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NGG Bielefeld-Herford startet Aktionswoche Demografie


Sie stehen um 22 Uhr am Band oder backen morgens um 4 Uhr die Brötchen: Rund 24.000 Menschen im Kreis Gütersloh machen Schichtarbeit. Das geht aus dem aktuellen Mikro-Zensus des Statistischen Landesamts (IT.NRW) hervor. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten sieht gerade für ältere Beschäftigte eine »enorm hohe Belastung« …

Artikel vom 21. 9. 2015
NGG Bielefeld-Herford startet Aktionswoche Demografie
Arbeiten, wenn andere schlafen – Schichtarbeit geht gerade bei älteren Beschäftigten an die Substanz, warnt die NGG. Mit einer Aktionswoche zur Demografie informiert die Gewerkschaft jetzt über die Situation in den heimischen Betrieben, Foto: NGG
Sie stehen um 22 Uhr am Band oder backen morgens um 4 Uhr die Brötchen: Rund 24.000 Menschen im Kreis Gütersloh machen Schichtarbeit. Das geht aus dem aktuellen Mikro-Zensus des Statistischen Landesamts (IT.NRW) hervor. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten sieht gerade für ältere Beschäftigte eine »enorm hohe Belastung«: »Viele Arbeitnehmer halten bei anstrengenden Wechselschichten nicht bis zur Rente durch«, sagt Gaby Böhm. Für die Geschäftsführerin der NGG Bielefeld-Herford müssen die Arbeitsplätze deshalb altersgerecht gemacht werden. Wie das gehen kann, will die Gewerkschaft in dieser Woche diskutieren.

In der Ernährungsindustrie sei Schichtarbeit besonders verbreitet, sagt Gaby Böhm. Etwa 11.800 Beschäftigte zählt die Branche im Kreis Gütersloh. »Der Zwei- oder Drei-Schichtbetrieb ist in der Lebensmittelproduktion gang und gäbe. Hier wird oft rund um die Uhr gearbeitet – manchmal an sieben Tagen pro Woche«, so die Gewerkschafterin. Lärm, Hitze, Nässe und künstliches Licht seien zusätzliche Belastungen, die »schon bei jüngeren Arbeitnehmer an die Substanz« gingen. Die Arbeitsbedingungen müssten spürbar verbessert werden, um erfahrene Mitarbeiter länger im Betrieb zu halten.

Konkret fordert die NGG Bielefeld-Herford für die Beschäftigten in der Ernährungswirtschaft einen Rechtsanspruch auf Teilzeit im Alter – bei vollem Lohnausgleich. »Wer über Jahrzehnte Tag und Nacht gearbeitet hat, der muss in den letzten Berufsjahren entlastet werden. Und ohne Abstriche in Rente gehen können«, betont Gaby Böhm. Modelle für die tariflichen Freizeittage im Alter hätten sich in vielen Branchen bewährt. Sie schonten die Gesundheit der Beschäftigten und machten die heimischen Arbeitsplätze »demografiesicher«. Böhm: »Jetzt geht es darum, zusammen mit den Arbeitgebern am Tarif-Tisch zu konkreten Lösungen zu kommen.«

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