»Correctiv«: das unbekannte Gift im Rhein
- Eine »#Correctiv« #Recherche deckt einen bisher unerforschten #Chemiecocktail im #Rhein auf. Nur ein Bruchteil der #Schadstoffe im #Wasser ist den Behörden tatsächlich bekannt. Fachleute fürchten gravierende Folgen für die #Gesundheit.
#Essen, #Berlin, 3. Februar 2026
»Correctiv« hat erstmals systematisch Daten zu unbekannten Schadstoffen im Rhein ausgewertet. Grundlage sind #Wasseranalysen von #Baden #Württemberg, #Rheinland #Pfalz und #Nordrhein #Westfalen. #Hessen nimmt keine Proben für unbekannte Substanzen. Das Ergebnis: Zwischen 2020 und 2025 registrierten die Behörden 65 mal auffällige Stoffe im Rhein. Auffällig, weil die Konzentrationen besonders hoch waren oder ein Stoff plötzlich über mehrere Tage hintereinander in den Messungen auftauchte. Unter den identifizierten Stoffen finden sich auch solche, die nicht routinemäßig überwacht werden, darunter auch ein vermutlich krebserregender.
Nach groben Schätzungen des Landesumweltamts Nordrhein Westfalen treiben etwa 30.000 #Chemikalien im Rhein – nur ein Bruchteil davon ist ausreichend erforscht. Die meisten gelangen durch Industrieabwässer in den Fluss. Welche Folgen diese Stoffe für Mensch und Umwelt haben, bleibt oft unklar.
Das #Landesumweltamt prüft das Rheinwasser zwar täglich auf bekannte Stoffe, um potenziell schädliche Substanzen zu erkennen. »Bei unbekannten Stoffen können wir aber naturgemäß nicht beurteilen, ob sie schädlich für Mensch und Tier sind – sie entziehen sich weitgehend unserer Kontrolle,« so Klaus Furtmann, Leiter der Abteilung »Zentrale #Umweltanalytik«.
»Correctiv« hat in den vergangenen 6 Wochen bei #Basel, #Köln #Leverkusen und im niederländischen #Nimwegen 3 Wasserproben entnommen und von einem spezialisierten #Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis: Hunderte unerforschte Substanzen. Je weiter der Rhein fließt, desto mehr reichern sich an. Oft zeigt sich die Gefährlichkeit von Chemikalien jedoch erst nach Jahrzehnten. Aus unbekannten Stoffen werden bekannte. So verstand man erst lange nach ihrer Entwicklung, dass die sogenannten Ewigkeitschemikalien (#PFAS) zwar Alltagsprodukte schmutzabweisend und wasserabweisend machen, aber gleichzeitig die menschliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen können.
»Viele der heute unbekannten Stoffe könnten sich bald als toxikologisch bedenklich erweisen«, sagt Werner Brack, Ökotoxikologe am #Leipziger #Helmholtz #Zentrum für #Umweltforschung (#UFZ). Dort leitet er die Abteilung für umweltanalytische #Chemie – und forscht seit vielen Jahren in internationalen Gremien zu Schadstoffen und ihrer gesundheitlichen Wirkung. Brack ist überzeugt: Der Chemiecocktail könnte beispielsweise #Allergien hervorrufen, das Lernverhalten unserer #Kinder stören und #Krankheiten wie #Diabetes und #Adipositas fördern. »Die unbekannten Stoffe bilden eine unsichtbare, doch gravierende Gefahr.«
Nach Angaben der deutschen Wasserversorger am Rhein gibt es hingegen keinen Grund zur Sorge. »Wir möchten noch einmal betonen, dass eine plötzlich im Rhein auftretende Verunreinigung nicht gleichbedeutend damit ist, dass das Trinkwasser unmittelbar gefährdet ist«, schreibt ein Sprecher der #Arbeitsgemeinschaft #Rhein #Wasser (ARW), ein Zusammenschluss vieler Wasserversorger am Rhein, auf »Correctiv« Anfrage.
Die ganze Recherche gibt es hier 🔗 …
Die Recherche auf der Bühne:
Mit 3 #Theateraufführungen und einem Diskussionsabend in Köln bringt »Correctiv« die Recherche »Das unsichtbare Gift im Rhein« auf die Bühne und sucht den Austausch mit Bürgern. Mehr 🔗 …
Über »Correctiv«
»Correctiv« ist ein gemeinwohlorientiertes #Medienhaus, das mit den Mitteln des #Journalismus, der #Medienbildung und der #Technologie die #Demokratie stärkt. Als vielfach ausgezeichnete Redaktion stehen wir für investigativen Journalismus. Wir lösen öffentliche Debatten aus, arbeiten mit Bürgern an unseren Recherchen und fördern die Gesellschaft mit unseren Bildungsprogrammen.





























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