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Foodwatch fordert Ende der Käfighaltung – höhere Tierschutz-Standards müssen auch für Importprodukte gelten

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat die Europäische Kommission aufgefordert, die Käfighaltung von Nutztieren EU-weit zu beenden. Sowohl ethisch als auch rechtlich sei es nicht hinnehmbar, dass nach wie vor rund 300 Millionen Tiere, darunter Legehennen, Schweine und Kaninchen, qualvoll eingepfercht werden, kritisierte Foodwatch

Lesedauer 1 Minute, 53 Sekunden, Artikel zuletzt bearbeitet am 19. Mai 2021, DOI: https://www.guetsel.de/content/22090/8451506.html
Foodwatch fordert Ende der Käfighaltung – höhere Tierschutz-Standards müssen auch für Importprodukte gelten

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat die Europäische Kommission aufgefordert, die Käfighaltung von Nutztieren EU-weit zu beenden. Sowohl ethisch als auch rechtlich sei es nicht hinnehmbar, dass nach wie vor rund 300 Millionen Tiere, darunter Legehennen, Schweine und Kaninchen, qualvoll eingepfercht werden, kritisierte Foodwatch. Ein besonders grausames Beispiel sei der Kastenstand – enge Metallkäfige, in denen Muttersauen fast ihr halbes Leben verbringen müssen.

Die EU müsse die Käfighaltung gesetzlich verbieten. Damit höhere Tierhaltungs-Standards in Europa nicht durch Billigimporte aus Drittländern unterlaufen werden, müsse die Kommission zudem Ausgleichsmaßnahmen an den Außengrenzen durchsetzen: Nur der Import von tierischen Produkten, die EU-Standards einhalten, dürfe erlaubt sein, forderte Foodwatch. Die Verbraucherorganisation startete am Mittwoch eine europaweite E-Mail-Petition an EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

»Noch immer leiden Millionen Nutztiere in engen Käfigen: Muttersauen, die ihr halbes Leben eingepfercht zwischen Metallstangen verbringen, sodass sie sich nicht einmal umdrehen können; Legehühner, die ihre Flügel nicht ausbreiten können; oder Kaninchen, die zu Millionen in Drahtverschlägen dahinvegetieren. Europa hat die moralische Verpflichtung, diese grausame Praxis ein für alle Mal zu beenden«, erklärte Matthias Wolfschmidt, internationaler Strategiedirektor bei Foodwatch.

Wolfschmidt erinnerte die EU und die Mitgliedsländer daran, dass sie auch gemäß europäischem Recht verpflichtet seien, mit ihrer Politik dem »Wohlergehen der Tiere als fühlende Wesen in vollem Umfang Rechnung“ zu tragen. So stehe es in Artikel 13 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV). Dabei müsse die EU eine bessere Behandlung von Tieren auch gegen Billigimporte aus Drittländern schützen«, so Wolfschmidt: »In Übereinstimmung mit WTO-Regeln kann die EU verlangen, dass Importe von tierischen Produkten auf Basis der gleichen Tierschutzstandards erfolgen, die im EU-Binnenmarkt gelten.«

Die Anpassungsmaßnahmen zum Schutz der europäischen Nutztiere dürfen laut foodwatch weder Drittländer diskriminieren noch protektionistisch sein. Dafür gebe es bereits ein historisches Vorbild: ein WTO-Abkommen, das es der EU erlaubt, die Einfuhr von Babyrobbenfellen zu verbieten.

2019 sammelte die Europäische Bürgerinitiative »End the Cage Age« rund 1,4 Millionen Unterschriften gegen die Käfighaltung in Europa. Bis zum 15. Juli 2021 wird die EU-Kommission nun entscheiden müssen, ob sie ein Gesetzgebungsverfahren zum Verbot der Käfighaltung einleitet. Mehrere EU-Kommissare haben sich bereits bei einer Anhörung im Europäischen Parlament Mitte April für die Einleitung einer solchen Gesetzgebung ausgesprochen. Allerdings gibt es laut foodwatch offenbar eine gewisse Zurückhaltung im Umfeld von EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis. Die Entscheidung der EU-Kommission muss einstimmig fallen.

Salenti

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