Kunstraum Elsa Bielefeld: #Thingstätten – von der Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart, 17. April bis 29. Mai 2026

#Bielefeld, 9. April 2026

Die Thingstätten wurden 1933 bis 1936 als propagandistische #Freilichtbühnen und #Versammlungsplätze des Nationalsozialismus erbaut. 400 waren geplant, etwa 60 wurden errichtet, viele davon sind heute noch in #Deutschland, #Polen und #Russland auffindbar. Einige sind in Vergessenheit geraten, andere wie die Berliner Waldbühne werden bis heute aktiv als #Freilichttheater genutzt.

Das Projekt vereint 23 internationale Künstler und Wissenschaftler auf den Spuren dieser bis heute wenig bekannten #Geschichte. Kunst und Dokumentation, Text und Bild ermöglichen eine interdisziplinäre und pluralistische Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart.

Die Ausstellung wurde 2023 im Deutschen Haus NYU in New York gezeigt und ist nun das 1. Mal in Deutschland zu sehen. Sie beruht auf dem intensiv recherchierten Fotoband »Thingstätten« (Geymüller, 2021, 256 Seiten) und einer interaktiven Website 🔗. Das Projekt wurde vom European Heritage Award in der Kategorie »Research« mit einer Anerkennung ausgezeichnet.

Das interdisziplinäre Kunstprojekt »Thingstätten« entwickelte sich aus Fragestellungen zur zeitgenössischen Kunst, insbesondere kollektiven Strukturen, mit denen sich die Bielefelder Künstlerin und Professorin (#HSBI) Katharina Bosse beschäftigt. Eine weitere Frage ergibt sich aus der Bedeutung nationaler Identitäten, und spezifisch der Deutschen. Für die meisten der deutschen und internationalen ehrenamtlich teilnehmenden Künstler war das Thema der »Thingstätten« vollkommen neu. Sie gestalteten Arbeiten (orts)spezifisch zu dem vorliegenden Projekt.

Die Thingstätten stehen für eine Zeit, die heute schwer zu begreifen ist, auch weil auf ihr lange ein Deckmantel des Schweigens lag: Die frühen Jahre der Hitler Begeisterung. Aus heutiger Sicht ist die Beteiligung auch mittlerer und kleinerer Orte in ganz Deutschland an diesem freiwilligen Bauprojekt ein Zeichen für die verbreitete Zustimmung zum Regime.

Zwischen 1933 und 1936 wurden in Deutschland zahlreiche ideologisch motivierte Thingstätten (Freilichtbühnen) gebaut. Thema der dort aufgeführten Stücke (Thingspiele) war die deutsche Geschichte, sie wurden aber auch zu Kundgebungen oder Feiern der NSDAP verwendet und dienten der Inszenierung von »Volksgemeinschaft«. Die Anzahl der mitwirkenden Komparsen und Besucherzahlen war gewaltig, aber nicht von Dauer. Ende 1935 distanzierte sich die NSDAP von der Idee und der Bezeichnung Thingstätte, und wandte sich anderen Medien zu.

Von diesem Versuch eines propagandistischen Architekturtheaters ist heute wenig bekannt, obwohl viele architektonische Zeugen noch auffindbar sind und zum Teil heute noch bespielt werden, wie die #Waldbühne in #Berlin oder die Bühne der Karl May Festspiele in Bad Segeberg. Diese Bühnen hatten in Baugestaltung und Lage einen speziellen Charakter. Sie verwiesen auf die historischen nordisch germanischen Thingplätze, denen sie allerdings weder geographisch noch von der Bedeutung her entsprachen. Der Name »Thingstätte« war eine nationalsozialistische Aneignung. Die neu errichteten Feierstätten verwendeten urtümliche Baumaterialien, befanden sich an eindrucksvoll gelegenen Orten und unter freiem Himmel.

Mit Hilfe des Reichsarbeitsdienstes wurden in dem gesamten damaligen Reichsgebiet 60 von den geplanten 400 Thingstätten gebaut. Heute sind etwa 40 bis 50 in Deutschland, Polen und Russland auffindbar, wobei es darüber hinaus Hinweise auf weitere den Thingstätten verwandte Freilichtbühnen und Versammlungsplätze gibt, die in regionalen Archiven zu finden sind. Im Register des Bildbands »Thingstätten« (Geymüller, 2021, Herausgeberin Katharina Bosse) sind 44 Thingstätten aufgeführt. Die Ausstellung zeigt Fotografien, Kunstprojekte und Texte von 23 deutschen und internationalen Künstlern und Wissenschaftlern. Mehr 🔗 …

17. April bis 29. Mai 2026, Kunstraum Elsa 🔗, #Bielefeld, Eröffnung 17. April 2026, 18 Uhr, »Bielefelder Nachtansichten« am 25. April 2026 18 bis 24 Uhr, Artist Talk mit Daniel Mirer (USA) am 21. Mai 2026 um 18 Uhr, Öffnungszeiten donnerstags 15 bis 18 Uhr

#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE

NOW WebcardNOW Webcard, mehr …

Kunstraum Rheda
Berliner Straße 21
33378 Rheda-Wiedenbrück
E-Mail [email protected]
www.kunstraum-rheda.de