Mit Vitamin D kann man rechnen, besonders bei #Infektionen

#Kiel, März 2026

Die #Wissenschaft ist sich bisher nicht einig, welcher Vitamin D Spiegel im #Blut empfohlen werden sollte. Wenn man aber einen Mechanismus berücksichtigt, der während einer Infektion zum Tragen kommt, gibt es eine einfache Lösung.

Seit 2013 wird darüber berichtet wird, dass Vitamin D ein »negative acute phase reactant« ist, was nichts anderes heißt als das der 25(OH)D Wert, der ein Maß für den Vitamin D Vorrat im Blut ist, während einer Infektion viel schneller sinkt als üblich.

Eine Untergrenze des 25(OH)D Wertes ist dabei leicht auszumachen, da ein Vitamin D Spiegel unterhalb von 10 Nanogramm pro Liter (schwerer Mangel) eng mit der Auslösung einer Sepsis verbunden sind, an der übrigens fast 90 Prozent der Covid 19 Toten gestorben sind.

Das ist auch gut in der #Grafik zu dieser Publikation zu erkennen, die dieser #Studie des Universitätsklinikums #Bratislava entnommen wurde: »Serum 25 Hydroxyvitamin D Konzentration Signifikanter Rückgang bei Patienten mit #COVID 19 #Pneumonie während der ersten 48 Stunden nach Krankenhausaufnahme«

In der Studie wurde 25(OH)D Wert mehrerer Patienten mit einer COVID 19 Infektion am Tag der Hospitalisierung und 4 Tage danach erfasst. Bei den Patienten, die schon bei der ersten Messung einen 25(OH) Wert unterhalb von 10 Nanogramm pro Liter hatten, hat sich dieser in den Tagen danach kaum noch verändert , das Immunsystem konnte dem Blut also keine nennenswerten Mengen Vitamin D mehr entnehmen.

Da #Immunzellen wie T und B Zellen es aber zwingend benötigen um sich durch Setzen von Genschaltern so zu verändern, dass sie eine Bedrohung bekämpfen können, stoppt dieser Vorgang, wenn es zu einem Vitamin D Mangel kommt.

Studie der Universität Kopenhagen 2010, »#Sonne unverzichtbar für starkes Immunsystem«. »[…] T Zellen brauchen unbedingt ausreichende Mengen an Vitamin D im Blut, um in Aktion treten und entsprechend funktionieren zu können. Sind keine ausreichenden Mengen dieses Vitamins im Blut verfügbar so die Forscher blieben die Zellen in einem schlafähnlichen Zustand und seien daher unfähig zur ›Aktivierung‹ und somit zur gezielten Bekämpfung fremder Krankheitskeime.«

Die 10 Nanogramm pro Liter in der Grafik passen zu langjährigen Erfahrungswerten, die dazu geführt haben, das ein Vitamin D Spiegel unterhalb von 12 Nanogramm pro Liter als schwerer Mangel bezeichnet wird. Unter diesen Wert sollte der Vitamin D Spiegel also niemals absinken.

Das kann aber während einer Infektion leicht passieren, da der Vitamin D Bedarf des Immunsystems während einer Infektion stark ansteigt.

Der Grund dafür ist bekannt, aber kein Allgemeinwissen, daher ein paar Details dazu. Die oben erwähnten T und B Zellen die zu den weißen Blutkörperchen gehören, haben wie alle anderen Zellen auch, Vitamin D Rezeptoren, mit den sie dem Blut Vitamin D entnehmen. Dabei hatten Individuen, die sparsam mit Vitamin D umgegangen sind, im Laufe der Evolution eine bessere Überlebenschance, wenn kein ganzjähriger Nachschub (Winter) von Vitamin D gesichert war. Das ist heute noch am Verhalten von Immunzellen zu erkennen, denn diese zeigen (exprimieren) nur wenige Vitamin D Rezeptoren an Ihrer Oberfläche, wenn sie nichts zu tun haben also naiv sind. Entsprechend gering ist deren Vitamin D Bedarf.

Erkennt das Immunsystem eine Gefahr und teilt den T Zellen mit, wie diese Gefahr beseitigt werden kann, erhöhen die T Zellen die Anzahl der Vitamin D Rezeptoren auf ihrer Oberfläche um Faktor 10 bis 50. In absoluten Zahlen sind das etwa 10.000 bis 50.000 Vitamin D Rezeptoren pro Immunzelle.

Das das zu einem stark erhöhten Vitamin D Entnahme aus dem Blut führt, erschließt sich von alleine, zumal eine T Zelle nur eine bestimmte Anzahl von Viren bekämpfen kann, bis sie erschöpft ist und ersetzt werden muss.

