll sie denn hören und was soll er dann tun? Die Jugendlichen seien gar »abgefuckt«. Wie »abgefuckt« wohl erst die Toten sind und die schwer Erkrankten mit Langzeitfolgen?

Politiker

Ein Lindner stellt sich hin, weiß im Nachhinein, was alles falsch gelaufen ist, und spricht von einem »Impfturbo«. Genauso gut könnte man fordern, alle Viren zu verbrennen. Das wäre auch eine Lösung. Plaßberg sagte, man spräche von verschütteter Milch. So ist es. Kubicki empfiehlt, zu klagen. Als könne man die Pandemie wegklagen. Die Super-Ideologie der Deutschen ist offenbar die, dass es kein Problem gäbe, das man nicht verbieten könne.

Testen

Manche testen viel – das ermöglicht ein wenig »Normalität«, bringt aber aus epidemiologischer SIcht wenig, wie man sieht, und kostet Unsummen. Auch in Tübingen steigen die Zahlen stark. Sie sind noch nicht dramatisch hoch, aber sie steigen. Man greift – wie gesagt – nach jedem Strohhalm. Und man kann jetzt überall das »Tübinger Modell«, den »Hamburger Weg«, das »Hintertupfinger Modellprojekt« machen. Aber wie Lauterbach zu Recht sagt: Wir sind hier nicht bei »Jugend forscht«.


Leugnung

Andere leugnen einfach alles. Das ist auch keine Lösung, es sei denn, man ginge davon aus, dass in den Krankenhäusern dann nur Schauspieler lägen. Und dass die Toten in Wirklichkeit an etwas ganz anderem gestorben wären.

Überzeugendes

Das einzig Überzeugende, was ich bisher gehört habe, war die Aussage einer unbekannten Virologin, die sagte, man habe das modelliert: Wenn alle zwei Wochen lang zu Hause blieben und ihre Kontakte um 50 Prozent reduzierten, liefe sich die Pandemie tot. Das müsste man allerdings weltweit und überall tun. Aber das machen die Leute halt nicht. Denn der Bürger ist dann »mündig«, wenn er was will, nicht, wenn er was soll.

Wie es enden könnte

Wir können also nur auf die Impfungen hoffen und darauf, dass sich das ganze dann totläuft. Und/oder darauf, dass das Virus irgendwann harmlos wird. Aber das kann Jahre dauern. Erst einmal wird es – wie man sieht – noch gefährlicher. Der Begriff der »Escape Mutationen« steht im Raum. Das steht für Mutationen, die der Immunität nach einer überstandenen Infektion oder nach einer Impfung »entkommen« und das Überleben des Virus sichern. Das darf natürlich nicht den Eindruck erwecken, das Virus »wolle« das oder das fände gezielt statt. Das ist Evolution bei der Arbeit. Es gibt zufällige Mutationen, einige wenige sind dann resistent und verbreiten sich. Zufällig sind sie nun auch ansteckender und gefährlicher. Auf die lange Sicht ist es nur logisch, dass sich harmlose aber ansteckende Mutationen durchsetzen, denn dagegen würde man weniger unternehmen, auch das Immunsystem würde darauf nicht oder nur schwach reagieren, sodass sich das Virus noch weiter verbeiten würde und noch länger überleben würde. Das Virus hat im Prinzip kein Interesse daran, seinen Wirt zu töten, wenn man so will.

Pech

Alles in allem haben wir Pech gehabt. Ein Coronavirus ist zufällig so mutiert, dass es für uns gefährlich wurde. Aber wir haben auch Glück gehabt, dass es nicht viel tödlicher ist. Was wäre, wenn 90 Prozent der Infizierten stürben? Warum überhaupt eine Pandemie daraus wurde, liegt auf der Hand. Wenn wir Glück haben, wird das Virus, wie gesagt, früher oder später auch wieder harmloser. Denn es mutiert, wie wir sehen. Letztendlich beweist wieder einmal, dass wir, wie es Taleb erkannt hat, »Sklaven des Zufalls« sind. Und der Notwendigkeit.

Spiegel

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