Der #Medienbrunnen in Gütersloh – ein #Kunstwerk über Kommunikation im Wandel
#Gütersloh, 6. April 2026
Vor der #Stadthalle in Gütersloh steht ein Brunnen, der auf den ersten Blick wie eine Gruppe bronzener Figuren wirkt. Doch der sogenannte »Medienbrunnen« ist weit mehr als nur ein dekoratives Element im #Stadtraum. Er ist eine plastische Erzählung darüber, wie Menschen Informationen aufnehmen, verarbeiten und weitergeben – und wie sich Medien im Laufe der Zeit verändern.
Ein #Brunnen als #Kommunikationsmodell
Im Zentrum des Kunstwerks stehen mehrere Figuren, die unterschiedliche Rollen im Prozess der Kommunikation verkörpern. Besonders prägnant ist die Darstellung von Händen, die ein #Buch halten. Dieses Motiv steht für den klassischen Ursprung von #Wissen: das #Lesen, das #Lernen, das #Verstehen.
Doch dabei bleibt es nicht. Andere Figuren im Brunnen scheinen zu gestikulieren, zu erklären, zu vermitteln. Ihre Hände sind oft überbetont – als würde Kommunikation nicht nur über Sprache, sondern vor allem über Ausdruck, Körpersprache und Darstellung funktionieren. So entsteht ein Ablauf: Aufnehmen – Verarbeiten – Weitergeben.
Der Brunnen zeigt also keinen statischen Zustand, sondern einen Prozess.
#Medien im Übergang
Ein auffälliges Element ist die große, runde #Scheibe im #Brunnen. Sie kann unterschiedlich gelesen werden: als #Schallplatte, als #CD, als abstrakter #Datenträger oder sogar als Symbol moderner Übertragungstechnologien.
In Kombination mit dem fließenden #Wasser ergibt sich eine klare Metapher: Informationen sind nicht fest, sondern in Bewegung. Sie werden transportiert, verändert und weitergeleitet. Das Wasser steht dabei für den ständigen #Fluss von #Nachrichten und #Ideen – ein Sinnbild für Medienströme, wie wir sie heute kennen.
Der Mensch im Zentrum
Trotz aller technischen Anspielungen bleibt der Mensch zentral. Die Figuren sind bewusst nicht individuell ausgearbeitet – ihre Gesichter sind reduziert, ihre Formen teilweise abstrahiert. Dadurch werden sie zu allgemeinen Stellvertretern: für #Sender, #Empfänger, #Vermittler. Einige Figuren wirken aktiv, andere eher beobachtend. Diese »Zuschauer« stehen für die Rolle des Rezipienten – also für diejenigen, die Medien konsumieren, deuten und einordnen.
Der Brunnen als Spiegel
Eine besonders spannende Dimension entsteht, wenn man den Brunnen nicht direkt, sondern als Spiegelung im Wasser betrachtet. In dieser Perspektive löst sich die klare Form der Figuren auf. Konturen verschwimmen, Farben zerfließen, Details werden unlesbar. Was bleibt, ist ein fragmentiertes Bild – ähnlich wie Informationen, die durch verschiedene Medien gefiltert werden.
Diese Spiegelung macht sichtbar, was Medien oft tun
- Sie zeigen nicht die Realität selbst, sondern deren Abbild
- Sie verändern, verzerren oder abstrahieren Inhalte
- Sie erzeugen Bedeutung erst im Kopf des Betrachters
Der Brunnen wird so zum »Medium über Medien« – und spiegelt sich im wahrsten Sinne des Wortes selbst.
Der Künstler: Karl Ulrich Nuss
Der Medienbrunnen wurde von dem deutschen Bildhauer Karl Ulrich #Nuss geschaffen, der für seine figurativen, oft erzählerischen Plastiken bekannt ist. Seine Arbeiten bewegen sich häufig im Spannungsfeld zwischen realistischer Darstellung und bewusster Abstraktion.
Auch beim Medienbrunnen zeigt sich dieser Ansatz deutlich: Die Figuren sind erkennbar menschlich, aber zugleich reduziert und verallgemeinert. Nuss interessiert weniger das Individuum als vielmehr die Handlung – das Tun, das Kommunizieren, das Vermitteln. Seine Skulpturen wirken dadurch wie eingefrorene Momente eines größeren Ablaufs.
Gerade diese Balance zwischen Gegenständlichkeit und Auflösung macht es möglich, dass der Brunnen sowohl konkret lesbar als auch offen interpretierbar bleibt.
Gestiftet wurde der Brunnen von Reinhard Mohn, dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden von Bertelsmann. Diese Verbindung ist kein Zufall: Gütersloh ist eng mit der Medienwelt verknüpft, und der Brunnen greift dieses Thema im Öffentlichen Raum auf. Damit steht das Kunstwerk nicht nur vor der Stadthalle als kulturellem Ort, sondern auch symbolisch für die Bedeutung von Medien, Kommunikation und Wissen in der Stadt selbst.
Der Medienbrunnen ist mehr als ein Kunstwerk im Öffentlichen Raum. Er ist ein #Denkmodell. Er zeigt, wie Wissen entsteht, wie Kommunikation funktioniert und wie sich Medien von festen Formen wie dem #Buch hin zu fließenden, oft schwer greifbaren Strukturen entwickeln. Besonders in der Kombination aus #Skulptur, #Wasser und #Wahrnehmung entfaltet sich seine volle Wirkung. Wer ihn nicht nur betrachtet, sondern »liest«, erkennt: Der Brunnen erzählt nicht nur von Medien – er verhält sich selbst wie eines.
#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE
Foto: Stadthalle Gütersloh, Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen
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