#NOW Kommentar: #Weihnachtsmarkt ohne #Weihnachten

#Gütersloh, 20. Mai 2026

Manchmal verrät ein Artikel mehr, als er eigentlich sagen will. Der aktuelle Bericht über den Gütersloher Weihnachtsmarkt 2026 ist so ein Fall.

Denn dort liest man gleichzeitig …

  • das neue Konzept habe »großen Anklang gefunden«,
  • und man habe »aktiv Akquise betrieben, aber ohne Erfolg«.

Mit anderen Worten: Diejenigen, die einen #Standplatz bekommen haben, finden das Konzept gut. Überraschung.

Oder etwas böser formuliert: Die geladenen Gäste lobten die #Party – ein halbes Jahr bevor sie überhaupt stattfindet.

Damit ist des #Pudels #Kern eigentlich schon erreicht. Denn der Artikel beschreibt weniger einen Weihnachtsmarkt als vielmehr die kommunikative Vorproduktion seines Erfolgs. Noch bevor auch nur ein einziger #Glühwein ausgeschenkt wurde, ist bereits von …

  • Positiver Atmosphäre
  • Konstruktiven Gesprächen
  • Großem Anklang
  • Zustimmung
  • Kriterien
  • Konzepten und Teilnahmebestätigungen die Rede.

Nur von Weihnachten erstaunlich wenig.

Tatsächlich kommt das Wort »Weihnachten« im gesamten Artikel in der #Tageszeitung nicht vor. Dafür aber jede Menge #Verwaltungsprosa.

Das ist fast schon unfreiwillig komisch. Ein Weihnachtsmarktartikel ohne Weihnachten. Man könnte auch sagen: ein logistisches Großprojekt mit Kinderkarussell.

Und genau hier liegt seit Jahren das eigentliche Problem des Gütersloher Weihnachtsmarkts. Nicht die Zahl der Buden. Nicht die vermeintlich falsche »Durchmischung«. Nicht die Frage, ob irgendwo noch eine zusätzliche Eisstockbahn oder eine Bühne hingestellt wird. Sondern die fehlende Atmosphäre. Genauer gesagt: die fehlende Raumatmosphäre.

Ein guter Weihnachtsmarkt funktioniert nicht additiv nach dem Motto: »Hier noch ein Karussell, dort noch ein Stand, da noch etwas Programm.«

Er funktioniert über …

  • Verdichtung
  • Licht
  • Dramaturgie
  • Blickachsen
  • Gerüche
  • Zentrum
  • Atmosphäre
  • Emotionale Aufladung

Kurz: über #Inszenierung.

Doch genau darüber erfährt man fast nichts. Stattdessen liest man eine Art semantisches Sicherheitskonzept: Alles konstruktiv, alles positiv, alles abgestimmt.

Und inzwischen wirkt die gesamte Debatte fast surreal. Denn normalerweise gilt bei #Gestaltung, #Stadtmarketing oder #Eventkonzeption: Wenn etwas über mehr als 20 Jahre strukturell nicht funktioniert, dann liegt das Problem vermutlich nicht an einzelnen Details, sondern am grundlegenden Verständnis der Aufgabe.

In Gütersloh läuft die Erzählung jedoch seit Jahrzehnten in einer Endlosschleife …

  • Neues Konzept
  • Neue Chance
  • Neue Attraktionen
  • Neue Impulse
  • Diesmal wirklich

Und trotzdem tauchen jedes Jahr dieselben Begriffe auf …

Wie eine kommunale »#PowerPoint«-Präsentation auf Repeat.

Dabei bleibt die entscheidende Frage unbeantwortet: Warum gelingt es seit Jahrzehnten nicht, aus dem Weihnachtsmarkt ein identitätsstiftendes Winterereignis zu machen?

Vielleicht weil der Markt bis heute eher verwaltet als inszeniert wird.

Man plant …

  • Stände
  • Prozesse
  • Beschicker
  • Genehmigungen
  • Zusatzmodule

aber kaum …

  • Raumwirkung
  • Lichtregie
  • Ikonische Bilder
  • Zentrale Platzwirkung
  • Emotionale Dramaturgie

Genau deshalb wirkt der Gütersloher Weihnachtsmarkt oft weniger wie ein atmosphärisches Gesamterlebnis als vielmehr wie eine #Verwaltungsveranstaltung mit #Heißgetränken.

Oder wie #Radio #Ostwestfaliwan bereits meldete: »Stimmt es, dass der Weihnachtsmarkt 2026 super wird?« »Im Prinzip ja. Das Konzept findet großen Anklang. Hex hex.«

#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT

NOW WebcardNOW Webcard, mehr …

Karla-Wagner-Stiftung
Königstraße 56
33330 Gütersloh
E-Mail [email protected]
www.karla-wagner-stiftung.de