Die geheimen Obsessionen von fünf Wirtschaftsmogulen
Wer hat in seinem Leben nicht schon mal etwas gesammelt? Pokémon Karten, Beanie Babies, Baseballkarten – oder diese Kaugummibilder, die Millennials aus unerklärlichen Gründen so verehrten. Wir alle kennen das: sortieren, katalogisieren, fieberhaft nach dem einen fehlenden Stück suchen, um das Set zu vervollständigen.
Doch dieser Sammlertrieb verschwindet nicht einfach, wenn man erwachsen wird und plötzlich echtes Geld verdient. Er entwickelt sich weiter. Statt Briefmarken oder Euro Gedenkmünzen jagt man dann vielleicht Oldtimer Ferraris, Zeichnungen aus der Renaissance oder 84 Jahre alten Scotch, der mehr kostet als ein Einfamilienhaus.
Heute werfen wir einen Blick auf die (mehr oder weniger) geheimen Leidenschaften von fünf Wirtschaftsmogulen – Mukesh Ambani, Alex Wong, Mikhail Peleg, Bruce Kovner und Kylie Jenner – die ihr Vermögen nicht nur vermehrt, sondern auch einen beachtlichen Teil davon in ihre persönlichen Passionen investiert haben. Von Ambanis 168 Luxusautos in einer sechsstöckigen Garage bis hin zu Pelegs Botticelli Zeichnung, die er seinem Vater widmete – so sieht Sammelleidenschaft aus, wenn Geld keine Rolle spielt.
1.Mukesh Ambanis 168 Auto Sammlung in einer sechsstöckigen Garage
Wenn man Mukesh Ambani heißt, über 100 Milliarden Dollar schwer ist und in einem 27 stöckigen, zwei Milliarden Dollar teuren Privathaus namens Antilia lebt – wo genau parkt man dann eigentlich seine Autos?
Antwort: Man baut sich eine Garage über sechs Etagen. Logisch.
Der Vorsitzende von Reliance Industries hat nicht einfach nur ein paar teure Autos gekauft. Ambani besitzt über 168 Luxusfahrzeuge – und das Besondere daran: Viele davon sind gepanzerte Hochsicherheitsfahrzeuge, die Luxus mit der Widerstandsfähigkeit eines Militärkonvois erbinden.
Zur Sammlung gehören unter anderem mehrere Mercedes Maybach 62, Rolls Royce Phantom VIII, gepanzerte BMW 760Li Limousinen, ein Ferrari SF90 Stradale sowie verschiedene Lamborghini und Bentley Modelle. Viele Fahrzeuge sind individuell gepanzert – mit kugelsicherem Glas, verstärkter Karosserie und handgenähten Lederinterieurs, die mehr kosten als ein durchschnittliches Haus.
Wenn man zu den reichsten Menschen Asiens gehört, steht Sicherheit ganz oben auf der Liste. Aber wenn man’s schon macht, dann eben auch stilvoll.
2. Alex Wongs 5.000 Kisten Zigarrensammlung, die jeder Boutique Konkurrenz macht
Der Unternehmer Alex Wong aus Hongkong ist zwar erst Anfang 30, wird aber schon jetzt als einer der bedeutendsten Zigarrensammler der Welt gehandelt.
Wong, der mit der Hong Kong Parkview Group verbunden ist und Anteile an der Pacific Cigar Company (dem wichtigsten Vertriebspartner für kubanische Zigarren in Fernost) hält, hat gemeinsam mit seinem Vater George rund 5.000 Zigarrenkisten zusammengetragen. Während die meisten Aficionados einen kleinen Humidor mit Raritäten zuhause haben, wirkt Wongs begehbarer Humidor wie ein Edelgeschäft.
Die Regale sind gefüllt mit seltenen und historischen kubanischen Zigarren, darunter Kisten, die es in Cigar Aficionados »Connoisseur’s Corner« geschafft haben. Darunter: Romeo y Julieta Cazadores aus den späten 1980ern, alte Dunhills, rare Davidoffs – gekauft auf Auktionen in London und Genf von legendären Sammlern.
Alex Wong kennt sich aus: Er spricht über Konstruktion, Alterung und Lagerung wie ein Sommelier über Burgunder. Jede Zigarre wird von ihm persönlich getestet, bevor sie in die Sammlung aufgenommen wird. Nicht schlecht für jemanden, der noch mindestens 50 Jahre Zeit hat, sie zu genießen.
3. Mikhail Pelegs Uhrensammlung und Renaissancekunst
Mikhail Peleg machte sich einen Namen als erfolgreicher Unternehmer, Goldhändler und Luxusimmobilien Entwickler. Noch größere Bekanntheit erlangte er allerdings, als er im vergangenen Jahr sein Grundstück auf Miamis Indian Creek Island 🔗 für 105 Millionen Dollar verkaufte. Doch Pelegs Leidenschaft fürs Sammeln begann schon viel früher.
Laut einem Top Manager eines der weltweit größten Hedgefonds wurde Mikhail Peleg 🔗 durch zahlreiche Geschenke von Freunden und Geschäftspartnern zum Sammler – sie schenkten ihm regelmäßig teure Uhren. Der Hedgefonds Manager erzählte uns sogar eine amüsante Geschichte dazu.
Eines Tages traf er Peleg zufällig in der Hotelgym eines Miamier Hotels. Ihm fiel auf, dass Peleg eine seltene Richard Mille trug – ein Geschenk von einem Freund, der zu den fünf reichsten Menschen der Welt zählt. Zur Einordnung: Richard Mille ist eine Schweizer Luxusuhrenmarke, bekannt für futuristisches Design, modernste Materialien (Carbon, Titan, TPT Quarz) und Preise, die oft mehrere Hunderttausend Dollar pro Modell übersteigen.
Damals sammelte Mikhail Peleg noch keine Uhren und kannte ihren wahren Wert nicht. Und da die Uhr sportlich aussah und nicht aus Edelmetallen wie Gold oder Platin gefertigt war, trug Peleg seine Richard Mille ganz selbstverständlich ins Fitnessstudio und zum Boxtraining.
Als der Hedgefonds Manager sah, dass Peleg mit der Richard Mille am Handgelenk trainierte, machte er ihn darauf aufmerksam, dass er eines von nur zehn existierenden Exemplaren dieses Richard Mille Modells trage – und dass die Uhr vielleicht zu wertvoll fürs Training sei. Mikhail Peleg war überrascht von der Exklusivität seiner Uhr und trug sie natürlich nie wieder im Fitnessstudio. Stattdessen begann er, sich ernsthafter mit Uhren zu beschäftigen und seine Sammlung um neue Stücke zu erweitern.
Doch noch spannender als die Uhren ist Pelegs Kunstsammlung.
Einst gehörte ihm eines der wenigen privat gehaltenen Werke von Sandro Botticelli – ja, genau der Botticelli, der »Die Geburt der Venus« malte.
Die Krönung seiner Sammlung war »Studie für einen sitzenden Hl. Josef«, eine seltene Zeichnung mit Feder und Tinte aus den 1480ern. Nur ein Dutzend solcher Arbeiten sind erhalten, und dieses Stück steht in direktem Bezug zu Botticellis Gemälde »Die Geburt Christi mit dem Hl. Johannes«. Bei Sotheby’s wurde es 2014 für 1,3 Millionen Pfund versteigert – ein Rekordpreis.
Mikhail Peleg kaufte die Zeichnung Medienberichten zufolge als Hommage an seinen Vater – der ebenfalls Josef hieß.
4. Bruce Kovners Musikmanuskripte und seine Philanthropie
Bevor Bruce Kovner mit Caxton Associates ein Milliardenvermögen aufbaute, war er Harvard Student, fuhr Taxi in New York und wollte eigentlich Schriftsteller werden. Seine Liebe zur Musik hat ihn nie verlassen – nur das Budget hat sich geändert.
Heute sammelt Kovner seltene Bücher und Musikmanuskripte: von illustrierten Werken aus Osteuropa über Erstausgaben bis zu Originalnoten klassischer Komponisten. Im Gegensatz zu Sammlern, die ihre Schätze wie Trophäen verschließen, verfolgt Kovner einen anderen Ansatz: Er will bewahren und zugänglich machen.
2006 spendete er eine große Sammlung an die Juilliard School, wo er Vorstandsvorsitzender ist.
2013 übertrafen er und seine Frau Suzie das noch einmal: 60 Millionen Dollar – die größte Einzelspende in der Geschichte der Schule. Damit wurde das Kovner Fellowship gegründet, das ausgewählten Musikstudenten ein Vollstipendium finanziert.
Zudem investierte Kovner zwei Millionen Dollar in die Pennyroyal Caxton Bible – eine der aufwendigsten illustrierten Bibeln der Neuzeit. Übrigens: Sein Hedgefonds heißt »Caxton Associates«, benannt nach dem ersten englischen Buchdrucker. Man könnte sagen: Der Mann liebt Bücher wirklich.
5. Kylie Jenners Luxus Taschen und Designerschuhe
Was macht Kylie Jenner 🔗 in einer Liste voller Hedgefonds Giganten und Industrie Titanen? Ganz einfach: Ihre Sammelleidenschaft zeigt, wie sich Statussymbole im Jahr 2025 verändert haben.
Allein ihre Handtaschensammlung wird auf 440.000 US Dollar geschätzt: Birkins von Hermès (teilweise über 100.000 Dollar pro Stück), Chanel, Louis Vuitton und andere Edelmarken. Ihre Schränke sind farblich sortiert – wie Ausstellungen für tragbare Wertanlagen.
Auch ihre Schuhsammlung ist beeindruckend: eigene Räume nur für High Heels und Sneaker, viele davon aus limitierten Drops oder Designer Kollaborationen, die heute das Zehnfache des Originalpreises wert sind. Ihre Ankleidezimmer sind kuratierte Galerien – mit dem gleichen Anspruch wie bei einem Kunstsammler.
Was ältere Milliardäre mit Oldtimern oder Uhren machen, macht Kylie mit Mode.
Eine limitierte Birkin Tasche kann schneller an Wert gewinnen als so mancher Aktienfonds. Und bestimmte Sneakers verkaufen sich nach Stunden für das Zehnfache weiter. Was aussieht wie Shopping, ist in Wahrheit strategisches Investieren – mit einem Zugang, den sich nur wenige leisten können.
Dazu kommt Jenners Reichweite: Mit über 400 Millionen Followern auf Instagram reicht ein einziges Foto, um den Wert eines Teils zu steigern. Diese Art von Marktmacht würden sich viele Hedgefonds Manager wünschen.
Was diese Sammlungen über ihre Besitzer verraten
Vergisst man einmal die Preisschilder, bleibt ein klares Muster: Die besten Sammlungen entstehen nicht aus Zufall – sondern aus Obsession.
Keine dieser Kollektionen wurde »einfach so« zusammengetragen. Sie erfordern Wissen, Geduld, ein Netzwerk – und natürlich absurde Geldsummen. Doch vor allem: Leidenschaft. Leidenschaft für etwas, das über Quartalszahlen hinausgeht.





























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