#KWS #History: Stadtgeschichte Gütersloh – vom Flussbad zur Kulturstätte – das #Wapelbad in Gütersloh

#Gütersloh, 22. April 2026

Die Geschichte des Wapelbads spiegelt auf exemplarische Weise den Wandel kommunaler Freizeitkultur im 20. und 21. Jahrhundert wider. Von einer einfachen #Badegelegenheit an der #Wapel entwickelte sich das Areal zu einem vielseitigen #Kulturort und #Begegnungsort.

Den Anfang markiert das Jahr 1925, als der #Magistrat der Stadt Gütersloh die Einrichtung eines Flussbades beschließt. Mangels städtischen Grundeigentums wird ein Wiesengrundstück gepachtet, um dort ein Freibad zu errichten. Der Badebetrieb folgt den gesellschaftlichen Normen der Zeit: Frauen und Männer baden streng getrennt, gemeinsames Baden von Jungen und Mädchen ist untersagt.

In den frühen 1930er Jahren erfährt das Bad eine deutliche Aufwertung. Nach ersten landschaftlichen Maßnahmen wird die Anlage 1932/33 umfassend ausgebaut. Eine großzügige Liegewiese, ein Planschbecken sowie Infrastruktur wie #Umkleiden, #Kiosk und #Wohnhaus entstehen. Das #Wasserregime zeigt den pragmatischen Umgang mit natürlichen Ressourcen: Gestautes Wasser wird regelmäßig erneuert.

Mit der fortschreitenden #Industrialisierung nach dem Zweiten Weltkrieg gerät das Wapelbad jedoch in eine Krise. 1952 wird das Baden aufgrund zunehmender #Gewässerverschmutzung untersagt. Zwar erlaubt eine verbesserte Abwassersituation ab 1957 eine Wiederöffnung, doch die Wasserqualität verschlechtert sich in den 1960er Jahren erneut. 1967 wird der #Badebetrieb endgültig eingestellt.

Das Gelände bleibt jedoch erhalten und wandelt sich zum sogenannten #Lichtbad und #Luftbad. Besonders Familien nutzen das weiterhin betriebene #Planschbecken, gespeist aus #Brunnenwasser, als #Ausflugsziel.

Eine neue Phase beginnt 1977 mit der Bewirtschaftung durch Maria Brummert und Resi Schürmann. Neben der Pflege der Anlage prägen sie die gastronomische Identität des Ortes: Der »#Wapelstern«, eine nach geheimem Rezept hergestellte Spezialität, wird über die Region hinaus bekannt und bleibt bis heute eng mit dem Wapelbad verbunden.

Einen entscheidenden Impuls erhält das Gelände 2007 durch den neu gegründeten »Förderverein Wapelbad«. Umfangreiche Renovierungen verwandeln das ehemalige Bad in eine moderne Freizeitfläche mit #Sandstrand, #Beachvolleyballfeldern, #Steg und #Café.

Seit den 2010er Jahren etabliert sich das Wapelbad zudem als Veranstaltungsort. Mit Formaten wie dem »Wapelbeats Open Air« und »#Holi Festivals« wird das Gelände zur Bühne für #Musik und #Kultur. Ab 2018 erweitert sich das Programm kontinuierlich um #Märkte, #Lesungen und weitere Veranstaltungen, deren Erlöse teilweise an Hilfsorganisationen gespendet werden.

Ein organisatorischer Einschnitt erfolgt 2023 mit einem Vorstandswechsel im Förderverein. Zugleich wird die Professionalisierung vorangetrieben: Ein festangestellter Betriebsleiter sorgt für Kontinuität, bauliche Maßnahmen verbessern die Infrastruktur, und das Kulturangebot wächst weiter. Veranstaltungen wie die Live Lesung von Philipp Fleiter mit seinem #Podcast »Verbrechen von nebenan« zeigen die überregionale Strahlkraft des Ortes.

Heute steht das Wapelbad nicht mehr für das klassische #Flussbaden, sondern für eine gelungene Transformation: von der einfachen #Badeanstalt zu einem lebendigen Treffpunkt für #Freizeit, Kultur und bürgerschaftliches #Engagement.

»An der Wapel«

Müde und mit blassen Wolkenfahnen

sinkt der Tag ins Meer der Ewigkeit,

und auf altgewohnten leisen Bahnen

kommt die wundersame Dämmerzeit.

Zaghaft legen erste Nebelschleier

sich auf Wiesen, Felder, Busch und Baum,

wie zu einer stillen Abendfeier –

und die fernen Häuser sieht man kaum.

Und das Wapelwasser ruht in Schweigen.

Seine Oberfläche kräuselt leicht der Wind.

Sinnend kannst du dich der Stille neigen.

Deine Seele spürt die Stimmung lind.

Ewald Kissing

#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE

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Wapelbad
Zum Wapelbad 1
33334 Gütersloh
Telefon +4952412128369
E-Mail [email protected]
www.wapelbad.de