#KWS #Lectures: Jenseits des #Bits – über #Quanten, #Information und die #Möglichkeit des #Infinären

#Gütersloh, 11. Juni 2026

Die moderne #Welt beruht auf einer erstaunlich einfachen Idee: dem Bit. Null oder Eins. An oder Aus. Strom oder kein Strom. Aus dieser binären Logik entstanden Computer, Smartphones, das Internet und letztlich die digitale Zivilisation.

Doch die Geschichte beginnt eigentlich viel früher.

Bereits die antiken #Atomisten um #Demokrit stellten sich die Frage, ob die Welt aus kleinsten, unteilbaren Bausteinen besteht. Jahrtausende später schien die moderne #Physik diese Intuition zu bestätigen. Mit Max Planck, Albert Einstein und der #Quantenmechanik entstand das Bild einer Wirklichkeit, in der Energie nicht beliebig kontinuierlich auftritt, sondern in diskreten Quanten.

Aus dieser Beobachtung entwickelte sich fast unmerklich ein neues Weltbild: Die Natur ist gequantelt. Die Wirklichkeit besteht aus kleinsten Einheiten. Information wird in Bits gemessen. #Computer arbeiten binär. #Quantencomputer mit #Qubits scheinen den nächsten Schritt darzustellen.

Doch folgt aus der #Quantisierung der Energie tatsächlich, dass auch Information selbst quantisiert sein muss?

Diese Frage ist überraschend schwer zu beantworten.

Die Argumente von #Planck waren empirischer Natur. Die klassische Physik konnte bestimmte Messungen nicht erklären. Die Quantisierung löste das Problem. Daraus folgt jedoch nicht zwingend, dass jede Form von Struktur, Bedeutung oder Information ebenfalls aus kleinsten Informationsatomen bestehen muss. Demokrits Gedanken waren hingegen rein philosopischer Natur. Beide sind indes kein zwingender Beweis.

Betrachten wir die Zahl 4.

4 Äpfel, 4 Sterne oder 4 Elektronen sind unterschiedliche Dinge. Die »#Vierheit« jedoch scheint dieselbe zu bleiben. Die abstrakte Struktur »Vier« besitzt keinen Ort, keine Masse und kein Alter. Sie kann weder halbiert noch zerstört werden. Es gibt unendlich viele Instanzen der Vierheit – und zugleich nur eine.

#Kinder entdecken diese Struktur bereits im Kindergarten. Sie erkennen, dass 4 Bauklötze, 4 Finger und 4 Gummibärchen etwas gemeinsam haben. Sie entdecken die »Vierheit«, ohne zu wissen, dass sie damit eines der ältesten philosophischen Probleme der Menschheit berühren.

Noch interessanter wird die Sache, wenn man den Blick von den Zahlen auf die Operationen richtet.

Wir lernen in der #Schule #Addition, #Subtraktion, #Multiplikation und #Division. Doch mathematisch gibt es unendlich viele mögliche Verknüpfungen. Man kann neue #Operationen definieren, erfinden und kombinieren. Die einzelnen Operationen sind klar und diskret. Der Raum möglicher Operationen scheint jedoch offen und praktisch unbegrenzt. Vielleicht liegt die eigentliche Kreativität der Welt nicht in ihren Objekten, sondern in ihren Transformationen.

Ein #Computer berechnet dann nicht einfach Zahlen. Er bewegt sich durch einen Raum möglicher Strukturen und Operationen. Die Zahlen sind die Orte. Die Operationen sind die Wege. Hier entsteht ein überraschender Gedanke. Vielleicht müssen wir 3 Ebenen unterscheiden …

1. #Existenz – dass überhaupt etwas ist.

2. #Struktur – die Form oder Information dieses Etwas.

3. #Dynamik – die möglichen Transformationen und Veränderungen.

Die moderne #Physik beschäftigt sich vor allem mit Dynamik. Die #Informationstheorie beschäftigt sich mit #Struktur. Die #Ontologie fragt nach Existenz. Doch vielleicht sind diese 3 Ebenen nicht identisch. Energie mag quantisiert sein. Information muss es deshalb nicht sein. Operationen erst recht nicht.

Damit eröffnet sich eine faszinierende Möglichkeit.

Vielleicht ist die #Natur nicht #binär, #ternär oder #quaternär (siehe die Basenpaare unserer DNA). Vielleicht ist sie auf einer tieferen Ebene etwas, das man als »infinär« bezeichnen könnte: ein offener Raum von Möglichkeiten, aus dem konkrete, diskrete Strukturen hervorgehen.

Unsere Computer wären dann keine Abbilder der Wirklichkeit, sondern hochgradig erfolgreiche Vereinfachungen. Das Bit wäre nicht der Urbaustein der Existenz, sondern ein technischer Kompromiss. Die DNA nutzt bereits 4 Zustände. #Quantencomputer verlassen die binäre Logik teilweise wieder und operieren in wesentlich reicheren »Zustandsräumen«. Anders gesagt »rechnen« sie mit der Natur selbst. Während die Natur genaugenommen nicht »rechnet« sondern schlicht »ist«.

Vielleicht führt die Geschichte der Technik daher nicht von der Natur zur Maschine. Vielleicht führt sie von der Natur über die Vereinfachung zur Wiederentdeckung der #Komplexität. Und vielleicht ist die eigentliche Frage der Zukunft nicht, wie viele Zustände ein Computer speichern kann. Sondern welche Formen von Existenz, Struktur und Dynamik überhaupt denkbar sind.

Die erstaunlichste Erkenntnis dieser Überlegung lautet vielleicht: Die #Quantisierung der Energie ist eine empirische Beobachtung. Die Quantisierung der Information dagegen ist bislang vor allem eine philosophische Vermutung.

#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT

NOW WebcardNOW Webcard, mehr …

Karla-Wagner-Stiftung
Königstraße 56
33330 Gütersloh
E-Mail [email protected]
www.karla-wagner-stiftung.de