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Tatort Natur


Gartenabfälle gehören nicht in die Landschaft …

Artikel vom 9. 11. 2017
Tatort Natur
Am »Tatort Natur«: Anke Ulonska (Gemeinde Steinhagen), André Westerheide und Uwe Schneider (beide Bauhof Steinhagen), Wolfgang Schulze (Kreis Gütersloh) und Johannes-Otto Lübke (Regionalforstamt) informieren am Rohbrannthof über illegal entsorgte Gartenabfälle. Foto: Kreis Gütersloh
Herbstzeit heißt für Hobbygärtner wieder Bäume und Sträucher schneiden, aufräumen in Blumen- und Gemüsebeeten oder Laub zusammen haken. Da fallen kurzzeitig große Mengen Gartenabfälle an. Doch wohin damit? Mit dem Flyer »Tatort Natur – Gartenabfälle gehören nicht in die Landschaft!« wollen der Kreis Gütersloh und die Kommunen Bürgerinnen und Bürger sensibilisieren, ihre Gartenabfälle ordnungsgemäß zu entsorgen. Dieser wird ergänzt durch Informationsschilder. Sie werden an Standorten aufgestellt, wo es bereits illegale Ablagerungen gab, wie in Steinhagen in der Nähe des Rohbrannthofs. Der Flyer gibt auch Tipps zur legalen und effektiven Kompostierung von Gartenabfällen. Größere Mengen, die aufgrund ihrer Menge nicht im eigenen Garten kompostiert oder nicht über die Komposttonne entsorgt werden können, sind beim Kompostwerk Gütersloh oder dem Entsorgungspunkt Nord der GEG gegen ein Entgelt anzuliefern.

»Das Abladen des organischen Mülls kann für verschiedene Probleme in der Natur sorgen«, erklärt Wolfgang Schulze von der Abteilung Umwelt des Kreises. Asseln, Regenwürmer, Springschwänze, Bodenmilben, Pilze und Bakterien, die sogenannte zersetzende Gesellschaft der Kleinlebewesen, sind auf solche organischen Massen in der freien Landschaft nicht eingestellt. »Überfluss gibt es in der Natur nicht – außer wenn Menschen nachhelfen«, so Schulze weiter. Außerdem können aus Samen oder nicht abgestorbenen Pflanzenteilen in der freien Landschaft zusätzliche fremde Pflanzen entstehen. Diese verdrängen die heimische Flora. Wegen fehlender natürlicher Fressfeinde können sich diese Arten schnell ausbreiten. Dies kann eine Gefahr für die heimische Tier- und Pflanzenwelt sein. Um die Ausbreitung der fremden Pflanzen dann zu stoppen bedarf es viel Geld und Arbeit.

Zusätzlich funktionieren die natürlichen Verrottungsprozesse der abgestorbenen Pflanzen bei den abgelagerten Gartenabfällen nicht: Die Mengen sind zu groß, das Material liegt verdichtet auf dem Boden, es fehlt Luft und damit Sauerstoff für die Bodenlebewesen. Oftmals ist der Wassergehalt entweder zu niedrig oder zu hoch. Das Milieu ist für Regenwürmer, Kellerasseln, Milben, Insektenlarven unbefriedigend. Im Extremfall sterben die Bodenlebewesen unter den Gartenabfallmengen ab. Bedenklich ist auch, dass Sickersäfte aus den Pflanzenresten das Grundwasser schädigen können. Im Kreis Gütersloh sind Sandböden weit verbreitet. In dem lockeren Bodengefüge gelangen Flüssigkeiten schnell zum Grundwasser.

Es gibt also gute Gründe den Bioabfall nicht einfach an der nächsten Böschung oder am Waldrand abzuladen. Außerdem bedeuten die Abfälle in der Natur mehr Arbeit für den Bauhof, der die Pflanzenreste entsorgen muss. Zudem ist das illegale Entsorgen von Gartenabfällen kein Kavaliersdelikt und wird mit einem Bußgeld bestraft.

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