#NGG #Ostwestfalen #Lippe: »#Mini #Jobber sind keine Beschäftigten 2. Klasse«

  • 40.700 Mini Jobber im Kreis Gütersloh: Die meisten haben zum Jahreswechsel 47 Euro mehr im Portemonnaie

#Bielefeld, 22. Dezember 2025

Mini Jobber mit dickeren Portemonnaies: Rund 40.700 Mini Jobber gibt es im Kreis #Gütersloh. Sie können ab Januar 603 Euro pro Monat verdienen. Darauf hat die #Gewerkschaft #Nahrung #Genuss #Gaststätten (#NGG) hingewiesen. »Die meisten Mini Jobber bekommen nur den gesetzlichen Mindestlohn. Und der steigt ab Januar um 1,08 Euro auf dann 13,90 Euro pro Stunde. Für die Mini Jobber bedeutet das: Wenn sie 10 Stunden pro Woche arbeiten, müssen sie ab dem Jahreswechsel 47 Euro pro Monat mehr auf dem Konto haben«, erklärt Thorsten Kleile.

Der Geschäftsführer der NGG Ostwestfalen Lippe appelliert an die geringfügig Beschäftigten, das »Lohn Plus« im Blick zu haben. Und Thorsten Kleile stärkt ihnen den Rücken: »Mini Jobber sind keine Beschäftigten 2. Klasse – und sie dürfen auch nicht so behandelt werden.« Konkret kritisiert die NGG Ostwestfalen Lippe, dass Mini Jobber »häufig als Aushilfen mit weniger Rechten behandelt werden«.

Dabei gehe es auch um den Lohn: »Wenn ein Mini Jobber bei gleicher Qualifikation die gleiche #Arbeit wie eine Vollzeitkraft leistet, dann hat er dafür auch den gleichen #Stundenlohn verdient. Denn Mini Job bedeutet nicht immer gleich #Mindestlohn.

Außerdem steht auch Mini Jobbern Urlaub zu«, so Thorsten Kleile. Wer geringfügig beschäftigt sei und für längere Zeit krank werde, habe zudem – genauso wie jeder andere Beschäftigte im Betrieb auch – Anspruch auf Lohnfortzahlung. »Wenn es im Unternehmen Zuschläge bei #Wochenendarbeit oder #Nachtarbeit gibt, dann dürfen Mini Jobber auch dabei nicht leer ausgehen. Genauso wie beim #Urlaubsgeld und #Weihnachtsgeld«, macht NGG Geschäftsführer Thorsten Kleile deutlich. Er rückt dabei gerade auch Restaurants, Gaststätten und Hotels in den Fokus: »5.930 Mini Jobber arbeiten allein in der #Gastronomie im Kreis Gütersloh. Das ist eine Branche, die stark auf Mini Jobs setzt.« Der Gewerkschafter beruft sich dabei auf Zahlen der #Arbeitsagentur.

»Egal, ob jetzt auf dem Weihnachtsmarkt oder im Sommer im Biergarten – ob in der Restaurantküche, in der Kantine, an der #Bäckereitheke oder #Fleischtheke: Unternehmen nutzen Mini Jobs, um es wirtschaftlich im Kreis Gütersloh rundlaufen zu lassen«, sagt Thorsten Kleile.

Die NGG Ostwestfalen Lippe sieht die hohe Zahl der Mini Jobs dabei allerdings kritisch: »Mini Jobs verdrängen Vollzeitstellen. Dabei bieten nur die regulären Jobs den Beschäftigten einen kompletten Sozialversicherungsschutz – von der #Rente über die #Pflege bis zur #Arbeitslosigkeit«, so Thorsten Kleile.

Die Gewerkschaft spricht sich dafür aus, Mini Jobs in ihrer bisherigen Form abzuschaffen. »Auch für Jobs mit geringer Wochenarbeitszeit muss gelten: Wer arbeitet, muss ab der ersten Stunde auch komplett sozialversichert sein«, fordert NGG Geschäftsführer Kleile.

Die NGG Ostwestfalen Lippe kritisiert besonders die Folgen, die Mini Jobs für Frauen haben können. »56 Prozent aller geringfügig Beschäftigten im Kreis Gütersloh sind Frauen. Oft machen gerade junge Mütter den Mini Job anfangs nebenbei, um später wieder voll in den Beruf einzusteigen. Genau das gelingt vielen aber nicht. Gerade dann, wenn der Betrieb nicht mitzieht und ihnen keine Jobs mit mehr Wochenstunden anbietet. Der Mini Job wird so zur beruflichen Sackgasse – mit allen Folgen, die das dann hat. Bis hin zur deutlich geringeren Rente«, warnt Thorsten Kleile.

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