EU Staaten (und #Google) wollen plötzlich #Cookie #Banner behalten
#Wien, 23. Juni 2026
Seit Jahren beschweren sich Nutzer und viele Unternehmen über Cookie Banner. Obwohl dieser nachvollziehbare Frust meist auf irreführenden Dark Patterns der #Industrie basiert, sind sie zum Inbegriff einer vermeintlichen Überregulierung der EU geworden. Im Rahmen des »Digital Omnibus 🔗« wollte die EU #Kommission das Cookie Banner nun endlich abschaffen und mit einem automatischen Signal ersetzen. Nun legen sich jedoch ausgerechnet Google und jene EU Mitgliedsstaaten quer, die eigentlich »Vereinfachung« und »#Bürokratieabbau« von der #EU verlangen – darunter etwa #Deutschland und #Frankreich. Im jüngsten Positionspapier des Rats vom 18. Juni 2026 wurde das Vorhaben, den Cookie Banner abzuschaffen, nun gestrichen. Dieses unverständliche Ergebnis wird europäische Nutzern wohl weiter viel Ärger, Frust und Milliarden Klicks pro Jahr kosten.
»Dark Patterns« und #Nervigkeit, bis das Ergebnis stimmt. Nutzern darf in Europa nicht einfach hinterhergeschnüffelt werden. Online wie offline gilt generell das Grundrecht auf #Datenschutz – auch auf den Plattformen von #Meta oder Google sowie auf Webseiten voller #Tracking Werbung. Unternehmen müssen deshalb jede Person um ihre Einwilligung bitten – oder sie eben in Ruhe lassen. Das passiert über sogenannte Cookie Banner, wobei hier nicht nur die Einwilligung für Cookies angefragt wird, sondern sondern meist auch für die Weitergabe der Daten an oft tausende Drittunternehmen. Nutzer sollten hier eigentlich die Möglichkeit haben, nur dann einzuwilligen, wenn sie aus freiem Willen online getrackt werden möchten. Je nach Studie 🔗 wollen das nur rund 3 bis 10 Prozent der Menschen 🔗. Durch sogenannte Dark Patterns (zum Beispiel versteckte »Nein« Buttons oder voreingestellte Einwilligungen) erreicht die Tracking Industrie jedoch Einwilligungsraten 🔗 von bis zu 90 Prozent 🔗.
Bei mehr als 450 Millionen Menschen in der EU bringt dieser Zirkus mehrere Millarden (!) Klicks pro Jahr mit sich und bedeutet Ärger und pure Zeitverschwendung für #Verbraucher – während #Tech Riesen und die Tracking Industrie Milliardenprofite durch das »freiwillige« Tracking einfahren. Dabei wird zunehmend deutlich, dass durch die massive Abschöpfung von persönlichen Daten auch Sicherheitsrisiken und Demokratierisiken geschaffen werden.
Max Schrems: »Cookie Banner sind keine Erfindung des Datenschutzes, sondern der Tracking Industrie. Ohne Einwilligung gibt es kein Online Schnüffeln. Jetzt hat man Angst, dass eine einfachere Möglichkeit, ›Ja‹ oder ›Nein› zu sagen, Umsatzeinbußen bei Google & Co. zur Folge hat. Daher lobbyiert die Tracking Industrie gerade was das Zeug hält, um den Cookie Banner zu behalten. Offensichtlich will sie weiterhin die Möglichkeit, den Willen der Nutzer direkt zu manipulieren.«
Der EU Vorschlag: Ein #automatisches #Signal. Im Herbst 2025 hat die EU Kommission vorgeschlagen, Cookie Banner durch ein automatisches Signal zu ersetzen, das die Wünsche bezüglich der Cookie Einwilligung zwischen dem Gerät, den Nutzern und Websites kommunizieren würde. Selbt in Kalifornien, also dem Heimatstaat der meisten Tech Konzerne, gibt es bereits eine ähnliche Lösung 🔗. Auch diverse an EU Recht angepasste Vorschläge gibt es seit langem. Der EU Vorschlag ist sogar deutlich weniger radikal ist als die Gesetze in den USA, weil er noch immer eine Einwilling pro Website erlaubt. Konkret hätte der neu vorgeschlagene Artikel 88 b DS#GVO die Lösung mitgebracht und wäre ein einfaches Beispiel dafür gewesen, dass Bürokratieabbau gelingen und gleichzeitig für Verbraucher und faire Unternehmen nützlich sein kann.
