»Symbiowriting« – ein Prüfungsformat und Lernformat für die Hochschulbildung im KI Zeitalter

#Gütersloh, 3. Dezember 2025

1. Einleitung

Die rasante Verbreitung großer Sprachmodelle (LLMs) wie »#ChatGPT«, »#Claude«, »#Gemini« oder »#DeepSeek« stellt die #Hochschulbildung vor grundlegende Herausforderungen. Traditionelle schriftliche Prüfungsformen verlieren an Aussagekraft, da KI Systeme in der Lage sind, Texte von hoher Qualität binnen Sekunden zu produzieren. Gleichzeitig entsteht die Gefahr, dass Studenten fachliche Kompetenzen nicht mehr nachhaltig entwickeln.

Das Konzept »#Symbiowriting« bietet einen Ausweg aus diesem Dilemma. Es kombiniert die Nutzung digitaler Werkzeuge mit einer analogen Reflexionsleistung, die nur der Mensch erbringen kann. Ziel ist eine moderne, faire und robuste Prüfungsform, die KI aktiv integriert, ohne die Prüfungsaussagekraft zu verlieren.

Bild: NOW KI

2. Problemstellung

2.1 Erosion klassischer Prüfungsformen

#Hausarbeiten, #Essays und #schriftliche #Ausarbeitungen lassen sich mit #KI automatisieren. Damit verlieren diese Formen ihren Wert als Kompetenznachweis. Zugleich verschärft sich ein bereits länger bestehendes Problem: Viele Studenten verfügen nicht über ausreichend entwickelte Lesekompetenzen, Schreibkompetenzen  und Analysekompetenzen, um komplexe Inhalte eigenständig schriftlich zu bearbeiten.

2.2 Begrenztheit technischer Kontrolle

KI Detektoren sind unzuverlässig und rechtlich problematisch. Überwachungstechnologien greifen in Privatsphäre und Autonomie ein. Eine nachhaltige Lösung darf nicht auf Kontrolle, sondern muss auf Kompetenzentwicklung und Verständnisprüfung basieren.

3. Konzept: »Symbiowriting«

»Symbiowriting« ist ein hybrides Prüfungsformat, das KI Nutzung erlaubt, aber reflexive und individuelle Denkleistungen in den Mittelpunkt stellt. Es verbindet digitale Textproduktion mit einer handschriftlichen, persönlich nachvollziehbaren Erklärung.

Das Format besteht aus 2 komplementären Teilen …

3.1 Phase 1: Digitale Textproduktion

Studenten erstellen einen schriftlichen Text – zum Beispiel …

Dabei sind alle Hilfsmittel erlaubt, einschließlich KI. Die Nutzung muss jedoch transparent dokumentiert werden (Prompts, Werkzeuge, Art der Unterstützung). Dieser Text dient als Ausgangspunkt, nicht als Bewertungsgrundlage.

3.2 Phase 2: Handschriftliche Reflexion (»Symbiowriting«)

In einem vorgegebenen Zeitrahmen (zum Beispiel 45 bis 90 Minuten, vor Ort) fertigen die Studenten eine handschriftliche Reflexion an. Diese umfasst typischerweise …

  1. Inhaltszusammenfassung des eigenen Textes (rund 10 bis 20 Sätze)

  2. Begründung zentraler Entscheidungen (zum Beispiel Argumentationsstruktur, Methodenauswahl)

  3. Erläuterung der KI Nutzung

    • Wofür wurde sie eingesetzt?

    • Welche Ergebnisse wurden übernommen oder verworfen?

  4. Identifikation eines KI Fehlers oder einer KI Schwäche und Erklärung, wie dieser korrigiert wurde

  5. Eigenständige fachliche Einordnung (zum Beispiel Relevanz, methodische Grenzen, offene Fragen)

Diese Reflexionsleistung ist nicht automatisierbar. Sie zeigt, ob eine Person die Inhalte versteht, beurteilen und verantworten kann.

4. Prüfungsdidaktische Vorteile

4.1 KI Resilienz

Der Output der KI ist irrelevant, wenn die Prüfungsleistung in der Reflexion liegt. #Plagiate oder rein #KI generierte Arbeiten verlieren ihre Bedeutung.

4.2 Kompetenzorientierung

Bewertet werden …

  • Verständnis

  • Analyse

  • Urteilsvermögen

  • Entscheidungsprozesse

  • kritische Reflexion

Damit wird geprüft, was im Berufsleben tatsächlich zählt.

4.3 #Fairness und #Chancengleichheit

KI wird nicht kriminalisiert, sondern als modernes Werkzeug integriert. Alle Studenten haben die gleichen Bedingungen in der Reflexionsphase.

4.4 Praktische Umsetzbarkeit

Das Format erfordert keinen hohen Personal oder Technikaufwand …

  • Korrektur der handschriftlichen Reflexion ist deutlich effizienter als das Lesen langer Hausarbeiten.

  • Die digitale Langfassung kann zur Einordnung genutzt werden, muss aber nicht vollständig bewertet werden.

  • Datenschutz ist unkritisch, da keine Überwachungstechnologie zum Einsatz kommt.

4.5 Förderung echter Fähigkeiten

Symbiowriting stärkt …

5. Erweiterungsoption: #Kurzkolloquium

Bei Bedarf kann »Symbiowriting« um ein kurzes Gespräch (3 bis 5 Minuten) ergänzt werden. Dies erlaubt zusätzliche Validierung und unterstützt formative Bewertung.

6. Einsatzfelder

Symbiowriting eignet sich für …

Es ist universell einsetzbar, unabhängig vom Fach.

7. Implementationsstrategie

7.1 Pilotprojekte

Empfehlenswert ist eine Einführung in …

  • Einzelnen Modulen

  • Kolloquiennahen Lehrformaten

  • Abschlussarbeitsvorbereitungen

  • KI sensitiven Studienbereichen

7.2 Leitfaden für Hochschulen

Ein vollständiger Einführungskatalog umfasst …

  1. Transparenzregeln zur KI Nutzung

  2. Beispielaufgaben und Bewertungskriterien

  3. Musterprotokolle für Reflexionsphasen

  4. Schulung für Lehrer

  5. Kommunikation gegenüber Studenten

Die Karla Wagner Stiftung kann hierzu praxisorientierte Materialien bereitstellen.

8. Schlussbemerkung

Symbiowriting bietet einen realistischen Weg, die Chancen der KI zu nutzen, ohne die Integrität akademischer Prüfungen zu gefährden. Es verschiebt den Fokus weg von der reinen Textproduktion hin zu jenen Fähigkeiten, die im Zeitalter generativer KI unverzichtbar sind: #Verständnis, #Urteilskraft, #Reflexion und #Eigenverantwortung.

Damit kann »Symbiowriting« einen substanziellen Beitrag zur #Modernisierung von #Bildung in Deutschland leisten – und zu einer Hochschulkultur, die sich nicht gegen KI abschottet, sondern sie #klug #integriert.