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Grenzüberschreitung am Limes im Lippischen Landesmuseum Detmold

Archäologische Landesausstellung Nordrhein-Westfalen – Roms fließende Grenzen

Lesedauer 3 Minuten, 25 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 22. September 2021, DOI: https://www.guetsel.de/content/28755/9311704.html
Grenzüberschreitung am Limes im Lippischen Landesmuseum Detmold
Rheinüberquerung. Bild: Lippisches Landesmuseum, S. Götze

Grenzüberschreitung am Limes im Lippischen Landesmuseum Detmold

Im Juli 2021 wurde der niedergermanische Limes zum #UNESCO-#Weltkulturerbe gekürt. Der #Limes war eine der wichtigsten Grenzabschnitte im #Römischen #Reich und hat das Leben der indigenen Bevölkerung in den anliegenden Provinzen nachhaltig beeinflusst. Um die kulturelle und historische Relevanz dieses Grenzabschnittes zu würdigen, wurde der Limes nicht nur in die Liste der Weltkulturerben aufgenommen, er ist das zentrale Thema der diesjährigen Archäologischen #Landesausstellung #Nordrhein-#Westfalen »Roms fließende Grenzen«, die vom #Ministerium für Heimat, Kommunales, #Bau und #Gleichstellung Nordrhein-Westfalen finanziert wird. Vom 24. September 2021 bis zum 30. Oktober 2022 werden an den fünf Standorten #Köln, #Bonn, #Xanten, #Haltern und #Detmold unterschiedliche Perspektiven auf die historische Grenze und die Menschen die mit ihr lebten. Im Rahmen dieses großen Projektes  zeigt das Lippische Landesmuseum Detmold vom 24. September 2021 bis zum 27. Februar 2022 die Sonderausstellung »#Grenzüberschreitung am #Limes«, die durch viele Förderer, wie unter anderem die LWL-Kulturförderung ermöglicht wurde.

#Besucherinnen und #Besucher erkunden den Alltag des Lebens an der Grenze aus der Sicht der indigenen Einwohner, die von den Römern als »#Germanen« bezeichnet wurden – eine Fremdbezeichnung, da die Einheimischen sich weder selbst so nannten, noch sich als einheitliches #Volk sahen.

In sorgfältiger Arbeit hat das #Lippische #Landesmuseum aus ganz Nordrhein-Westfalen 400 Exponate zusammengetragen, die in dieser Konstellation noch nie zuvor zu sehen waren. Die archäologischen Funde stammen aus der späten Eisenzeit (etwa 150 bis 50 vor unserer Zeitrechnung) bis in die späte Völkerwanderungszeit um 500 nach unserer Zeitrechnung. Eindrucksvolle Bilder des renommierten Illustrators Samson Götze visualisieren das damalige Leben. Götze ist besonders für seine Art, #Fotorealismus mit #Cartoons zu verschmelzen bekannt und arbeitete bereits für den »#Spiegel« und »#National #Geographic«. Ein #Chatbot ermöglicht es den Exponaten sogar selbst von ihren Erlebnissen zu berichten. Hierfür benötigt man lediglich ein Smartphone. Die Besucherinnen und Besucher erleben so den Alltag und das Leben am Limes hautnah aus der Perspektive der einheimischen Bevölkerung.

Die Ernennung zum UNESCO Weltkulturerbe verdeutlicht die historische und kulturelle Bedeutung des Limes sowie der archäologischen Fundstücke der Region. Der Grenzfluss trennte zwar die Bevölkerung östlich und westlich des Rheins, war jedoch keinesfalls undurchdringbar. Vielmehr befanden sich die Einheimischen und die römischen Besatzer in der Zeit von Elf bis Zehn vor unserer Zeitrechnung bis Neun nach unserer Zeitrechnung in einem regen interkulturellen Austausch und führten Handelsbeziehungen. Archäologische Funde innerhalb einheimischer Siedlungen und westfälische Keramik im römischen Militärlager bezeugen einen vielschichtigen Kulturkontakt und eine, überwiegend, friedliche Koexistenz.

Die indigene Bevölkerung #Westfalens sah sich nie als einheitliches Volk. Dennoch ist ihr gesellschaftliches Bild geprägt als das der »Germanen«, einem Stamm wilder #Krieger, verwickelt in militärische Auseinandersetzungen mit den Römern. Die Sonderausstellung präsentiert ein realistisches Bild der landwirtschaftlich geprägten Gesellschaft ab EIns nach unserer Zeitrechnung. Obwohl der Limes die römischen Provinzen »#Germania #inferior« und Germania magna voneinander trennten, pflegten die Menschen dieser beiden Regionen eine ähnliche Lebensweise. Beide unterhielten grenzüberschreitende Kontakte mit den Römern. Im Zweiten und Dritten Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung fand ein reger interkultureller Austausch statt. Viele römische Güter wechselten über in westfälischen Besitz.

Besonders als der Limes in der zweiten Hälfte des Dritten Jahrhunderts, bedingt durch innere und äußere Krisen des Römischen Reichs, als Grenze starke Verluste hinnahm, florierte der Austausch der beiden Provinzen links und rechts vom Rhein. Das brachte Änderungen im Leben der Einheimischen mit sich, ersichtlich durch die Integration römischer Ideen in den Alltag, wie archäologische Funde in Siedlungen wie Salzkotten-Scharmede und Bielefeld-Sieker zeigen.

Nach mehr als 400 Jahren endete die Besatzung mit dem Fall der römischen Welt und der Fluss, der einst die Provinzen trennte, wurde zu einem verbindenden Element.

Kurzweilige Führungen und Angebote speziell für jüngere Besucherinnen und Besucher sorgen für ein tolles Museumserlebnis. In dieser Ausstellung heißt es: Eintauchen in spektakuläre Erzählungen von Grenzen und den Menschen die mit ihnen lebten.
 
24. September 2021 bis 27. Februar 2022, Lippisches Landesmuseum Detmold, Ameide 4, 32756 Detmold, Telefon (05231) 99250, E-Mail info@lippisches-landesmuseum.dewww.lippisches-landesmuseum.de.
 
Öffnungszeiten

Dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr, samstags, sonntags und feiertags 11 bis 18 Uhr
 
Der Niedergermanische Limes – die nasse Grenze

Der Niedergermanische #Limes ist ein besonderer Abschnitt des römischen Grenzsystems, da der #Rhein den Grenzverlauf markiert. Daher wird er auch als »nasse Grenze« bezeichnet. Insgesamt ver#läuft der Niedergermanische über 400 Kilometer von Katwijk in den Niederlanden bis nach Remagen in Rheinland-Pfalz.

Salenti

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