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Filmkritik: »The Voices«


Der Film ist großartig. »The Voices« beginnt als Komödie. Jerry Hickfang, gespielt von Ryan Reynolds, ist ein liebenswürdiger und trotteliger Angestellter in einer Fabrik, die Badewannen herstellt. Er hat vornehmlich mit trotteligen Menschen zu tun und ist in eine Kollegin …

Artikel vom 9. 4. 2015
Filmkritik: »The Voices«
Der Film ist großartig. »The Voices« beginnt als Komödie. Jerry Hickfang, gespielt von Ryan Reynolds, ist ein liebenswürdiger und trotteliger Angestellter in einer Badewannenfabrik. Er hat es vornehmlich mit trotteligen Menschen zu tun und ist in eine Kollegin aus der Buchhaltung verknallt.

Bei einem nächtlichen Ausflug mit der besagten Kollegin ereignet sich ein Wildunfall, bei dem Hickfang das Tier mit einem Messer von seinen Leiden erlöst. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, sprechen die Tiere mit ihm – auch sein Hund und seine Katze, mit denen er über einem stillgelegten Bowlingcenter wohnt. Durch einen vermeintlichen Unfall ersticht er seine Kollegin, die entsetzt weggelaufen war – und erlöst sie dann ebenfalls von ihrem Leiden. Der Film entwickelt sich von der Komödie zum Drama.

Nach und nach wird klar, dass Hickfang als Kind schwer traumatisiert wurde, dass er sich in einer Therapie befindet, und dass er seine Medikamente nicht einnimmt. Schon seine Mutter war durch die Familienverhältnisse in den Wahnsinn getrieben worden und er hatte sie als Kind »erlöst«.

Als er die Medikamente auf Drängen der Therapeutin schließlich doch einnimmt, stellt sich heraus, dass er sich die Stimmen der Tiere nur einbildet und in Wirklichkeit in einer verkommenen Messie-Wohnung lebt. Die Medikamente bringen ihn zurück in die unerträgliche Realität. Nach einigem Hin und Her, bei dem zwei weitere Frauen ermordet werden, deren Köpfe er im Kühlschrank lagert, und mit denen er natürlich auch spricht (und sie mit ihm), eskaliert das ganze und kulminiert schließlich im Freitod der Hauptfigur, nachdem Hickfang seine Therapeutin gekidnappt hat und das Bowlingcenter in Flammen steht, während die Polizei in das Gebäude eindringt.

Paradox erscheint bei »The Voices«, dass die Traumwelt des psychisch kranken Hickfang eben nicht aus der Einnahme von Medikamenten resultiert, sondern aus deren Nichteinnahme. Das mag dazu beitragen, mit dem Vorurteil aufzuräumen, Psychopharmaka wären eine Art »Happy-Droge«. Ganz im Gegenteil schaffen sie es hier, den Geist in die Realität zurückzubringen. Dass Hickfang diese nicht erträgt, liegt an der Schwere der Traumatisierung und der offenbar mangelnden Unterstützung.

Fotos: Ascot Elite Filmverleih

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