The Schaufler Foundation Schauwerk Sindelfingen: »No Place like Home«, Italienische Fotografie seit den 1980er Jahren, 1. Februar bis 26. Juli 2026
#Sindelfingen, 29. Januar 2026
Eine #Ausstellung des #IKS #Photo #Düsseldorf, der #Kunsthalle #Darmstadt, des #Schauwerk #Sindelfingen und der #Draiflessen #Collection, #Mettingen.
»No Place like Home« präsentiert die erste große Überblicksausstellung zur #italienischen #Fotografie seit den 1980er Jahren. Rund 300 Arbeiten von 42 Fotografen zeigen, wie das aus dem #Wirtschaftsboom der #Nachkriegszeit hervorgegangene Land eine eigene fotografische Bildsprache gefunden hat. In der Poesie des Alltags erfassen sie soziale wie gesellschaftliche Verflechtungen, entlarven und reflektieren die imperiale Vergangenheit ihres Heimatlandes und hinterfragen kritisch das Medium der Fotografie: mal traditionell, mal konzeptionell, immer berührend und fernab der Klischees von »#Dolce #Vita« und »#Bella #Italia«.
Die italienische Fotografie dieser Zeit entwickelte sich einerseits im Kontext der Arte Povera und des Neorealismus und weist andererseits Einflüsse der amerikanischen New Color Photography und der deutschen #Fotografie auf, wie sie von Otto Steinert an der Folkwangschule in Essen und Bernd und Hilla Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie unterrichtet wurde.
Unter den präsentierten Serien befinden sich auch #Vintage Prints und selten gezeigte Originalabzüge aus den frühen 1980er Jahren, darunter Werke von Guido Guidi (geboren 1941), Gabriele Basilico (1944 bis 2013), Luigi Ghirri (1943 bis 1992) und Marina Ballo Charmet (geboren 1952).
Das Spektrum der ausgestellten Arbeiten umfasst zahlreiche Porträts, konzeptionelle und serielle Arbeiten, sozial, politisch und gesellschaftlich verortete Aufnahmen und #Landschaftsfotografien, die einen besonderen Stellenwert in der italienischen Kunst einnehmen. Insbesondere die sogenannte »Fotografie der Orte«, die sich in den frühen 1980er Jahren in Italien etablierte, richtet den Blick auf eine kollektive Identität mit deren Hilfe die Autoren selbstbewusst ihren Anspruch auf künstlerische Autonomie formulierten.
In den frühen 1990er Jahren führten die wirtschaftliche Entwicklung und die ersten Auswirkungen der Globalisierung dazu, dass sich Fotografen wie Marina Ballo Charmet, Paola De Pietri, William Guerrieri oder Paola Di Bello für urbane Räume, den Identitätsverlust von Orten und soziale Fragen interessierten.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends bildeten verschiedene Krisen einen Nährboden für neue fotografische Ansätze und künstlerische Strategien. Soziale Ungerechtigkeiten im Land, Forderungen nach Gleichberechtigung der Geschlechter oder Fragen der Migration schufen einen neuen kulturellen Rahmen und brachten eine junge Generation von Fotografen hervor: Marcello Galvani, Francesco Neri, Luca Nostri, Allegra Martin und Cesare Fabbri – allesamt Studenten und Weggefährten von Guido Guidi. Sie verstanden sich als Vertreter einer langen künstlerischen Tradition und wandten sich dem urbanen Raum in der Provinz zu.
Eine weitere Gruppe von Fotografen entwickelte eine neue Erzählmethode, die formal an die Reportagefotografie der 1970er Jahre anknüpfte. In den gesellschaftskritische und sozialkritischen Arbeiten von Michela Palermo, Nicola Lo Calzo, Giulia Iacolutti, Davide Degano, Michele Borzoni oder Simone Donati wird die künstlerische Verwandtschaft zu den Vertretern der #Folkwangschule wie Joachim Brohm, Wendelin Bottländer oder Petra Wittmar sichtbar. Andrea Botto, Maurizio Montagna und Alessandro Ruzzier bedienen sich realer oder konstruierter Momente, aus denen sie ihre Arbeiten entwickelten – in Anlehnung an Vorbilder der Postmoderne sowie der »objektiven Fotografie« der Kunstakademie Düsseldorf von Thomas Ruff, Thomas Struth, Candida Höfer und Axel Hütte.
In der jungen italienischen Fotografie wird deutlich, dass Fotografen wie Francesca Iovene, Carmen Colombo, Matteo Di Giovanni, Tomaso Clavarino, Giulia Agostini, Federico Clavarino und Iacopo Pasqui sich in ihren Bilduntersuchungen nicht mehr auf den öffentlichen Raum als Ort kollektiver Identität fokussieren, sondern einen freieren Umgang mit Erzählstrukturen rund um die Themen Individualität, Community und Diversität propagieren. In den oft biografisch geprägten Serien vernachlässigen sie die erzählerische Abfolge von Bildern zugunsten einer Aneinanderreihung einzelner figurativer Elemente, die mit symbolischen Werten ihrer Generation aufgeladen sind. Dabei setzen sie sich kritisch mit dem Begriff von Heimat und der eigenen Herkunft auseinander.
Die Ausstellung »No Place like Home« wird von Ralph Goertz, Leiter des IKS Photo Düsseldorf, kuratiert und in Zusammenarbeit mit den Partnerinstitutionen jeweils neu und individuell zusammengestellt. Der reich bebilderte Katalog zur Ausstellung erschien im Verlag der #Buchhandlungen #Walther und Franz #König, mit einem gemeinsamen Vorwort von León Krempel, Svenja Frank, Corinna Otto, Ralph Goertz und Texten von Nicoletta Leonardi und Ralph Goertz.
Teilnehmende Fotografen
Giulia Agostini, Marina Ballo Charmet, Olivo Barbieri, Fabio Barile, Gabriele Basilico, Michele Borzoni, Andrea Botto, Michele Buda, Michele Cera, Federico Clavarino, Tomaso Clavarino, Carmen Colombo, Mario Cresci, Paola De Pietri, Davide Degano, Paola Di Bello, Matteo Di Giovanni, Simone Donati, Alessandra Dragoni, Cesare Fabbri, Marcello Galvani, Luigi Ghirri, William Guerrieri, Guido Guidi, Giulia Iacolutti, Francesca Iovene, Armin Linke, Nicola Lo Calzo, Sara Lorusso, Rachele Maistrello, Allegra Martin, Marco Marzocchi, Sofia Masini, Maurizio Montagna, Francesco Neri, Walter Niedermayr, Luca Nostri, Michela Palermo, Sara Palmieri, Iacopo Pasqui, Piero Percoco und Alessandro Ruzzier.
1. Februar bis 26. Juli 2026, Eröffnung Sonntag, 1. Februar 2026, 11.30 Uhr, The Schaufler Foundation Schauwerk Sindelfingen, Eintritt frei, mehr 🔗 …





























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