#Bioland und #Naturland begrüßen lange erwartete Anpassungen im Bio Recht für Landwirte und Hersteller

#Mainz, #Gräfelfing, 18. Dezember 2025

Bioland und Naturland begrüßen die Vorschläge der EU Kommission zur gezielten Anpassung der EU Öko Verordnung. »Mit der am Mittwoch vorgestellten Roadmap stellt die #Kommission unmissverständlich klar: Bio ist und bleibt ein Schlüsselelement der Gemeinsamen #Agrarpolitik, um die EU resilienter zu machen und die Autonomie unserer Ernährungssysteme zu stärken”, betonen die Präsidenten der beiden Öko Verbände, Jan Plagge und Eberhard Räder.

Konkrete Verbesserungen bringen die bereits am Dienstag veröffentlichten Vorschläge zur Öffnung der EU Öko Verordnung. Vor allem Bio Geflügelhalter können aufatmen, weil sie von verschiedenen unsinnigen und hinderlichen Regelungen befreit werden. Noch offen ist allerdings, wie genau die EU Kommission im Rahmen der Roadmap die Herausforderungen bei den anderen Tierarten lösen will.

»Auch die #Rinderhalter und# Schweinehalter brauchen klare Perspektiven für die Zukunft ihrer Betriebe. Dazu gehört eine praxisgerechte Auslegung der EU Öko Verordnung und die Beseitigung unnötiger Hürden. Denn klar ist, eine zukunftsfähige Tierhaltung braucht tierwohlgerechte Haltungskonzepte, wie sie vor allem auf Bio Betrieben zu finden sind”, so die beiden Verbandspräsidenten. Am Ende gehe es auch darum, die regionale Versorgung mit Bio Produkten sicherzustellen und so die europäische Ernährungssouveränität zu sichern.

Praxisgerechte Lösungen auch für Rinderhaltung und Schweinehaltung dringend nötig

Mit den Anpassungen im EU Bio Recht sollen Unklarheiten im Verordnungstext beseitigt werden, die sonst in der praktischen Umsetzung zu teilweise widersinnigen und für die Betriebe massiv nachteiligen Auslegungen führen würden. Beispielsweise drohte in der #Geflügelhaltung eine Auslaufpflicht schon für #Küken, die noch gar kein wärmendes Gefieder haben, um der Witterung zu trotzen. Die Vorgabe, wieviel Stallfläche ein Betrieb haben darf, war bei Masthähnchen anders geregelt als bei Legehennen – ohne erkennbaren Grund. Beides will die Kommission nun direkt im Verordnungstext anpassen.

Noch keine #Lösungsvorschläge gibt es hingegen im Streit um die genaue Ausgestaltung der #Weide für #Rinder sowie hinsichtlich der Überdachung von #Stallflächen und #Auslaufflächen bei #Schweinen und #Rindern. Diese Fragen will EU Kommissar Christophe Hansen nicht direkt im Verordnungstext klären, sondern erst in einem zeitnahen parallelen Prozess in der Auslegung, um auf diese Weise ein schnelles politisches Verfahren zu ermöglichen.

Das Vorgehen wird von Naturland und Bioland grundsätzlich unterstützt. Das dürfe aber keinesfalls dazu führen, dass die berechtigten Interessen der Betriebe hinten runterfallen, warnen die beiden Verbände. Hier müsse Hansen dringend nachlegen und praxisgerechte Lösungsvorschläge machen. Die derzeit praxisferne Auslegung durch die EU Kommission gefährdet Investitionen, den Umbau hin zu tierwohlgerechteren Haltungsformen und damit die Ausbauziele des ökologischen Landbaus in der EU, in Deutschland und in den Bundesländern.

Hintergrund

Die Öffnung der #EU #Öko #Verordnung war notwendig geworden da der EUGH durch das sogenannte #Herbaria #Urteil die EU Kommission zum Handeln gezwungen hat. Dabei ging es um die Gleichbehandlung von Bio Produzenten innerhalb der EU mit Importeuren, die ihre Produkte nach anderen, von der EU aber als gleichwertig anerkannten Regeln herstellen. Im vergangenen Sommer hatte EU Kommissar Hansen dann angekündigt, dass er in diesem Zuge auch weitere notwendige Anpassungen im Bereich der Tierhaltung vornehmen wolle. Hintergrund sind neue Interpretationen der EU Öko Verordnung seitens der Kommission, die in Deutschland und anderen EU Ländern die Entwicklung der Öko Tierhaltung hemmen. Weitere geplante Änderungen betreffen die Gruppenzertifizierung von kleinbäuerlichen Kooperativen in Drittländern.

Zum Bioland Verband

Bioland ist der bedeutendste Verband für ökologischen Landbau in Deutschland und Südtirol. Mehr als 10.000 Betriebe aus Erzeugung, Herstellung und Handel wirtschaften nach den Bioland Richtlinien. Gemeinsam bilden sie eine Wertegemeinschaft zum Wohl von Mensch und Umwelt.

Zum Verein »Naturland«

»Naturland« ist der größte internationale Öko Verband. Mehr als 120.000 Bauern in 60 Ländern der Erde zeigen, dass ein ökologisches, soziales und faires Wirtschaften ein Erfolgsprojekt ist. Allein in #Deutschland und #Österreich gehören über 7.000 Bio Betriebe dieser Gemeinschaft an. Weltweit ist die Mehrzahl der Naturland Bauern in kleinbäuerlichen Kooperativen organisiert.

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