Aus der Grafik der Studie des Universitätsklinikums Bratislava lässt sich auch ablesen, wie stark der Vitamin D Verbrauch während einer Infektion ansteigen kann. Dazu muss man sich nur die Graden in der Grafik ansehen, die das stärkste Gefälle haben. An diesen ist zu erkennen, dass der Vitamin D Spiegel in 4 Tagen um bis zu 10 Nanogramm pro Liter gesunken ist, also 2,5 Nanogramm pro Liter pro Tag.

Leider ist die Zahl von Studien in dieser Art sehr gering, ich habe nur noch eine weitere Studie gefunden, in denen der 25(OH)D Wert mehrfach während einer Infektion erfasst wurde, aber die Ergebnisse beider Studien passen zusammen.

Studie des Louisiana State University Health Sciences Centers New Orleans: »Vorläufige Ergebnisse einer prospektiven, randomisierten kontrollierten Studie zur Schmalband UVB Phototherapie bei hospitalisierten COVID 19 Patienten«, 12,2 Nanogramm pro Liter in 5 Tagen gleich 2,44 Nanogramm pro Liter.

Man kann also davon ausgehen, das der 25(OH)D Wert während einer Infektion täglich um etwa 2,5 Nanogramm pro Liter sinken kann. Dadurch kann es auch bei einem 25(OH)D Wert von 30 Nanogramm pro Liter, der in vielen alten Veröffentlichungen als gut bezeichnet wird, schon durchschnittlich am 8. Infektionstag zu einem schweren Mangel kommen.

Die einfache Rechnung dazu: 30 Nanogramm pro Liter (8 mal 2,5 Milligramm pro Milliliter) gleich 10 Nanogramm pro Liter.

Dauert eine Infektion also länger als 8 Tage kann der Vitamin D Vorrat von 30 Nanogramm pro Liter im Blut vor einer Infektion nicht ausreichen um das Entstehen eines Mangels zu verhindern. Da ein niedriger Vitamin D Spiegel ein unabhängiger Risikofaktor für #Sepsis ist und die Inzidenz schwerer Infektionen erhöht, führt das dann häufig zu einer Hospitalisierung wegen Sepsis.

Kommt es zur #Hospitalisierung, müsste der Vitamin D Mangel dann zusätzlich zur üblichen Behandlung mit Cortison so schnell wie möglich ausgeglichen werden, damit das Immunsystem wieder arbeiten kann. Da das aber nicht in der S3 Richtine für Sepsis steht, ist eine zusätzliche Vitamin D Ergänzung in deutschen Kliniken nicht üblich, was zu Folge hat, das mehr als 30 Prozent der hospitalisierten Covid 19 Patienten innerhalb eines Jahres sterben.

Da wird sich wohl erst ändern, wenn man auch hier versteht, warum eine Ergänzung der langsam wirkenden Form Vitamin D3 bei kritisch Kranken tatsächlich wenig hilfreich ist, aber eine Ergänzung der Speicherform von Vitamin D (Calcidiol) die einen Mangel sehr schnell behebt, in andalusischen Kliniken 4mal mehr Patienten vor dem Tod gerettet hat.

Den Grund dafür kann man detailliert im #Blog »Vitamin D as Calcifediol is now available in the UK« von Dr. David Grimes nachlesen, der wegen Covid 19 eine Vitamin D Supplementation vor dem englischen Parlament vertreten hat.

Hier eine Publikation der Spanischen Zeitschrift »#Larazon« zur Behandlung mit #Calcidiol in den dortigen Kliniken vom Juni 2021: »Durch die sofortige Anpassung des Defizits nach der Infektion lassen sich die Todesfälle durch Covid 19 um 75 Prozent reduzieren«. Spanische Forscher »[…] haben eindeutig nachgewiesen, dass die Einnahme von Calcifediol (Calcidiol), dem aktivsten Vitamin D Metaboliten im endokrinen System, die Sterblichkeit bei Patienten mit schwerem COVID 19, die während der ersten Welle stationär behandelt werden mussten, signifikant um das Vierfache senken kann. Anders ausgedrückt: Bei den Betroffenen, die dieses Medikament nicht einnahmen, lag die Sterblichkeitsrate nach 30 Tagen bei 20 Prozent, während sie in der Gruppe der Patienten, die das Medikament erhielten, kaum 5 Prozent erreichte.«

Da aufgrund der wenig wirksamen Behandlung in Deutschland fast jeder Dritte, der wegen einer Sepsis hospitalisiert wird, nach einem Jahr nicht mehr lebt, ist es somit keine gute Idee, bei einer länger andauernden Infektion täglich mit dem #Arzt zu telefonieren, bis der dann irgendwann entscheidet, dass sich Anzeichen einer Sepsis zeigen und eine Hospitalisierung notwendig ist.

