Hans Reffert, Malerei und Zeichnung, Rudolf Scharpf Galerie Ludwigshafen am Rhein, 20. Juni bis 6. September 2026
#Ludwigshafen, 18. Juni 2026
Anlässlich des 10. Todestages Hans Refferts richtet die Rudolf Scharpf Galerie im Wilhelm Hack Museum, Hemshofstraße 54, dem in erster Linie als Musiker bekannten Künstler eine Einzelausstellung aus. Die Präsentation eröffnet diesen Sommer einen konzentrierten Blick in das zeichnerische wie malerische Werk des interdisziplinär arbeitenden Künstlers.
Geboren 1946 in Ludwigshafen am #Rhein als Sohn eines Gipsermeisters und Stukkateurmeisters fühlt sich Hans Reffert schon in jungen Jahren von dem illustrativen Zeichnen angezogen. Später entwirft er #Cover für #Schallplatten und #Zeichenbücher. 1961 studiert er bei dem deutschen Künstler Hans Nagel 1 Jahr #Malerei in #Mannheim und erweitert damit sein zeichnerisches Repertoire um das malerische. Er interessiert sich für die #Kunst von Hieronymus Bosch, Pieter Brueghel dem Älteren, Francisco de Goya und di#e Surrealisten. In den Illustrationen des österreichischen Grafikers Alfred Kubin, die zwischen #Traum und #Realität changieren, und den Werken des Schweizer »Art brut« Künstlers Adolf Wölflis findet er künstlerische Inspiration, ebenso in den fantastischen #Comic Heften der 1930er Jahre bis 1950er Jahre. Maßgeblich wurde er von amerikanischen #Entertainment #Comics beeinflusst. Für seinen Eigenentwurf fantastischer Welten lässt er sich außerdem von der amerikanischen #Literatur anregen – insbesondere von den fantastisch bizarren Geschichten des amerikanischen Magazins »Weird Tales«, den Kurzgeschichten von Edgar Ellen Poe, den Scifiromanen und Fantasieromanen von Clarke Ashton Smith und Ray Bradbury. Parallel zu seiner Leidenschaft für die bildende Kunst entwickelt sich zudem die fürMusik. Der Einfluss US amerikanischer #Kultur auf den jungen Hans Reffert zeigt sich auch hier – mit »The Adventures« steht er in den 1960er Jahren auf Clubbühnen amerikanischer Militärstandorte in Mannheim. Heute ist der einst in zahlreiche musikalische Projekte eingebundene Gitarrist, Komponist und Flötist insbesondere als langjähriger Gitarrist der #Krautrock Band »Guru Guru« einem breiten Publikum bekannt.
Die Einzelausstellung zu Hans Refferts malerischem und zeichnerischem Werk in der Rudolf Scharpf Galerie zeigt mehr als 70 Arbeiten privater Leihgeber aus der Region aus rund 50 Schaffensjahren und bietet damit die Gelegenheit, die Entwicklungslinien sowie die technische Vielschichtigkeit des Künstlers nachzuvollziehen. Kompositorisch ordnet die Ausstellung vier thematisch homogene Werkreihen an:
Die Beschäftigung mit #Träumen, dem #Unbewussten und #Surrealen zieht sich durch das künstlerische Werk von Hans Reffert. Über die Dauer seiner künstlerischen Schaffenszeit entwirft er immer wieder neue, fantastische Wesen und traumhaft anmutende Bildwelten. Fantasievolle Fabelwesen eigener Imagination finden sich in großformatigen und farbintensiven Acrylmalereien, wie auch in zahlreichen Skizzen, Zeichnungen und Grafiken, die zwischen Science Fiction, Comic und Abstraktion angesiedelt sind. Das aus rund einhundert Zeichnungen bestehende und vom Künstler als Traum Archiv betitelte Spätwerk mit Arbeiten aus den Jahren 1999 bis 2009 spannt ebendiese Traumwelten auf und markiert doch eine feste #Eigenposition. Nicht nur aus ästhetischer Sicht stehen die schwarzweiße #Chromatik und feine Linienführung schwarzer #Tusche in Kontrast zur Farbigkeit der #Acrylgemälde. Die entworfenen Traumszenerien falten motivisch das Unheimliche, Bizarre, gar Böse auf. Dämonische Frauenfiguren und surreal anmutende Hybridwesen drängen sich in die Reffertsche Zeichenwelt und bilden endlose Schleifen eines grotesken (Alb)Traums.
Von der tiefgreifenden Beschäftigung mit der literarischen Figur #Pinocchio zeugen mehrere Arbeiten Hans Refferts. Neben mittel bis großformatigen Druckarbeiten finden sich kleinformatige Zeichnungen, die der Pinocchiogeschichte in ihren erzählerischen Elementen punktuell nachgehen. Die abgebildeten symbolischen Chiffren der Erzählung scheinen so spannungsvoll auf das Leben des Künstlers zurückzuwirken. Die Figur des Pinocchios tritt hier als Alter Ego des Künstlers auf – als Projektionsfläche eines Künstlerselbstbilds, das kindlichen Übermut und Regelbrüche verkörpert.
Eine weitere Werkreihe unterstreicht Hans Refferts Passion für die Musik. Mittel bis großformatige Zeichnungen und Gemälde hat der Künstler diesem Themenbereich gewidmet, darunter zahlreiche Portraits unter anderem von Eddy Cochran, Sonny Rollins, Jimmy Hendrix oder Tracy Chapman, die von seiner Bewunderung für die US amerikanische Musik und ihre Protagonisten zeugen. Weiterhin gibt die Ausstellung einen Einblick in das Adolf Wölfli Projekt von ewo 2, bei dem Hans Reffert als Musiker und Illustrator maßgeblich mitgewirkt hat. Ausgehend von der Idee Hans Refferts, sich dem Künstler über ein Konzept Album anzunähern, entstanden Grafiken, Collagen und Texte, die in dem Band »#AllBumm« zusammengefasst wurden. Davon, welchen Stellenwert der künstlerische Ausdruck im Leben Hans Refferts eingenommen hat, zeugen außerdem die für die Ausstellung zusammengetragenen Alltagszeichnungen. Flüchtige Illustrationen festgehalten auf Kellnerblöcken, Papiertaschentüchern, Briefumschlägen und Ähnlichem legen die Spuren zu einem vergangenen Leben, das ganz im Zeichen der Kunst geführt wurde, frei.
20. Juni bis 6. September 2026, Vernissage am 19. Juni 2026, 18 Uhr, Rudolf Scharpf Galerie, Hemshofstraße 54, 67063 Ludwigshafen am Rhein …
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