Max Schrems: »Browser kommunizieren jetzt schon automatisch, welche Sprache ich möchte. Genauso einfach kann man digital sagen, ob man gertrackt werden will. Technisch ist das banal und sogar in einigen US Bundesstaaten schon im Gesetz verankert. Es gibt bereits mehrere technische Lösungen, die man morgen einführen könnte. Europa hinkt mit diesen antiquierten Bannern völlig hinterher. Absurderweise will Google und die Tracking Industrie es den Leuten aber möglichst schwierig machen.«
Das »Google Paper« und eine Lawine an Falschinformationen
Ein geheimes Lobby Papier von Google 🔗 hat der EU Kommission jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit völlig an den Haaren herbeigezogenen Zahlen wird darin argumentiert, dass ohne Cooke Banner sämtliche Online Werbung zum Erliegen käme. Google übertreibt dabei maßlos und geht von einem zentralen »Kill Switch« für alle Werbung aus. Dabei hat die EU Kommission explizit klargestellt, dass eine Einwilligung weiterhin pro Webseite und pro Zweck möglich sein soll. Man könnte also insbesondere Qualitätsmedien eine Einwilliung geben – und sie Google, Meta & Co. verweigern. Das »übersieht« Google zufällig. Besonders absurd ist Googles Argument, dass Qualitätsmedien unter der Abschaffung von Cookie Bannern leiden würden. Medien sind von der Bestimmung ausgenommen, wären also gar nicht betroffen.
Deutschland, Frankreich und andere nun für (!) Cookie Banner
So absurd und durchschaubar die Argumente der #Tracking #Lobby auch sein mögen, scheinen sie ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. Im Vorschlag für eine finale Abstimmung im Rat wurde Artikel 88 b gänzlich aus dem »Digital Omnibus« gestrichen – und damit die einzige Maßnahme, die tatsächlich eine Vereinfachung für Konsumenten bedeutet hätte. Länder wir Deutschland, Frankreich oder Polen 🔗 haben das vorab verlangt – wohl nach massivem Druck der Tracking Lobby.
Max Schrems: »Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die EU Kommission will endlich die Cookie Banner abschaffen, aber Google und einige EU Mitgliedsstaaten wollen sie nun unbedingt behalten. Jahrzehntelang wurde sich über EU Bürokratie beschwert, aber in Wirklichkeit fürchtet sich die Tracking Industrie dermaßen vor einer Möglichkeit, dass Verbraucher einfach ›Nein‹ sagen können, dass nach etwas Lobbying alle umfallen. Es stellt sich wirklich die Frage ob von einigen Mitgliedsstaaten primär die Wähler oder die Lobbyisten vertreten werden.«
Europäisches Parlament bisher ohne Position
Der »Digitale Omnibus« befindet bisher noch in parallelen Verhandlungen im Rat und im EU Parlament, wobei für letzteres bisher noch keine Position zu Artikel 88 b bekannt ist. Am Ende der Verhandlungen müssen die beiden Institutionen dann einen Kompromiss finden, weshalb es nun essenziell ist, dass sich das EU Parlament für den Erhalt von Artikel 88 b einsetzt. Allerdings dürfte auch hier gerade die konservative EPP das Zünglein an der Waage sein, das ebenso von der Tracking Lobby unter Druck gesetzt wird.
Max Schrems: »In einer #Demokratie sollte eigentlich das passieren, was die Mehrheit der Menschen will – in diesem Fall die Abschaffung von Cookie Bannern. Wenn Entscheidungsträger lieber dem Willen der Tech Lobby als dem ihrer Wähler folgen, dann stimmt hier etwas ganz gewaltig nicht.«
#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT
Foto: Noyb, European Center for Digital Rights, Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen
NOW Webcard, mehr …
Noyb, European Center for Digital Rights
Goldschlagstraße 172/4/2
1140 Wien, Austria
E-Mail [email protected]
www.noyb.eu





























NOW RSS Feed






Beitrag erstellen
Beitrag kommentieren
Beitrag melden
QR Code generieren
URL kopieren


































