Albertina Wien: Helga Philipp, »Bewegungsräume«, 1. Mai bis 20. September 2026
#Wien, 30. April 2026
Mit der Ausstellung »Bewegungsräume« widmet die Albertina der österreichischen Künstlerin Helga #Philipp eine umfassende #Retrospektive. In der Pfeilerhalle werden 49 Werke aus 4 Jahrzehnten gezeigt, die eindrucksvoll vor Augen führen, wie konsequent Philipp das Sehen selbst zum Thema ihrer #Kunst gemacht hat.
Bereits seit den 1960er Jahren entwickelt Philipp eine reduzierte, präzise #Bildsprache. Geometrische Grundformen, klare Ordnungen und serielle Systeme bilden die Grundlage ihres Werks. Damit positioniert sie sich bewusst gegen die expressive Malerei der Nachkriegszeit und wird zu einer zentralen Figur zwischen #Konkreter #Kunst, #Kinetismus und Op Art. Ihre Arbeiten entstehen aus vorab festgelegten Regeln – und entfalten ihre Wirkung erst im Prozess der Wahrnehmung.
Ein zentrales Motiv der Ausstellung ist das Verhältnis von Bild, Raum und Betrachter. Philipp überschreitet die klassische Bildfläche, indem sie mit #Glas, #Plexiglas, #Metallspiegeln oder #Aluminium arbeitet. Schichtungen, Überlagerungen und transparente Ebenen erzeugen visuelle Effekte, die sich mit jedem Standort verändern. »Kinetisch« sind diese Werke nicht durch mechanische Bewegung, sondern durch das Auge selbst: Bewegung entsteht im Sehen.
Serielle Raster, Verschiebungen und Kontraste führen zu optischen Phänomenen wie Flimmern, Kippen oder räumlichen Täuschungen. In farbigen Arbeiten nutzt Philipp gezielt Gegensätze wie Rot und Blau, während andere Werkgruppen Farbe als System begreifen – etwa durch abgestufte Intensitäten, die im Übereinanderdruck neue Farbtöne erzeugen. Auch Linienarbeiten mit Grafit zeigen diese Prinzipien in radikaler Reduktion: minimale Variationen erzeugen maximale visuelle Dynamik.
Spätere Arbeiten erweitern diesen Ansatz in den Raum. Mehrschichtige Plexiglasobjekte, Spiegelungen und Kreisraster schaffen komplexe Tiefenwirkungen, in denen sich auch der umgebende Raum spiegelt. Selbst in großformatigen Gemälden bleibt das Prinzip erhalten: Licht, Material und Struktur erzeugen Bewegung – nicht als Illusion, sondern als physische Erfahrung.
Philipps künstlerisches Denken ist dabei eng mit ihrer Lehrtätigkeit verbunden. Von 1965 bis 2002 wirkt sie als Assistenzprofessorin an der Universität für angewandte Kunst Wien und prägt eine Generation von Künstlern, die sich mit Wahrnehmung, Raum und Systematik auseinandersetzen.
Die Ausstellung zeigt nicht nur #Malerei und #Grafik, sondern auch Objekte, Installationen und experimentelle Arbeiten – darunter Sitzmöbel, die aus ihren Kreisstrukturen entwickelt wurden und von Besuchern genutzt werden können. Damit wird ein zentrales Anliegen Philipps unmittelbar erfahrbar: Kunst entsteht erst im Zusammenspiel von Werk, Raum und Betrachter.
1. Mai bis 20. September 2026, #Albertina #Wien, Albertinaplatz 1, Wien, täglich 10 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags bis 21 Uhr, ein begleitender Katalog (»Helga Philipp. Bewegungsräume/Spaces of Movement«) ist in deutscher und englischer Sprache erhältlich, mehr 🔗 …
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