Darwin, Dawkins, Gould – von der #Evolution
#Gütersloh, 11. Januar 2026
Das große Genie von #Charles #Darwin war es, zu erkennen, dass der Lamarckismus Unsinn ist, während er absolut plausibel klingt.
#Lamarck war der Meinung, #Giraffen hätten so lange Hälse, damit sie an die Baumkronen herankämen. Das ist aber teleologisch gedacht. Als steckte eine Absicht dahinter.
Das ist aber nicht der Fall – wie Darwin bewiesen hat. Es steckt keine Absicht dahinter, meist setzen sich die passendsten Variationen durch (»The Fittest«) … nicht die am besten »Angepassten« und nicht die »Stärksten« – das ist eine falsche #Übersetzung und #Fehlinterpretation seiner Theorie.
#Richard Dawkins hat das ganze Modell um das Phänomen der »#Spandrels« erweitert. Es gibt auch Merkmale, die keiner »Passung« dienen, sie dienten vielleicht einmal der »Passung«, oder sie sind schlicht kein Nachteil.
Ebenso beweist Darwin mit seiner #Theorie, dass es in der Evolution keine »Anpassung« gibt – es gibt »Passung«, aber das ist etwas anderes.
Dawkins hat die Dynamik der Evolution beschrieben. Sie funktioniert in den allermeisten Fällen in winzigen Schritten und hat in sofern nur in winzigen Details mit Zufall zu tun – im Großen und Ganzen findet sie in winzigen Schritten statt (»Climbing Mount Improbable«), sodass das Ergebnis sehr, sehr unwahrscheinlich wirkt, weshalb die Allermeisten intuitiv glauben, es müsse Absicht dahinterstecken (es müsse einen Schöpfer geben). Freilich ist dieses Konzept nicht regressionsfest – wenn es einen Schöpfer gibt, wer hat dann den Schöpfer erschaffen?
Stephen Jay #Gould hat in »Illusion Fortschritt« dargelegt, dass die zunehmende Komplexität von Lebewesen zwangsläufig und nicht »geplant« ist. Sein Beweis ist das Konzept der »Linken und Rechten Wand« in Verbindung mit dem Phänomen der »Aufsummierung der Möglichkeiten« (die nach links durch die Linke Wand gekappt werden). Die Komplexität ist indes durch die Rechte Wand begrenzt.
Gould nutzt dazu als #Allegorie das #Baseball #Spiel: »Früher« gab es Baseballstars wie »Babe Ruth«, die eine Trefferquote von 0,400 erreichten. Heute erreicht das praktisch niemand mehr. Die Allermeisten ziehen daraus die Schlussfolgerung, dass es heute keine so guten Spieler mehr gebe. Das ist aber falsch: In Wahrheit gibt es heute viel mehr gute Spieler – fast alle sind gut. Da die Trefferquote ein relativer Wert ist und einen Kontrast abbildet, erreicht niemand mehr diesen starken Kontrast, weil alle Spieler gut sind. Dieser Mechanismus lässt sich in vielen Sportarten und auch anderen Bereichen leicht erkennen, wenn man ihn einmal verstanden und verinnerlicht hat.
Übrigens gibt es in der Natur ein bekanntes und missverstandenes Phänomen: die #Streifen der #Zebras. Normalerweise glaubt man, sie würden der Tarnung dienen. Dabei sind sie aus der Ferne sehr auffällig. In Wahrheit dienen sie tatsächlich der Tarnung – aber der Tarnung nach innen (innerhalb der Herde) – und als Schutzfunktion. Das wurde experimentell bewiesen. Raubtiere können nur einzelne Tiere jagen – nicht ganze Herden. Dazu müssen sie einzelne Tiere identifizieren könnten. Bei Zebras gelingt ihnen das nicht so leicht. Im Experiment hat man jedoch ein #Zebra mit #Farbe markiert – die Folge: Es war leicht identifizierbar und fiel #Raubtieren leicht zum Opfer. Es konnte sich nicht mehr in der Herde verstecken, sich nicht mehr in der #Herde tarnen.
Diesen Effekt gibt es auch beim Menschen – hier wird er beim #Mobbing angewendet. Das Opfer wird markiert (meist sozial, durch Gerüchte, Zuschreibungen et cetera). Es kann sich nicht mehr im Schwarm verstecken und wird angreifbar – zudem wird das Mobbingopfer vom ganzen Schwarm ausgegrenzt, weil es abweicht (was bei Zebras nicht der Fall ist – Zebras mobben keine anderen Zebras).
Kleines #Bonmot: Charles Darwin wollte nicht die Evolutionstheorie entdecken und entwickeln. Er wollte Geistlicher werden und hat sich auf der »Beagle« für die Forschungsfahrt nach Südamerika als Forscher anheuern lassen, weil keine Stelle als Schiffsgeistlicher frei war. Auf den #Galápagos #Inseln fielen ihm dann die unterschiedlichen Schnabelformen der dort ansässigen #Finken (»Darwin Finken«) auf, die auf benachbarten Inseln stark variierten. So kam er auf die Idee. Als er später sein #Buch »On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life« verfasste, und er es in der #Royal #Society vorstellte, gab es einen Skandal. Bibeltreue Christen tobten, weil er die göttliche #Schöpfung widerlegt hatte, ein Gläubiger soll mit einer #Bibel in der Hand herumgeschrien haben: »Das Buch! Das Buch!« Später hat sich Darwin vor allem mit Würmern beschäftigt, und gezeigt, wie sie ganze Landschaften verändern.
Foto: Karla-Wagner-Stiftung, Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen
NOW Webcard, mehr …
Karla-Wagner-Stiftung
Königstraße 56
33330 Gütersloh
E-Mail [email protected]
www.karla-wagner-stiftung.de





























NOW RSS Feed






Beitrag erstellen
Beitrag kommentieren
Beitrag melden
QR Code generieren
URL kopieren


































