»#Blablanol #retard #forte« – wenn #Sprache zur Belastung wird

  • Eine satirische Annäherung an ein reales Phänomen

#Gütersloh, 5. Mai 2026

In einer Zeit, in der #Kommunikation allgegenwärtig ist, gerät ihr Wert zunehmend unter #Druck. #Meetings ohne Ende, Back to Back Meetings, #Sprachnachrichten im #Minutentakt, endlose #Kommentarspalten, E Mails – #Sprache ist längst nicht mehr nur Mittel zum Zweck, sondern oft Selbstzweck. Der Übergang von sinnvoller Mitteilung zu bloßer Dauerbeschallung ist fließend. Genau hier setzt – zumindest gedanklich – ein fiktives Präparat an: »Blablanol retard forte«.

Was zunächst wie ein Scherz klingt, beschreibt ein durchaus beobachtbares Phänomen: einen übersteigerten Mitteilungsdrang bei gleichzeitig sinkender Informationsdichte. In der medizinischen Terminologie ließe sich das augenzwinkernd als »Morbus Laber« fassen – keine anerkannte #Diagnose, aber eine treffende Metapher für kommunikative Entgleisungen im Alltag.

Die Idee eines »Medikaments« gegen dieses Syndrom folgt dabei konsequent der Logik moderner Pharmakommunikation. Ein klar umrissenes Beschwerdebild, ein scheinbar präzise wirkender Wirkstoff – etwa »Silencium hydrochlorid« – und eine retardierte Darreichungsform, die nicht sofort, sondern nachhaltig wirkt. Das Versprechen: weniger Worte, mehr Substanz.

Natürlich existiert ein solches Präparat nicht. Und doch verweist die satirische Konstruktion auf ein reales Bedürfnis. Denn viele kommunikative Formate leiden unter strukturellen Überlastungen: Wer spricht, wird nicht automatisch gehört; wer viel sagt, sagt nicht zwangsläufig etwas. Der ökonomische Begriff der »Informationsinflation« beschreibt diesen Zustand präzise – je mehr im Umlauf ist, desto geringer wird der einzelne Wert.

Interessant ist dabei, dass sich die Symptome quer durch alle gesellschaftlichen Bereiche ziehen. In Unternehmen manifestiert sich »#Morbus #Laber« in ausufernden Meetings ohne Ergebnis. In den #Social #Media in endlosen Diskussionsketten ohne Erkenntnisgewinn. Und selbst im privaten Umfeld wird Kommunikation nicht selten zur reinen Gewohnheit, entkoppelt von ihrem eigentlichen Zweck: #Verständigung.

Die satirische Überhöhung durch ein fiktives Medikament funktioniert deshalb, weil sie eine implizite Sehnsucht sichtbar macht – nach Reduktion, nach Klarheit, nach Relevanz. »Blablanol« wäre, konsequent zu Ende gedacht, kein Mittel zur Unterdrückung von Sprache, sondern zur Wiederherstellung ihrer Funktion.

Denn Sprache entfaltet ihre Wirkung nicht durch Quantität, sondern durch Präzision. Ein klar formulierter Satz ersetzt oft ganze Absätze. Eine gut gesetzte Pause sagt mitunter mehr als ein Monolog. In diesem Sinne wäre die »Nebenwirkung« des gedachten Präparats – Stille – keine Einschränkung, sondern eine Qualität.

Vielleicht liegt genau darin der eigentliche Kern der Idee: Nicht alles, was gesagt werden kann, muss auch gesagt werden. Und nicht jede Lücke braucht sofort ein Wort.

»Blablanol retard forte« gibt es nicht. Aber der Gedanke dahinter ist erstaunlich anschlussfähig.

#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE