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Optimal versorgt im Alter



Zertifiziertes Alterstraumazentrum im Sankt-Elisabeth-Hospital – altersgerechte Versorgung durch interdisziplinäres Team …

Artikel vom 29. 1. 2018
Optimal versorgt im Alter
Freuen sich über die erfolgreiche Zertifizierung zum Alterstraumazentrum: Gesundheits- und Krankenpflegerin Mareike Tkaczyk (von links), Patient Alfred Martin, Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie Dr. Frank Kliebe, Oberarzt der Klinik für Geriatrie Jürgen Möller, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie Dr. Dieter Mann und Chefärztin der Klinik für Geriatrie Dr. Birgit Wippern.
Gütersloh/Harsewinkel (seh). Ein Sturz im hohen Alter kann das gesamte Leben verändern: Die Diagnose Oberschenkel-Hals-Fraktur trifft vor allem ältere Menschen häufig. Im Zusammenwirken mit vorbestehenden Erkrankungen kann sich dann eine besondere Gefährdung ergeben. So auch bei Alfred Martin, der nach seinem Sturz im neu zertifizierten Alterstraumazentrum des Sankt-Elisabeth-Hospitals von einem Team aus Unfallchirurgen, Altersmedizinern, Pflegekräften und weiteren spezialisierten Therapeuten sowie dem Sozialdienst multidisziplinär versorgt wird. Hand in Hand arbeiten die verschiedenen Spezialisten im Alterstraumazentrum zusammen: Bereits bei der Aufnahme wird bei allen Unfallpatienten ein Alters-Risiko-Check durchgeführt.

»Lässt sich hierbei ein besonderes Risikoprofil erkennen, wird der Patient vom ersten Tag an gemeinsam geriatrisch und unfallchirurgisch betreut. Altersspezifische Komplikationen werden früher erkannt und behandelt und dadurch der gesamte Heilungsprozess gefördert«, betont Dr. Frank Kliebe, Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Koordinator des Alterstraumazentrums. Insbesondere ältere Menschen seien nach einem operativen Eingriff oftmals kurzzeitig in einem Zustand geistiger Verwirrung, welcher vor allem bei dementen Patienten nicht leicht zu erkennen sei. Im Alterstraumazentrum solle die Entwicklung dieses so genannten postoperativen Delirs durch gezielte prophylaktische Maßnahmen verhindert werden. Auch die Schmerzerkennung und -behandlung der Patienten, die sich nicht eindeutig äußern könnten, sei von großer Bedeutung. Trete dennoch ein Delir auf, könne die gemeinsame Behandlung der Patienten durch Altersmediziner, Unfallchirurgen und auch Anästhesisten eine Früherkennung und damit eine effektive Therapie ermöglicht.

Das bedeutet im besten Fall eine schnellere Genesung mit deutlicher Verkürzung des Krankenhausaufenthalts. »Der Patient profitiert von der interdisziplinären Zusammenarbeit, sodass die altersgerechte Behandlung des Patienten vom ersten bis zum letzten Tag sichergestellt ist«, unterstreicht Dr. Birgit Wippern, Chefärztin der Klinik für Altersmedizin in Harsewinkel. Auch die Frage, ob eine Mangelernährung vorliegt -was bei älteren Menschen häufig der Fall ist- wird zu Beginn der Behandlung geklärt und bei Bedarf wird direkt eine individuelle ernährungsmedizinische Therapie verordnet.

Zusammen mit Dr. Dieter Mann, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie in Gütersloh, leitet Dr. Birgit Wippern das neue standortübergreifende Alterstraumazentrum. Neben den Geriatern und Unfallchirurgen gehören auch Ergo- und Physiotherapeuten, Ernährungs- und Sozialberater sowie speziell ausgebildete Pflegekräfte zum Team des Zentrums.

Es ist bundesweit das 64. zertifizierte Alterstraumazentrum DGU (Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie) und das erste im Kreisgebiet Gütersloh: Das Sankt-Elisabeth-Hospital ist nun zusammen mit dem Standort in Harsewinkel, der Klinik für Geriatrie im Sankt Lucia Hospital, durch die DGU ausgezeichnet worden. »Durch die Etablierung neuer Strukturen und Abläufe, die für die Zertifizierung zum Alterstraumazentrum Voraussetzungen sind, wirken nun die unfallchirurgische Versorgung sowie die geriatrische Behandlung und Frührehabilitation bestmöglich zusammen«, bekräftigt Dr. Dieter Mann. Praktisch bedeutet das, dass es zweimal wöchentlich eine interdisziplinäre Visite im Sankt-Elisabeth-Hospital in Gütersloh und zweimal wöchentlich eine interdisziplinäre Visite mit Altersmedizinern und Unfallchirurgen am Standort in Harsewinkel gibt. Darüber hinaus findet wöchentlich eine geriatrisch-unfallchirurgische Teambesprechung mit allen beteiligten Fachärzten und Mitgliedern des Zentrumsteams statt.

Die standortübergreifende Behandlung birgt noch weitere Vorteile für die Patienten des Alterstraumazentrums: »Wir kennen den Patienten, seine Medikation und seinen Behandlungsverlauf - und der Patient kennt uns, bevor er zu uns verlegt wird«, fasst Jürgen Möller, Oberarzt der Klinik für Geriatrie sowie Koordinator des Alterstraumazentrums zusammen. Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist die Erhaltung der Selbständigkeit und Steigerung der Lebensqualität der Patienten.

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