Besser ist es vor einer Infektion so viel Vitamin D im Blut zu haben, dass es sehr wahrscheinlich nicht zu einem schweren Mangel und einer Sepsis kommt.

Da der 25(OH) Wert an jedem Infektionstag um 2,5 Nanogramm pro Liter fallen kann, wenn es nicht schon vorzeitig zu einem Mangel kommt, braucht man zur Berechnung eines sicheren 25(OH)D Wertes die Anzahl der Tage, die eine Infektion maximal dauert.

Dazu gibt es Zahlen aus Statistiken: Nach 14 Tagen sind 95 Prozent aller Infektionen zu Ende, daher wird diese Zahl von Tagen als maximale Infektionsdauer verwendet.

Damit hat man alles zusammen für eine Berechnung. Vitamin D Verbrauch während der Infektion gleich 14 Tage mal 2,5 Nanogramm pro Liter pro Tag gleich 35 Nanogramm pro Liter. 10 Nanogramm pro Liter müssen übrig bleiben, also muss der Startwert um 10 Nanogramm pro Liter höher sein.

10 Nanogramm pro Liter plus 35 Nanogramm pro Liter gleich 45 Nanogramm pro Liter.

Also sollte der 25(OH)D Wert nie niedriger als 45 Nanogramm pro Liter sein, denn man weiß ja nicht wann eine Infektion anfängt.

Das passt sehr gut zu dem Ergebnis einer deutschen Studie in der eine theoretische Sterblichkeit von Null bei Vitamin D Spiegeln oberhalb von 50 Nanogramm pro Liter berechnet wurde. »Das COVID 19 Sterberisiko steht in umgekehrtem Verhältnis zum Vitamin D 3 Status, und bei einem 25(OH)D3 Spiegel von 50 Nanogramm pro Liter könnte theoretisch eine Sterblichkeitsrate von nahezu Null erreicht werden: Ergebnisse einer systematischen Überprüfung und Metaanalyse«.

Und es passt auch zu Beobachtungen von Indischen Ärzten, die während Pandemie etliche Studien zu Vitamin D und Covid 19 durchgeführt haben.

»TheHindu«: Hohe Vitamin D Spiegel reduzieren Covid Infektion: NIMS Studie: »Dr. Maheshwar beobachtete auch, dass weniger als 5 Prozent der Menschen an Covid 19 erkrankten, wenn der Vitamin D Spiegel mehr als 55 Nanogramm pro Milliliter betrug. Die Sterblichkeit von Covid Patienten ist fast null, wenn der Vitamin D Spiegel 60 Nanogramm pro Milliliter beträgt, und ist sehr hoch, wenn der Spiegel weniger als 30 Nanogramm pro Milliliter beträgt.«

Was ich noch erwähnen möchte ist, die Menge an Vitamin D, die man während einer Infektion ergänzen müsste, um das Sinken des 25(OH)D Wertes um 2,5 Nanogramm pro Liter pro Tag zu verhindern. Diese sollte man sich von einem Vitamin D Rechner ausrechnen lassen da sie gewichtsabhängig ist.
Berechnungsprinzip: 25(OH)D soll an einem Tag um 2,5 Nanogramm pro Liter steigen, dann müsste der 25(OH)D Wert unverändert bleiben, wenn gleichzeitig 2,5 Nanogramm pro Liter verbraucht werden.

Vitamin D Rechner von Reinhard Melz

Startwert zum Beispiel 20 Nanogramm pro Liter; Zielwert 2,5 Nanogramm pro Liter höher, also 22,5 Nanogramm pro Liter; Gewicht zum Beispiel 72 Kilo. Ergebnis: Eine 72 Kilo schwere Person muss während einer Infektion täglich 25.000 I. E. Vitamin D Supplementieren, damit der 25(OH)D Wert nicht sinkt.

Damit kann man auch schon bei den ersten Anzeichen einer Infektion anfangen, dann könnte eine Infektion auch länger als 14 Tage andauern, ohne dass es zu einem Vitamin D Mangel kommt.

Das entspricht der Empfehlung von Dr. Kersten, dem wahrscheinlich schon Anfang der Pandemie klar war, das Vitamin D ein »negative acute phase reactant« ist. In seiner Anleitung: »COVID 19 Das können Sie tun!« empfiehlt er für Erwachsenen eine pauschale Supplementation von 80.000 I. E. Vitamin D pro Tag während einer Infektion. Für #Kinder 1.000 I. E. pro Kilo Körpergewicht pro Tag. Zusätzlich empfiehlt er noch zusätzliche andere Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium, Vitamin A, Vitamin C, Selen und Zink die schon lange als negative acute phase Reaktanten bekannt sind.

Diese Anleitung sollten sich vor allem die durchlesen, die aufgrund vieler unnötiger Warnungen vor Vitamin D Angst haben, etwas zu ergänzen. Dr. Kersten: »COVID 19 Das können Sie tun!«

Da viele Beobachtungen zu Covid 19 schon Mitte 2020 darauf hindeuteten, dass der sinkende Vitamin D Spiegel während einer Infektion ein wichtiges Puzzleteil zur Lösung der verschieden Krankheitsverläufe von Infektionen ist, hatte ich damals angenommen, dass es nur 2 bis 3 Jahre dauert, bis sich das in Studien geklärt hat.

Weil man aber in Studien mit Vitamin D3 sehr viel mehr falsch machen kann (3 verschieden Formen von Vitamin D die unterschiedlich schnell wirken) als bei Medikamentenstudien, es kein Standartstudiendesign für Stoffe die negative acute phase Reaktanten sind gibt (Es muss mindesten so viel ergänzt werden wie verbraucht wird), und man bei Vitamin D erst dann, wenn es zu einem Mangel kommt, erkennen kann, was es bis dahin verhindert hat, haben sehr viele Studien nicht das gezeigt, was erwartet wurde.

Da ich 2024 eine Darmkrebs Operation hatte, auf die dann eine Chemotherapie folgte, und auch diese eine enorme Belastung für das Immunsystem ist, habe in dieser Zeit meinen 25(OH)D Wert mehrfach messen lassen und dann nach dem oben beschrieben Prinzip berechnet, wie viel Vitamin D ich täglich ergänzen musste, um meinen Vitamin D Spiegel zu halten.

Ohne Vitamin D Supplementation ist mein 25(OH)D Wert täglich um 3,7 Nanogramm pro Liter gesunken. Zum Halten des 25(OH)D Wertes waren deshalb 40.000 I. E. pro Tag notwendig, und zum langsamen Erhöhen 50.000 I. E. pro Tag, bis der Verbrauch dann nach der #Chemotherapie wieder gesunken ist und ich letztendlich die Dosierung wieder auf 10.000 I. E. pro Tag reduzieren konnte.

Dadurch habe ich in den 105 Tagen Chemotherapie rund 4,2 Millionen I. E. Vitamin D supplementiert, konnte fast normal in meinem Job (Hardware Entwickler) weiter arbeiten, so gut wie alle privaten Termine wahrnehmen, und ich lebe trotz allen Unkenrufen zur Überdosierung immer noch.

Messwerte und Berechnungen dazu gibt es hier 🔗 …

Da sich auch bei der Chemotherapie das bei einer #COVID 19 Infektionen erfasste schnelle Sinken des 25(OH)D Wertes nachvollziehen ließ, bin ich mir seitdem sicher, dass Infektionsverläufe sich an dem Tag verschlimmern, an dem durch das Sinken des 25(OH)D Wertes ein schwerer Vitamin D Mangel auftritt.

Da es aber nur sehr wenige Studien gibt, in denen longitudinale Messungen des 25(OH)D Wertes während einer Belastung des Immunsystems durchgeführt wurden, ist das wenig bekannt, und wird auch für unwahrscheinlich gehalten, weil man sich nur schwer vorstellen kann, dass das in der hundertjährigen Geschichte von Vitamin D nicht bemerkt wurde.

Da man bei einer Chemotherapie im Vergleich zu einer Infektion den Zeitpunkt genau kennt, an dem die Belastung des Immunsystems beginnt, und diese Belastung auch viel länger andauert als bei einer Infektion, ist es eigentlich leicht eine Studie durchzuführen, die aussagekräftige Werte zum Vitamin D Verbrauch bei einer Belastung des Immunsystems liefert.

Aber man muss dazu auch erst mal auf die Idee kommen, das der 25(OH)D Wert sich dabei schnell verändern könnte. Es wird zwar seit 2013 publiziert das Vitamin D ein negative acute phase reactant ist, aber die meisten Wissenschaftler denken wahrscheinlich, dass der Effekt so klein ist, dass dies bei Infektionen keine Rolle spielt, und fangen gar nicht erst an, mehrfach zu messen.

Deshalb ist die oben beschriebene Messreihe (Fallbeschreibung) zum Vitamin D Verbrauch während einer Chemotherapie leider immer noch weltweit einmalig, und ich befürchte, dass es noch ein paar Jahre dauern wird, bis Ärzte sich fragen wie sie so lange übersehen konnten, dass der Vitamin D Mangel an dem man stirbt, sehr häufig erst während einer Infektion entsteht, und nicht schon vor der Infektion bestand.

Weitere Informationen zu Vitamin D, Covid 19 und Long COVID 🔗 …

Christian Wiechering, Kiel

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